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Schlechtes Wetter, gute Stimmung

Schlechtes Wetter, gute Stimmung

Am Sonntag fand die 18. Auflage des Saarschleife-Marathons statt. Allerdings nur über die halbe Distanz. Dort erreichten 349 Läufer das Ziel, am schnellsten waren bei regnerischen Bedingungen Andreas Probst und Anne Haug.

Sie hatten es nicht einfach, die Veranstalter des traditionsreichen Saarschleife-Marathons. Der Lauf stand schon wegen der Absage der Langdistanz unter keinem guten Stern (wir berichteten). Am Sonntag zeigt sich bei der Neuauflage nach einem Jahr Pause dann auch noch das Wetter von seiner trüben Seite und serviert den Läufern auf der Halbmarathon-Strecke nasskühle Bedingungen.

Die Mienen bei den Veranstaltern hellen sich aber bald auf. Mit der Starterzahl kann der Vorsitzende von Tri Sport Saar Hochwald, Michael Leick, bestens leben. "Mit 400 zahlenden Teilnehmern sind wir sehr zufrieden", sagt er am späten Vormittag. Zu dem Zeitpunkt hatte noch keiner der am Ende gewerteten 349 Läufer das Ziel erreicht. Kurz darauf geht es dann aber Schlag auf Schlag.

Um 11.28 Uhr ist es Andreas Probst aus Wasserliesch bei Konz, der als Erster an der Merziger Stadthalle eintrifft. Der 31-Jährige benötigte bei seiner erfolgreichen Premiere 1:13:51 Stunden und hielt fest: "Es ist von Anfang an super gelaufen. Das Wetter war zwar unglücklich und die Strecke ein wenig matschig, aber fit bin ich in jedem Fall." Probst wäre eigentlich gerne den Marathon gelaufen. So aber durfte er sich immerhin auf die Fahne schreiben, eine Olympia-Teilnehmerin distanziert zu haben. Als Gesamtzweite und ganz klar schnellste Frau kam gut zwei Minuten später Anne Haug ins Ziel. Die Triathletin, die bei den Spielen in Rio als 36. eine große Enttäuschung erlebt hatte, nutzte den Halbmarathon einerseits, um sich den Frust von der Seele zu laufen, andererseits war es eine "willkommene Abwechslung zum normalen Training." Das ging für die 33-Jährige im Anschluss nahtlos weiter, "jetzt noch drei Stunden Radfahren", verriet sie ihr weiteres Pensum.

Volker Lorenz hätte insgeheim sicher gerne noch eine Extraschicht Laufen eingelegt. Da er aber wegen Knieproblemen anderthalb Jahre keinen Wettkampf bestritten hat, muss er sich erst wieder herantasten. Das bekam er auf der Strecke zu spüren: "Ich bin zu schnell angegangen und hatte deshalb hintenraus einen kleinen Einbruch", berichtete der Gesamt-Achte vom LV Merzig . Als vor zwei Jahren der letzte Marathon stattfand, war der 46-Jährige sogar Zweiter hinter Sieger Jörg Hooß. Alleine deshalb würde er eine Rückkehr begrüßen: "Der Saarschleife-Marathon ist eine Veranstaltung mit viel Tradition. Es wäre schade, wenn er nicht mehr stattfindet", sagt Lorenz.

Er wird Michael Leicks Worte deshalb sicher gerne hören, denn der Tri-Sport-Vorsitzende stellte klar: "Es wird hundertprozentig eine Fortsetzung geben. In welcher Form, müssen wir intern besprechen. Klar ist aber auch, dass wir die lange Distanz unbedingt wieder austragen wollen. Eventuell im Rahmen einer Meisterschaft."

Zum Thema:

Auf einen Blick Ergebnisse des Halbmarathons beim 18. Saarschleife-Marathon: Frauen: 1. Anne Haug (LAZ Saar 05 Saarbrücken) 1:16:04 Stunden, 2. Bettina Roth (Wadern) + 17:24 Minuten, 3. Heike Brücker (Adidas) + 18:56, 4. Anne Bommer (Lindscheid) + 21:50, 5. Tanja Schmitt (ohne Angabe) 22:37. Männer: 1. Andreas Probst (Wasserliesch) 1:13:51 Stunden, 2. Tilo Hossbach (Esch) + 7:45 Minuten, 3. Thomas Speicher (LTF Köllertal) + 9:26, 4. Marc Disewiscourt (Diekirch) + 11:04, 5. Till Speicher (LTF Köllertal) + 12:03, 6. Ulli Schweig (LAZ Saar 05) + 12:20, 7. Volker Lorenz (Merzig ) + 12:46, 8. Jörg Maring (LTF Theeltal) + 13:44. bene