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Merzig
Preisverdächtige Leidenschaft für Bücher

Rose-Marie Conrath (l.) und Gertrud Selzer von der Roten Zora in Merzig freuen sich über die Auszeichnung mit dem Deutschen Buchhandlungspreis.
Rose-Marie Conrath (l.) und Gertrud Selzer von der Roten Zora in Merzig freuen sich über die Auszeichnung mit dem Deutschen Buchhandlungspreis. FOTO: Selzer
Merzig. Die Buchhandlung Rote Zora in Merzig wurde mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. red

Die Buchhandlung Rote Zora in Merzig darf sich über eine weitere Auszeichnung freuen: Mit 100 anderen Buchhandlungen aus ganz Deutschland wurden sie am letzten Tag im Oktober von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, als hervorragende Buchhandlung ausgezeichnet. Aus dem Saarland wurde neben der Buchhandlung Rote Zora auch die Buchhandlug Hahn in Kirkel-Limbach ausgezeichnet. Gertrud Selzer, eine der beiden Rote-Zora-Inhaberinnen, nahm mit ihrer Mitarbeiterin Rose-Marie Conrath an der Preisverleihung am 31. Oktober in Kassel teil. Ihr Fazit: „Für mich ist es immer wieder begeisternd, wie viele unabhängige, tolle Buchhandlungen es gibt und wie viele engagierte Buchhändler.“


Ausgezeichnet wurden unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen, die ein anspruchsvolles und vielseitiges literarisches Sortiment sowie ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, innovative Geschäftsmodelle verfolgen und sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche engagieren. Der Preis ist mit einer Prämie von 7000 Euro verbunden.

„Frauen, die lesen, sind gefährlich“ – dieser Spruch ziert nicht nur eines der Lesezeichen der Buchhandlung Rote Zora, sondern ist auch zum Geschäftsmotto der beiden Inhaberinnen Ingrid Röder und Gertrud Selzer geworden. Das Zitat stammt aus einer Zeit, als man Frauen noch den Weg zur Bildung versperrte und so den Zugang zu Wissen und damit einhergehend zu Macht steuerte. Den Rote-Zora-Buchhändlerinnen ist es nach eigenem Bekunden wichtig, möglichst vielen Menschen den Zugang zu Büchern zu ebnen, um so lesend die Welt entdecken und begreifen zu können. In ihrer Laudatio zum Deutschen Buchhandlungspreis formulierte Hildegund Laaff von der Lengfeld‘schen Buchhandlung in Köln das so: „Wer so liest, wird freier, blickt über den Tellerrand hinaus. Was könnte uns in diesen Tagen besser tun?“



Ingrid Röder, Mitinhaberin der beide Rote-Zora-Buchhandlungen in Merzig und in Losheim, sieht den Preis auch als eine Auszeichnung für all die kleinen und großen Bücherkunden ihres Hauses. Denn nur dort, wo viel gelesen werde, könne auch eine Buchhandlung bestehen: „Wir engagieren uns stark im Bereich Literatur- und Leseförderung, haben bei so manchem die Lust auf Bücher wecken können und sind mit unseren Läden, unserem Online-Shop und unseren Veranstaltungen zu einem Treffpunkt und Austauschort für Literatur geworden.“ Doch der Boden für die Leselust müsse von vielen beackert werden, sagt Röder: „Von Eltern und Großeltern, von Kitas und Schulen, von Lesezirkeln und Lesepaten, von Bibliotheken und Zeitungen, privat und öffentlich, online und offline.“

Bereits 2015 wurde die Merziger Buchhandlung Rote Zora mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet – damals in der Kategorie der besten drei Buchhandlungen in Deutschland. „Vielleicht sollten wir demnächst Lesezeichen drucken mit dem Spruch: Frauen, die lesen, sind erfolgreich“, meint Gertrud Selzer augenzwinkernd.

Gemeinsam im Team werde man nun überlegen, welche Aktionen die Rote-Zora-Buchhandlungen in Zukunft auf die Beine stellen werden. Erstmal kommen nun die Weihnachtsaktionen, unter anderem mit dem schon zur Tradition gewordenen Pippi-Langstrumpf-Plünderfest zwischen den Jahren. Und mit den Erwachsenen feiert die Rote Zora am 24. Dezember mit einem Sektempfang.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (r.) übergibt Gertrud Selzer die Auszeichnung.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (r.) übergibt Gertrud Selzer die Auszeichnung. FOTO: Selzer