Reimsbacherin neue Viezkönigin

Unter sieben Bewerberinnen als Viezkönigin hatte die Jury die Qual der Wahl. Sie entschied sich für Dorothée Selzer, 19-jährige Abiturientin aus Reimsbach. Sie wird Nachfolgerin von Viezkönigin Laura Wahlen.

Das dunkelblonde Haar zu einem Kranz gesteckt, ein duftiges, trägerloses Abendkleid - die 19-Jährige ist für die große Sause in der Losheimer Eisenbahnhalle gerichtet. Doch der Abiball muss warten. Erst einmal nimmt Dorothée Selzer die vielen Glückwünsche in Empfang, die unmittelbar nach der Bekanntgabe des Jurorenspruches auf die designierte Viezkönigin einprasseln. Winfried Burger lobt die hohe Qualität aller sieben Bewerberinnen. "Jede hätte es werden können", verrät er. Nach seinen Worten war es für den Organisationsausschuss Merziger Viezfest noch nie so schwer gefallen, die richtige Wahl zu treffen. Was Burger ebenfalls freut: Selbst aus der Eifelgemeinde Saxler ist eine junge Frau angereist. Ihr Wunsch: Hoheit in der Kreisstadt zu werden, ganz gleich, ob Prinzessin oder Königin, wie sie erzählt.

"Es sind gut eineinhalb Stunden Fahrt bis hierher", verrät Ramona Eis. Die Begründung für ihre Bewerbung ist simpel: "Bei uns in der Region wird viel Viez getrunken." Dass die 19-Jährige, die eine Ausbildung als Bürokauffrau absolviert, am Ende leer ausgeht, nimmt sie mit Fassung, zumal ihr ein dickes Lob von Burger gewiss ist. Derweil scharen sich um künftige Hoheit die Gratulanten - Bürgermeister Marcus Hoffeld eingeschlossen. "Ich bin überrascht, dass die Wahl auf mich gefallen ist, damit habe ich nicht gerechnet", freut sich die Reimsbacherin. Den Tipp, sich zu bewerben, hat sie nach ihrem Bekunden von ihrer Kollegin Nadine aus dem Hotel Roemer erhalten, wo sie seit bestandenem Abitur als Bedienung aushilft. Viel Paukerei hat es nach ihren Worten bedurft, um sich auf die Fragen der Jury vorzubereiten. "Ich kenne Merzig von Kindertagen an. In die Stadt sind wir zum Einkauf gefahren, hier habe ich jahrelang das Peter-Wust-Gymnasium besucht, bevor ich zur Peter-Dewes-Gemeinschaftsschule nach Losheim gewechselt bin." Daher kennt sie auch die lauschigen Plätzchen, die für Touristen interessant sind, aus dem Effeff - den Garten der Sinne etwa, "ein Ort, um mit der gesamten Familie Zeit zu verbringen", die Kreuzbergkapelle, umringt von Weinbergen, das Alte Rathaus, Schloss Fellenberg oder das Terrain um den Seffersbach samt der Altstadt. Auf die zwölf Monate Regentschaft, die für sie mit der Krönung im September startet, freut sie sich wie eine Schneekönigin: "Das ist eine gute Gelegenheit, Merzig und den Viez zu repräsentieren, neue Leute kennen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln." Denn das Jahr nach dem Abi nimmt sie sich nach ihren Worten eine Auszeit. "Ich jobbe im Roemer und repräsentiere als Viezkönigin." Danach wolle sie sich umschauen, welche Richtung sie einmal beruflich einschlage.

Erntekönigin wird Prinzessin

Noch trägt ihre Scherpe nicht ihre Namen. Das haben Burger und seine Mitstreiter Wally Vogt, Norbert Schramm oder Peter Schill, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe (VHG), auf die Schnelle nicht geschafft. Der künftigen Hoheit macht dies nichts aus. Sie und ihre beiden Prinzessinnen Salome Lackas aus Orscholz und Isabelle Schwab aus Merzig genießen die Glückwünsche und die Schnappschüsse in vollen Zügen. "Ich bin im Trott drin, jetzt geht es weiter", lacht die 22-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin Salome Lackas, Erntekönigin von Orscholz. "Es ist eine Riesenehre", kommentiert derweil Isabelle Schwab ihre Wahl. "In dem Jahr kann ich auch für meinen Beruf gute Erfahrungen sammeln", gesteht die 19-jährige Abiturientin, die Juristin werden will.