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Radio Merzig bekommt einen „Ableger“ mit dem Cloefradio

Merzig. Ein Musikradio mit wenig Moderation soll das neue Cloefradio werden, das Tom Becker, Chef von Radio Merzig, plant. Bei Radio Merzig soll alles beim Alten bleiben. Konkurrent Jan Lüghausen trug die Niederlage mit Fassung. Margit Stark

Wenige Stunden nach der Entscheidung des Medienrates am Donnerstagabend (die SZ berichtete) hat Tom Becker die Bestätigung schwarz auf weiß: Er bleibt mit Radio Merzig auf Sendung. Und die schriftliche Erlaubnis, bald das Cloefradio auszustrahlen, hat er außerdem. Am Freitagmorgen erhielt er nach seinen Worten die schriftliche Bestätigung von dem Gremium aus Saarbrücken: die Rundfunkzulassung und die Vergabelizenz für die UKW-Hörfunkfrequenzen Merzig 105,1 MHz und Mettlach 106,1 MHz. Die Vergabe für die Sendefrequenzen der Stationen war neu ausgeschrieben worden. Neben Becker hatte sich Jan Lüghausen, früher Moderator bei dem Sender, darum beworben.

Die Entscheidung, die am Donnerstagabend hinter verschlossenen Türen gefallen ist, bekam Becker nach seinen Worten telefonisch mitgeteilt. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen", kommentiert der geschäftsführende Gesellschafter der Radio Merzig 105.1 UG den mehrheitlichen Entschluss der 34 Mitglieder. "Die vergangenen Wochen waren schon belastend", gesteht Becker.

"Zehn Jahre können wir jetzt senden, bis uns die nächste Lizenzvergabe ins Haus steht." Diese wird nach seiner Ansicht dann nur eine reine Formsache. Mit dem Cloefradio, das in wenigen Wochen aufgeschaltet werden soll, plant er, einen neuen Weg zu gehen: "Ein Musikprogramm mit Evergreens und ganz wenig Moderation", wie er verrät. Bei Radio Merzig soll alles beim Alten bleiben - mit Musik, Nachrichten und viel Lokalem. Beide Radiostationen sollen von der Villa Steimer in der Kreisstadt aus auf Sendung gehen. Eine Verstärkung des Teams plant er außerdem: "Ein Volontär ist schon da, ein weiterer soll eingestellt werden."

Gratulation vom Mitbewerber



Mitbewerber Lüghausen nimmt nach seinen Worten die Niederlage sportlich: "Ich habe Tom Becker noch am Donnerstagabend gratuliert." Seine Motivation, sich für beide Frequenzen zu bewerben: "Radio Merzig wird seit einiger Zeit schwach wahrgenommen" - ein Umstand, der seiner Auffassung nach durch die geringe Zahl an Mitarbeitern hervorgerufen werde. Für Lüdhausen der größte Unterschied zwischen beiden Bewerbern: Tom Becker hat zwei Programme für Radio Merzig und das Cloefradio erarbeitet, er ein Programm. Radio Saarschleifenland, wie Lüghausen sein Projekt taufte, hätte ein Tourismus- und Erlebnisradio werden sollen - mit Nachrichten aus Deutschland und Welt und lokalen Schlagzeilen. Auch einen Veranstaltungskalender aus der Region und Erlebnis-tipps aus den Bereichen Wellness, Gastronomie, Kultur, Wandern, Erholung hatte er geplant.

Streit über Frequenzverteilung

"Wir warten den schriftlichen Ablehnungsbescheid ab", sagt Lüghausen, Chef von Central FM Media GmbH. Seine Firma habe eine Zulassung für Antenne Pulheim in seiner Heimatstadt Pulheim bei Köln und hoffe auf die UKW-Frequenzausschreibung im Frühjahr oder Sommer, verrät der Mann, der seit Januar 2014 Redaktionsleiter von City-Radio Trier 88.4, Radio Wittlich 94.7 und Eifelradio Bitburg 87.8 ist.

Da sich Becker und Lüghausen über die Frequenzverteilung nicht verständigen konnten, musste der Medienrat entscheiden, heißt es auf SZ-Anfrage von der Landesmedienanstalt Saarland - in geheimer Abstimmung. Beide Programme seien sich sehr ähnlich, so die Saarbrücker - aktuelle lokale Serviceinfos. Als ein entscheides Kriterium für die Entscheidung nennt die Landesmedienanstalt die Meinungsvielfalt.