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Präzisionsarbeit in luftiger Höhe

Präzisionsarbeit in luftiger Höhe

Windstille und ein gigantischer Kran mit einer Auslegerhöhe von rund 160 Metern waren nötig, um die Rotorblätter, zu einem Stück zusammengesetzt, an der zweiten Anlage im Windpark auf dem Gau zu montieren. Der Kraftakt verlief reibungslos.

Ein Windrad steht bereits im künftigen Windpark Silwingen/Büdingen nahe den "Steinen an der Grenze". Beim zweiten von drei geplanten Rädern wurde in einer Aufsehen erregenden Aktion das komplette Gondelgehäuse mit den drei Rotoren in einem Stück auf dem Turm montiert. Noch in dieser Woche sollen darüber hinaus die Montagearbeiten am dritten Windrad auf dem Gelände nahe der deutsch-französischen Grenze anlaufen.

Die Montage des mächtigen Propellers bei der Windkraftanlage Nummer zwei lockte zahlreiche Zuschauer auf den Gau. Und das hatte durchaus auch seinen Grund, denn der mächtige "Stern" war auf dem Boden zusammengesetzt worden und wurde dann von den Montagespezialisten per Kran im Ganzen nach oben gehievt.

Dazu war ein leistungsstarker Kran notwendig: Der Terex 3800, ein wahres Arbeitsmonster mit einer Auslegerhöhe von rund 160 Metern, machte diesen Kraftakt möglich. Der Autokran daneben wirkte da schon fast wie ein Spielzeug.

Als unmittelbar vor dem Pfingstwochenende die Montagearbeiten anliefen, herrschten optimale Arbeitsbedingungen: Nicht nur, dass - sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer - die Sonne vom Himmel lachte und die weißen Haufenwolken eine grandiose Kulisse zum Blau des Himmels und dem Grün der Wiesen und Felder sowie der Wälder im Umfeld der Baustelle boten, es herrschte auch fast Windstille.
Ideale Bedingungen

Diese idealen Arbeitsbedungen nutzte das Montageteam, um ihren "Stern" über den "Steinen an der Grenzen" aufsteigen zu lassen. Ganz langsam setzte sich der imposante Propeller in Bewegung, zunächst noch parallel zum Boden, um sich dann ganz langsam beim Hochziehen immer mehr zu neigen, bis er dann in gut 140 Meter Höhe komplett senkrecht zum Turm und zur Nabe "stand". Gerade einmal etwas mehr als eine halbe Stunde benötigen die Montagespezialisten bis dahin, und nur kurze Zeit später war der Rotor auch an der Nabe angesetzt und montiert.

Damit war der Tag aber noch lange nicht gelaufen: Unmittelbar danach begannen die Umbauarbeiten am mächtigen Terex-Kran, damit nur wenige Meter weiter der Aufbau des dritten Windrads erfolgen kann.

Aufmerksamer Beobachter war auch Projektleiter Lutz Wiesel. Er bescheinigte dem Montageteam der Firmen Steil und Hartmann sehr gute Arbeit. "Das sind alles gestandene und erfahrene Fachleute, die hervorragend kooperieren," lobte er ihren Einsatz.
Im Zeitplan

Lutz Wiesel obliegt auch die Kontrolle in luftiger Höhe. Dazu muss er nach fertiger Montage stets das Windrad von innen durch den Turm besteigen. Rund 600 Sprossen müssen dabei bewältigt werden. "Das ist schon anstrengend", gesteht der Projektleiter , der mit dem Stand der Arbeiten zufrieden ist. Beim Aufbau der Windräder liege man im wesentlichen im Zeitplan. Aus personellen Gründen musste jetzt die Montage der Elektrokabel um eine Woche verschoben werden, was sich jedoch nicht behindernd auf die Arbeiten auswirken wird. Auch mit den Zuschauern zeigte sich Lutz Wiesel zufrieden. "Alle haben sich ausgesprochen diszipliniert verhalten und den unbedingt notwendigen Sicherheitsabstand eingehalten," hob er hervor.

Zum Thema:

StichwortDie drei Windräder bei Silwingen/Büdingen weisen nach ihrer Fertigstellung eine Nabenhöhe von 140 Metern auf. Der Rotordurchmesser beträgt exakt 112,5 Meter. Die Gesamthöhe der Anlagen beträgt damit knapp 200 Meter. Die drei Windräder vom Typ Vensys 112 mit einer Leistung von jeweils drei Megawatt werden von der Windenergie Merzig GmbH betrieben, der die Stadtwerke Merzig, die Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) Hochwald, die VSE und Ökostrom Saar angehören. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 14 Millionen Euro. Die drei neuen Windräder sollen rund 18 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr erzeugen. rup