Schönheitskur für schäbigen Bahnhof

Schönheitskur für schäbigen Bahnhof

Türkismühle. Viele Menschen im nördlichen Saarland nutzen den Türkismühler Bahnhof. Berufspendler, Schüler, Urlauber. Er ist zudem Ausgangspunkt für Buslinien in umliegende Orte. Aber ein Schmuckstück ist er wahrlich nicht. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern

Türkismühle. Viele Menschen im nördlichen Saarland nutzen den Türkismühler Bahnhof. Berufspendler, Schüler, Urlauber. Er ist zudem Ausgangspunkt für Buslinien in umliegende Orte. Aber ein Schmuckstück ist er wahrlich nicht. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern. Denn die Gemeinde Nohfelden hat vor, rund vier Millionen Euro in diesen Verknüpfungspunkt des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu investieren. Die erste Million steht schon im jetzigen Haushalt, den der Gemeinderat verabschiedet hat. Bürgermeister Andreas Veit (CDU) rechnet mit bis zu 90 Prozent Landeszuschüssen.Der Saarbrücker Verkehrsplaner Joachim Schwarz erläuterte den Kommunalpolitikern das Großprojekt. Er hat im Verwaltungsauftrag einen ersten Plan erstellt. "Ziel ist es, die Züge optimal mit den Bussen zu verbinden und ausreichend Park-und-Ride-Flächen für Autos am Bahnhof zu schaffen."

Demnach entsteht ein überdachter Busbahnhof an der Stelle, wo heute noch Autos stehen. Schwarz: "Jeder Bus erhält dann seinen eigenen Stellplatz." Das erleichtere die Orientierung für die Kunden. Damit Busse besser anfahren können, sei eine neue Nahebrücke vorgesehen - bei der Kreuzung in der Ortsmitte. Die Kreuzung selbst werde zum Kreisel mit 30 Meter Durchmesser. Damit Busse sicher vom Bahnhof den Kreisel passieren, sollen Ampeln den Verkehr regeln. Diese schalten sich nur dann ein, wenn sich ein Bus nähert.

Für Autofahrer ändere sich an der Zufahrt zum Bahnhof nichts. Deren Parkplatz entstehe links vom Bahnhof mit 180 Stellflächen - deutlich größer als bisher. Eine weitere Ampel, ähnlich der für Busse geschaltet, soll nach Planerideen den Pkw-Verkehr ordnen.

Kreisverkehr und neue Brücke habe die Gemeinde aufgenommen, weil das Saar-Wirtschaftsministerium dies angeregt habe, sagte Rathauschef Veit. "Ich freue mich, dass der Bahnhof aufgewertet werden soll", unterstrich für die SPD-Fraktion Eckhard Heylmann. Das sah Michael Dietz (CDU) ebenso. "Gut ist, dass sich die Bahn selbst auch engagieren will und den Bahnhof barrierefrei gestalten wird."

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, die Pläne mit diversen Behörden abzustimmen. Joachim Schwarz kündigte zudem eine Verkehrszählung nach den Sommerferien an.

Auf einen Blick

Hier kommen Rollstuhlfahrer nicht weiter: Die Treppenwege zu den Bahnsteigen sind von ihnen nicht zu überwinden.
Schlaglöcher auf dem Bahnhofsvorplatz, wo Busse rollen.

Türkismühles Ortsmitte soll nicht nur durch einen umgestalteten Bahnhof besser werden. Das Architekturbüro Finkler plant zudem in der Saarbrücker Straße neben der geplanten neuen Nahebrücke einen Büro- und Praxisneubau. Im Obergeschoss will der Bauherr selbst einziehen, ins Parterre eine Physiotherapiepraxis. Das leer stehende Haus Bauer werde abgerissen. Der Nohfelder Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus. vf

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