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Merzig
Mehr Bäume, mehr Natur, mehr Platz für Kunst

Die vier Gruppen zu den Themen Wegenetze/Grünkonzept, Ökologie/Stadtklima, Nutzergruppen und Kunst/Kultur sammelten beim zweiten Bürger-Workshop zum Gustav-Regler-Platz am Freitag ihre Ideen und stellten sie den anderen gebündelt vor. Stellvertretend für die Gruppe Ökologie und Stadtklima sprach sich Hannah Spanier (rechts neben dem Plakat) für mehr Beschattung auf dem Gustav-Regler-Platz aus.
Die vier Gruppen zu den Themen Wegenetze/Grünkonzept, Ökologie/Stadtklima, Nutzergruppen und Kunst/Kultur sammelten beim zweiten Bürger-Workshop zum Gustav-Regler-Platz am Freitag ihre Ideen und stellten sie den anderen gebündelt vor. Stellvertretend für die Gruppe Ökologie und Stadtklima sprach sich Hannah Spanier (rechts neben dem Plakat) für mehr Beschattung auf dem Gustav-Regler-Platz aus. FOTO: Tina Leistenschneider
Merzig. Zweiter Workshop zur Neugestaltung des Gustav-Regler-Platzes in Merzig brachte zahlreiche Ideen aus den Reihen der Bürgerschaft. Von Tina Leistenschneider

Die Kreisstadt Merzig setzt bei dem umstrittenen Thema Neugestaltung des Seffersbachbereiches und des Gustav-Regler-Platzes auf die konstruktiven Ideen ihrer Bürger. Das zeigte sich beim zweiten Workshop zur Aufwertung dieses Areals am vergangenen Freitagabend im Rathaus. Dieses Treffen befasste sich mit den Themen Ökologie und Stadtklima, Wegenetze und Grünkonzept sowie den potenziellen Gruppen, die den Platz nutzen werden, und der Frage, wie man Kunst und Kultur weiter in den Platz integrieren kann.


Hierzu teilte Stadtplanerin Judith Nägeli die Bürger in vier Teams ein und ließ sie in Gruppenarbeit Ideen und Vorschläge zusammentragen. So hielt die Gruppe zu den Wegenetzen fest, dass sich die Gehwege entlang des Seffersbachs in einem schlechten Zustand befinden und dort Handlungsbedarf herrsche. Die Teilnehmer sprachen sich gegen eine Nutzung der „Liebes-Insel“ mitten im Bach aus, um dort weiter eine ökologische Ruhezone zu belassen. Der Pflegeaufwand des Platzes soll gering gehalten werden, der Durchgangsverkehr erhalten bleiben und der Platz durch Blumenkästen verschönert werden.

Stellvertretend für die Gruppe Ökologie sprach sich Hannah Spanier, zweite Vorsitzende der Bürgerinitiative „Stadtmitte Seffersbach“, für mehr Beschattung auf dem Platz aus, sie und ihre Mitstreiter möchten den Seffersbach natürlicher gestalten und die Möglichkeit schaffen, sich dort im Sommer abzukühlen. Das Team äußerte zudem die Idee, den Seffersbach abseits der zugänglichen Rampe für die Nutzung freier zu gestalten. Ferner stimmten sie dem Vorschlag zu, die „Liebes-Insel“ als ruhige Zone beizubehalten und so mehr Platz für die Natur zu schaffen. Der alte Baumbestand auf dem Gustav-Regler-Platz soll ebenso bestehen bleiben, die Hinterhöfe durch vertikale Begrünung (also zusätzliche Baumpflanzungen) aufgewertet und das Thema „Essbare Stadt“ umgesetzt werden. Spanier schlug zudem vor, eine Seite des oberen Seffersbachs einzuzäunen und dort einen Bereich für Hunde zu gestalten, wo sie ohne Leine laufen können.



