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Religiöse Gemeinschaft und Glauben leben

Religiöse Gemeinschaft und Glauben leben

Insgesamt 260 Menschen sind an den Heilig-Rock-Tagen in Trier ehrenamtlich im Einsatz, um Besuchern Hilfe und Orientierung zu bieten. Unter ihnen sind Klaus Zimmer und Christine Zimmer-Austgen.

"Kann ich Ihnen helfen?" ist eine Frage, die Klaus Zimmer (63) und seine Frau Christine Zimmer-Austgen (60) oft stellen. Sie trägt dabei ein rotes Tuch um ihren Hals, er hat eine rote Krawatte mit weißen Punkten. Beide haben zudem ein Namenschild an einem roten Band umhängen, das Besuchern zeigt: An diese Menschen kann ich mich wenden. Das Ehepaar Zimmer aus Besseringen gehört zum Besucherdienst der Heilig-Rock-Tage. Sie sind zwei von insgesamt 260 Männer und Frauen, die beim Organisieren helfen, am Infostand bereitstehen, Pilger begleiten oder für Verpflegung sorgen. Christine und ihr Mann Klaus arbeiten im Trierer Dom, geben Antworten auf Fragen - von der Geschichte des Doms und des Bistumsfestes bis "Wo geht es hier zur nächsten Toilette?". Sie sammeln Gotteslobe ein und stellen Stühle auf. Sie teilen Neuankömmlingen mit, wenn gerade Gottesdienst ist und daher eine Besichtigung gerade nicht möglich ist. Auch im Notfall sind sie gefragt. "Wir haben gelernt, wie wir die Türen am schnellsten öffnen können", erklärt Klaus Zimmer. Und auch während des Gottesdienstes sind sie zur Stelle. "Ich muss gleich dem Pfarrer sagen, dass er einer alten Frau die Hostie an den Platz bringt. Sie schafft es nicht alleine", erklärt Christine Zimmer-Austgen vor der Kommunionausteilung. "Es ist schön, dass wir so unsere gemeinsame Zeit verbringen können", sagt Klaus Zimmer. Die beiden sind seit 34 Jahren verheiratet, haben zwei erwachsene Söhne. Und das Paar singt seit 13 Jahren im Kirchenchor Cäcilia in Besseringen . "Deswegen gefällt es mir am besten, bei Gottesdiensten zu helfen, bei denen viel Musik ist", sagt die Ehefrau. Insgesamt mache beiden die Arbeit "sehr viel Spaß". "Ich wusste noch nie so viel über den Dom wie jetzt", sagt Christine Zimmer-Austgen.

Wenn man sieht, dass man helfen konnte, "das gibt einem so viel", sagt das Paar.

Zum Besucherdienst kamen sie durch die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012. In einem Café in Merzig habe ein Flyer gelegen, über den ehrenamtliche Helfer gesucht wurden. "Da haben wir uns gemeldet. Das möchte ich nicht missen", sagt Zimmer-Austgen.

Es sei eine Gemeinschaft entstanden. Die Helfer treffen sich zu Versammlungen, einmal im Jahr machen sie eine Reise, dieses Jahr nach Landau zur Landesgartenschau. "Wir haben auch viele Freunde gefunden", sagt Zimmer. Mit einem bilden sie etwa eine Fahrgemeinschaft. So kommen sie an drei Tagen während den Heilig-Rock-Tagen nach Trier , arbeiten dort dann jeweils acht Stunden.

Wenn die beiden nicht im Einsatz für den Besucherdienst sind, engagieren sie sich in ihrer Pfarrgemeinde St. Gangolf, machen Sport. Zimmer hat zudem ein neues Projekt begonnen. Er lernt Englisch, "um dann den Besuchern auch auf Englisch weiterhelfen zu können".