Merzig: Rote Zora längst eine Institution

Merzig : Rote Zora längst eine Institution

Mit Gästen feierten Gertrud Selzer und Ingrid Röder Jubiläum der Bchhandlung.

(leis) Die Rote Zora setzt sich durch. Mit viel Mut und Herzblut gründeten die beiden Inhaberinnen Gertrud Selzer und Ingrid Röder die Buchhandlung vor mittlerweile 25 Jahren. Inspiriert durch die Romanfigur der roten Zora aus dem Buch „Die rote Zora und ihre Bande“ von Kurt Held, eröffneten sie vor einem Vierteljahrhundert in Merzig den Buchladen und führen diesen seither unter dem Credo der roten Zora, stark und unabhängig zu sein.

Dass sie damit nicht mehr aus Merzig wegzudenken ist, betonte Bürgermeister Marcus Hoffeld am vergangenen Samstag bei der Jubiläumsfeier. „Ich meine damit nicht nur als Buchhandlung, sondern auch als Menschen“, sagte er. Im Jahr 1992 nahm die Erfolgsgeschichte in der oberen Merziger Poststraße ihren Anfang. Damals noch ohne Computer und Telefon, sondern nur mit einem Papierkatalog, mit dem sie ihre Kunden berieten. Es folgten der Umzug in die kleineren Räume in der Merziger Altstadt sowie eine Sortimenterweiterung. Die bis dahin im Fokus stehenden Kinderbücher und von Frauen verfassten Bücher wurden durch allgemeine Belletristik ergänzt. Im Jahr 2004 fand die Rote Zora dann schließlich ihre jetzige Heimat in der Merziger Poststraße direkt neben dem alten Stadthaus.

„Eine richtige Entscheidung“, betonte Verwaltungschef Hoffeld, der sich über die direkte Nachbarschaft zum Rathaus freut. Seit dem ersten Tag besucht auch Waldtraud Boes die Buchhandlung. Weswegen sie ihr treu bleibt: „Wegen der guten Beratung und inzwischen aus Gewohnheit.“ Ingrid Röder und Gertrud Selzer bereichern mit ihrer Erfahrung die Kunden, die sich nach Worten von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hier gut aufgehoben fühlen. „Das macht die Rote Zora so wertvoll“, hob sie hervor und verweiste darauf, dass die Kunden hier mit Fingerspitzengefühl und der richtigen Fachkenntnis beraten werden, wodurch man in Zeiten des Internethandels erfolgreich ein Zeichen gegen diesen setzt. Dieser Erfolg bereichert auch die lokale Wirtschaft, denn „Praktika im Buchhandel bekommt man nicht bei Amazon und Co.“, sagte Esther Hoffmann vom Verlag Sauerländer, die die Rote Zora seit 25 Jahren von Verlagsseite begleitet. Dass dieses Konzept funktioniert, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen, darunter auch die goldene Auszeichnung beim deutschen Buchhandlungspreis.

Mit zahlreichen Veranstaltungen werden die Kunden mit involviert, zum Beispiel mit Fahrten zur Frankfurter Buchmesse. Sabine Strauch gefällt die Auswahl an speziellen Büchern und Büchern mit Herz, „wie die Frauen, die hier arbeiten“, sagte sie. Sie ist fasziniert davon, wie das Team neue Ideen einbringt, sei es durch die Buchauswahl, Projekte und Themen.

Durch den jahrelangen persönlichen Kontakt zu ihren Kunden und die damit einhergehenden Gespräche kennen Ingrid Röder und Gertrud Selzer die Vorlieben ihrer Stammgäste. „Das ist ein Service, den man nicht höher loben kann. Man hat ein Gesicht im Laden“, sagte Strauch. Auch die Gestaltung der Schaufenster und deren schöne, themenbezogene Verzierung finden bei den Kunden anklang, ergänzte Ingrid Buchberger. Die Geschichte der Roten Zora soll auch in den kommenden Jahren mit dem erfolgsbewährten Konzept weitergeschrieben werden. Durch die beiden Filialen in Merzig und Losheim will man auch in Zukunft die Region weiter ausgefallener Literatur versorgen und zum Lesen anregen.

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