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Ratsfraktionen aus Merzig spenden Sitzungsgelder für Mia Wurzer

Merzig : Spende aus den Fraktionen für Mia Wurzer

Freie Wähler, FDP und Linkspartei im Stadtrat Merzig stiften Sitzungsgelder für die 31-Jährige.

Es ist eine gern gepflegte Tradition in der Merziger Kommunalpolitik: Die Mitglieder des Gremiums spenden seit Jahren das ihnen zustehende Sitzungsgeld aus der letzten Ratssitzung des Jahres für einen wohltätigen Zweck. Während die beiden Koalitionspartner von CDU und SPD nach der Abschlusssitzung des Jahres 2020 die Musikvereine aus dem Stadtgebiet mit einer Spende bedachten, setzten die Fraktionen von Linkspartei und dem Fraktionsbündnis aus Freien Wählern und FDP einen anderen Akzent: Sie spenden die Sitzungsgelder der letzten Stadtratssitzung an Mia Wurzer aus Schwemlingen. Dies teilte Linke-Ratsmitglied Hannah Spanier mit.

Das Schicksal der heute 31-jährigen Miriam „Mia“ Wurzer bewegt viele Menschen in Merzig und Umgebung (die SZ berichtete dieser Tage): 2014 bekam Mia – damals 25 und mitten im Studium – ihre erschütternde Diagnose: Multiple Sklerose (MS). Das ist eine Krankheit, bei der das Immunsystem verrückt spielt und die isolierende Schutzschicht der Nerven angreift und abbaut. Heute gibt es bereits sehr gute Medikamente, die bei den meisten MS-Patienten das Fortschreiten der Krankheit hemmen und ihnen so ein recht beschwerdefreies Leben ermöglichen. „Bei Mia sieht es anders aus: Bei ihr hat bisher keines der Medikamente die erwünschte Wirkung erzielen können“, erklärt Hannah Spanier. Heute, nach sechs Jahren Krankheit, sitzt Mia im Rollstuhl und kann nur noch wenige Schritte laufen. Ihre letzte Chance die Krankheit zu stoppen und vielleicht sogar wieder ein normales Leben zu führen, ist eine Stammzellentherapie mit ihren eigenen Stammzellen. Die Kosten für eine Behandlung im Ausland werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Hannah Spanier: „Deshalb hat Mia einen Spendenaufruf gestartet, den man auf www.gofundme.com unter dem Suchbegriff ‚Mia reicht’s’ unterstützen kann.“ Das wollen auch die Ratsfraktion der Linken, der sie angehört, sowie die Kollegen von Freien Wählern und FDP tun.