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Premiere für das Filmprojekt „Batata im Kopf“ der Merziger Villa Fuchs

Hilbringen : Mit einem Voodoo-Ritual startet die Odyssee

„Batata im Kopf“, das Filmprojekt des Kulturzentrums Villa Fuchs, feierte Premiere.

Markus führt ein Leben wie aus dem Bilderbuch. Er hat eine Familie, eine Freundin, keine Geldsorgen – und er hat keinen Krieg erlebt. So sieht es der syrische Flüchtling Yassin, der seit einem Jahr in Deutschland lebt. Und massiv von Markus gemobbt wird. Bis die beiden nach einem mysteriösen Voodoo-Ritual im Körper des jeweils anderen landen. Und feststellen müssen: Vorurteile sind keine Einbahnstraße.

Das Filmprojekt „Batata im Kopf“ im Auftrag des Kreiskulturzentrums Villa Fuchs hat kürzlich Premiere gefeiert. 50 Besucher, darunter der Merziger Bürgermeister Marcus Hoffeld, haben sich den 35-minütigen Film in der CEB-Akademie in Hilbringen angesehen. Es geht um Flüchtlinge, die ihre Kriegszeit in Syrien in dem Film verarbeitet haben, sagte Michael Rauch, Geschäftsführer der Villa Fuchs, bei der Begrüßung. Es geht um Migration, das Leben in Deutschland und um Vorurteile, mit denen sowohl Flüchtlinge als auch Deutsche umgehen müssen. „Herausgekommen ist ein Film, der mich von der ersten bis zur letzten Minute nachdenklich gemacht, begeistert und emotional berührt hat. Weil er in der Sprache der Jugendlichen Situationen beschreibt, die wir jeden Tag so erleben.“

Sechs Monate haben die syrischen und deutschen Jugendlichen mit den Filmemachern Markus Trennheuser und Viktor Steinbach an dem Film gearbeitet. „Batata im Kopf“ greift viele Klischees auf und regt zum Nachdenken an.

Besonders gelobt wurde bei der Premiere die professionelle Umsetzung mit vielen starken Szenen, in denen die Jugendlichen schauspielerisches Talent beweisen konnten, eingerahmt in Aufnahmen der Stadt Merzig. Die Szenen in Yassins Familie sind authentisch, gesprochen wird arabisch, für die Zuschauer werden deutsche Untertitel eingeblendet.

Bilal Almslam hat die Filmvorführung musikalisch untermalt. Anschließend haben die Akteure und Besucher noch einige Zeit beisammen gesessen und sich ausgetauscht.

Das Projekt ist eine Kooperation mit der Jean-François-Boch-Schule Merzig, gefördert von der Landesmedienanstalt Saarland.Weitere Aufführungen oder andere Formen der Veröffentlichung sind geplant.