Positiver Blick in die Zukunft

Merzig. Wirtschaftskrise? Von diesem Wort lässt sich Günter Zentgraf nicht schrecken. In Zeiten, in denen andere Unternehmen nur von Stellenabbau und roten Zahlen sprechen, blickt der Geschäftsführer von MHA Zentgraf schon in die Zukunft: Er will schon bald neue Arbeitsplätze schaffen und zweistellige Umsatzsteigerungen erzielen

Merzig. Wirtschaftskrise? Von diesem Wort lässt sich Günter Zentgraf nicht schrecken. In Zeiten, in denen andere Unternehmen nur von Stellenabbau und roten Zahlen sprechen, blickt der Geschäftsführer von MHA Zentgraf schon in die Zukunft: Er will schon bald neue Arbeitsplätze schaffen und zweistellige Umsatzsteigerungen erzielen. So kann nur einer reden, der ein Merziger Familienunternehmen in den vergangenen 30 Jahren zum Global Player ausgebaut hat.Raus aus der Abhängigkeit Sein Vater gründete die Firma im Jahr 1945. Ursprünglich war MHA ein reiner Zulieferer-Betrieb. Doch nachdem Günter Zentgraf die Firma übernommen hatte, richtete er sie völlig neu aus. Er wollte herauskommen aus der Abhängigkeit eines Zuliefererbetriebs von kurzfristigen Entwicklungen. "Man muss ein eigenes Programm haben und selbst auf dem Markt tätig sein", lautet Zentgrafs Philosophie.So ist MHA Zentgraf seit 1978 auf die Konstruktion und Fertigung von Kugelhähnen spezialisiert. Die kommen dort zum Einsatz, wo Flüssigkeiten oder Gase unter hohem Druck an einen bestimmten Ort gelenkt werden sollen - beispielsweise in Gaspipelines oder Brandschutzsystemen.Der Erfolg gibt Zentgraf Recht: Im Jahr 1978 arbeiteten 30 Angestellte bei MHA, heute sind es 140. In den vergangenen fünf Jahren hat die Firma den Umsatz verdoppelt. Das Erfolgsgeheimnis: "Man muss etwas tun, das den Kunden begeistert", sagt Zentgraf. Seine Firma biete nicht nur ihr Know-how, also ihr Wissen, sondern auch umfangreiche Kundenbetreuung in alle Winkel der Erde. Das Auslandsgeschäft macht mittlerweile 80 Prozent des Umsatzes aus. "Man muss immer dorthin, wo ein Markt ist", sagt Zentgraf. Das ist übrigens durchaus wörtlich zu verstehen: Der Geschäftsführer hat persönlich alle 45 Länder bereist, in die sein Unternehmen exportiert. Die Nähe zum Kunden ist ihm wichtig.Darum achten die Verantwortlichen bei MHA auch darauf, dass die direkte Kommunikation mit Kunden aus aller Welt möglich ist. Sprachkenntnisse sind eine Schlüsselkompetenz bei der Einstellung neuer Mitarbeiter für den Vertrieb.Auch wenn sich in den vergangenen Jahren viel geändert hat, eines blieb doch konstant: der Standort Merzig. Dabei hat Zentgraf ein sehr pragmatisches Verhältnis zu seiner Heimatstadt: "Ich lebe gern in Merzig, weil meine Firma dort ist", sagt er. Für ihn ist die Stadt ein sehr guter Standort für seinen Betrieb: "Merzig hat ein großes Hinterland mit vielen jungen, fleißigen und intelligenten Leuten." Daraus rekrutiere die Firma ihre zahlreichen Auszubildenden - derzeit sind es knapp 25. In der gesamten Firmengeschichte haben etwa 450 junge Menschen bei MHA gelernt. Viele wurden übernommen.Doch bei allen Erfolgen, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren feiern konnte: Natürlich bleibt auch MHA Zentgraf von der Krise nicht verschont. Zwar wurde bislang niemand entlassen, doch viele Angestellte sind derzeit in Kurzarbeit. Der Umsatz ist seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise um 20 Prozent eingebrochen. Chef zieht sich zurück Doch im Unternehmen hat man den Blick schon fest auf die Zeit nach der Krise gerichtet: "Wir wollen jedes Jahr um zehn Prozent wachsen", sagt Technik-Chef Andreas Gühring. Der Ingenieur wird das Unternehmen in den kommenden Jahren Stück für Stück von Günter Zentgraf erwerben. Der 64-Jährige plant, sich innerhalb der nächsten drei Jahre zur Ruhe zu setzen. Es wird ihm bestimmt nicht leicht fallen, sich von seinem Lebenswerk zu trennen. www.ich-lebe-gerne-in.de