Projekttag an der Kita Abenteuerland in Ballern

Merzig : Schwimmen lernen mit Seehund Nobbi

Immer weniger Kinder können schwimmen. Das will die DLRG ändern und geht gezielt Kitas an, um die Kinder „wasserfest“ zu machen.

Jemand klopft an die Tür. Alle Köpfe der Vorschulkinder in der Kita „Abenteuerland“ Fitten-Ballern schauen sofort interessiert hin. Interesse verwandelt sich in Begeisterung: Kindergartenleiterin Beate Gerber präsentiert den Kleinen den lebensgroßen „Seehund Nobbi“. Das ist in Merzig der Start einer von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bundesweit angebotenen Aktion „Wir machen wasserfest“. An diesem Projekttag informieren richtige DLRG-Rettungsschwimmer altersgemäß unter anderem über Gefahren beim Schwimmausflug, sie vermitteln richtiges Verhalten im sowie am Wasser und sie wecken die Motivation zum Schwimmenlernen.

Seit mehr als 50 Jahren leisten DLRG und Nivea im Rahmen frühkindlicher Lernprogramme wichtige Aufklärungsarbeit über die Gefahren im Wasser. Der Kindergartenleiterin in Fitten-Ballern muss allerdings niemand etwas über die Bedeutung des Schwimmenlernens erzählen: „Wir als ,anerkannter Bewegungskindergarten Saar‘ haben seit 2005 eine Kooperation mit der DLRG in Merzig, in der wir unseren Kindern im letzten Kindergartenjahr einmal wöchentlich in ,Das Bad‘ eine Wasserspielstunde anbieten.“ Der gute Kontakt zu Übungsleiterin Daniela Grau von der DLRG-Ortsgruppe Merzig existiert folglich bereits länger. Als deren Tochter jetzt aber ins letzte Kindergartenjahr „aufstieg“, da kam Seehund Nobbi ins Spiel.

Der blaue Kuschelriese mit der Rettungsschwimmerin „im Herzen“ steht bei seinem Auftritt natürlich gleich im Mittelpunkt der begeisterten Gruppe von Vorschulkindern. Sie bringen ihn mit ihrer liebevollen Zuwendung fast schon etwas in Bedrängung, so dass der mitspielende Rettungsschwimmer gleich um etwas mehr Zurückhaltung bitten muss. Aber wenn Nobbi dann die Runde dazu auffordert, dass alle den bunten Fallschirm in ihrer Mitte mit Schwung auf- und abwärts schwenken mögen, dann braucht das Tuch schon seine ganze Reißfestigkeit, um der Begeisterung Herr zu werden. Spielerisch erfahren die Kinder bei solchen Übungen ganz beiläufig, welche Fahnen der DLRG-Rettungswacht ihnen später einmal beim Urlaub am Strand Gefahrensituationen signalisieren, denen sie mit einem sofortigen Verlassen des Wassers ausweichen können.

Zwischendurch gibt’s natürlich auch mal ein kleines Frühstück – das spielerische Lernen darf schließlich nicht zu anstrengend werden! Und weil die Sonne es mit ihren durch die großen Fensterscheiben der Kita „Abenteuerland“ scheinenden Strahlen gut meint, erinnern die beiden DLRG-Rettungsschwimmer gleich noch daran, wie wichtig – natürlich insbesondere beim Urlaub am Strand – ein guter Sonnenschutz ist, und wo oder wie er auf der Haut verteilt werden muss. Als roter Faden „schwimmt“ an diesem tollen Projekttag mit Nobbi stets – pädagogisch gut versteckt – der unter Umständen lebensrettende Rat mit, unbedingt das Schwimmen zu erlernen.

Dass dabei neben Spaß und Lernen insbesondere auch die spielerische Bewegung nicht vernachlässigt wird, dafür sorgen Nobbi und die beiden speziell ausgebildeten Rettungsschwimmer, die in diesem Jahr insgesamt wieder rund 2000 Kindergärten im gesamten Bundesgebiet besuchen wollen. Damit fügt sich dieser Projekttag passgenau in den Alltag der Kita „Abenteuerland“. Beate Kerber: „Bei unserer wöchentlichen Wasserspielstunde lernen die Kinder, sich im Bad zurechtzufinden und über Spiele im Wasser das Schwimmen zu lernen. Nach 20 Wasserstunden können sie tauchen, gleiten und Schwimmbewegungen ausführen. Danach haben unsere Kleinen, die eigentlich als Vorschulkinder unsere Großen sind, die Gelegenheit, in der DLRG-Ortsgruppe Merzig das Schwimmen auch in verschiedenen Schwimmstilen sicher zu erlernen.“

Wie wichtig das ist, habe die SZ erst vor kurzem dokumentiert, als davon die Rede war, dass bundesweit immer weniger Kinder das sichere Schwimmen erlernen. Nicht zuletzt durch die Förderung des Landessportverbandes in Saarbrücken sei die Kita „Abenteuerland“ in Merzig in der glücklichen Lage, unter anderem mit der wöchentlichen Wasserspielstunde dafür zu sorgen, dass ihre Kindergartenkinder als sichere Schwimmer in die folgenden Schuljahre entlassen werden. Beate Gerber freut sich in diesem Zusammenhang über die vielen positiven Rückmeldungen von Eltern. Und Daniela Grau weist bei dieser Gelegenheit gleich noch darauf hin, dass es mit der Erlangung des „Seepferdchens“ allein im Gegensatz zur weitverbreiteten Meinung noch längst nicht getan ist. Die DLRG-Übungsleiterin: „Das Schwimmen muss weiterhin geübt werden, weil man das Schwimmen auch wieder verlernen kann!“

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