Als mögliche Nutzungsgruppen des Bereichs Am Seffersbach/ Gustav-Regler-Platz kommen nach Ansicht der Workshop-Teilnehmer Senioren, Familien mit Kindern, Beschäftigte in der Stadt, Reise- und Sportgruppen sowie Jugendliche und Hundehalter in Frage. Um möglichst viele dieser Nutzer anzusprechen, sollen Sitzbänke und ein Wasserspielplatz installiert werden. Darüber hinaus waren sich alle Beteiligten einig, dass die Wege blindengerecht und der Platz generationsoffen bleiben.

Für eine Stärkung der Wahrnehmung von Gustav Regler engagierte sich die für Kunst und Kultur zuständige Gruppe. Stellvertretend für diese sprach sich Christian Bies dafür aus, Zitate aus Werken von Regler auf den Platz zu bringen, um so die Literatur erlebbar zu machen und eine mögliche Ruhe- beziehungsweise Leseecke einzurichten. Im Zuge dessen soll auch der bestehende Gedenkstein von Paul Schneider für den Merziger Schriftsteller weiter als Erkennungszeichen genutzt und gegebenenfalls versetzt werden.

Um Kunst erlebbar zu machen, sollen die Glasskulpturen auf der benachbarten „Liebes-Insel“ verbleiben und zudem ein Ort für Wechselausstellungen von Künstlern geschaffen werden. Weiterhin wurde eine Kreidewand vorgeschlagen, um dort frei schreiben zu können. Wichtig sei es indes, den Platz nicht mit zu vielen Themen zu überladen, hieß es aus der Workshop-Gruppe.

Auf die Frage hin, ob die Kreisstadt für die Umgestaltung des Bereiches bereits Gelder eingeplant habe, versicherte Bürgermeister Marcus Hoffeld, dass diese im Merziger Haushalt vorgesehen seien. Darüber hinaus stellte er in Aussicht, dass weitere Fördergelder vom Innenministerium bereit gestellt werden können. Ohne konkrete Pläne könne jedoch noch nichts fest vereinbart werden. Ebenso wenig wisse man aktuell von bestimmten Auflagen des Landes, um die Fördergelder zu erhalten. Zeitgleich wurde die Forderung laut, nicht länger mit der Belebung des Gustav-Regler-Platzes zu warten und ihn als Veranstaltungsort zu nutzen. Hoffeld begrüßte diesen Vorschlag und schlug vor: „Wer dazu etwas machen will, ist dazu gerne eingeladen“.

Auch die Sorge der Bürger, dass der Platz verkauft werde, räumte Hoffeld beim Workshop aus: „Der Platz wird nicht verkauft“, stellte er ausdrücklich klar. Denn im Falle eines Verkaufs erhalte die Kreisstadt keine Förderzuschüsse. Er unterstrich erneut, dass der Platz frei von Wohnbebauungen und größeren Gebäuden bleibt – von einer gänzlich bebauungsfreien Zone kann zur Zeit aber noch nicht die Rede sein, wie Hoffeld einräumte. Denn einige Bürger haben im ersten Workshop die Idee geäußert, auf dem Platz einen Pavillon zu errichten, um sich dort auch bei Regen im Trockenen aufzuhalten. Sollte so ein Pavillon von der Mehrheit der Bürger gewünscht werden, müsse weiterhin von einer Bebauung gesprochen werden, wenngleich es nur eine Möglichkeit zum Unterstellen sei.

Der dritte Workshop zur Aufwertung des Gustav-Regler-Platzes findet am Freitag, 14. Dezember, um 18 Uhr im Neuen Rathaus statt.

Der Gustav-Regler-Platz in Merzig soll attraktiver gestaltet werden. Die Bürger können hierfür Ideen einbringen.
Der Gustav-Regler-Platz in Merzig soll attraktiver gestaltet werden. Die Bürger können hierfür Ideen einbringen. FOTO: Stadt Merzig / Thomas Klein