Polnische Begegnungen mit Hans Bollinger

Polnische Begegnungen mit Hans Bollinger

Der Autor ist am 12. März zu Gast im Museum Schloss Fellenberg. Dort stellt er sein neues Buch vor.

Sein Buch "Unterwegs in Polen" stellt Hans Bollinger am Sonntag, 12. März., 15 Uhr, im Museum Schloss Fellenberg vor. Der 67-jährige engagiert sich seit langem intensiv für einen partnerschaftlichen Austausch mit dem deutschen Nachbarland. Das Buch soll eine ganz persönliche Liebeserklärung an ein unterschätztes Land sein, das es zu entdecken gilt.

Bollinger, Schulleiter, Volkssänger, bereist seit mittlerweile 40 Jahren Polen. Seit 1976 mit einer Polin aus Schlesien verheiratet, kennt er Polen besser als seine deutsche Heimat, von Danzig bis Bialystock, von Stettin über Krakau nach Przemysl, von Posen bis Warschau. Alle Gegenden Polens, viele Naturschutzgebiete sind ihm bestens vertraut.

Bollinger lebt im Saarland an der französischen Grenze und leitet seit 20 Jahren den trinationalen Verein "Begegnungen auf der Grenze - Rencontres à la frontière - Spotkania na granicy", mit dem er intensiven Kulturaustausch mit Polen und Frankreich organisiert. Die letzten zehn Jahre war er Leiter des ebenfalls trinationalen Schullandheimes Spohns Haus, wo er zahlreiche deutsch-polnisch-ukrainische Begegnungsmaßnahmen für Schüler durchgeführt hat. Seit drei Jahren gibt es zudem im Saarland eine Deutsch-Polnische-Gesellschaft, bei der er 2. Vorsitzender ist.

All diese Aktivitäten haben ihm eine Reihe von Auszeichnungen eingebracht: Neben dem Bundesverdienstkreuz erhielt er vom polnischen Staatspräsidenten das Kavalierskreuz, vom polnischen Außenminister die Auszeichnung Bene merito, von der Seijmik-Präsidentin in Podkarpackie die Verdienstmedaille und vom polnischen und deutschen Staats- bzw. Bundespräsidenten in Verbindung mit dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk die Auszeichnung "Guter Nachbar". Im Oktober vergangenen Jahres erhielt er vom Stadtpräsidenten Krakaus die Auszeichnung honoris gratia.

Nun hat Bollinger auf Drängen vieler Freunde seine Erlebnisse auf den zahllosen Reisen in 40 Jahren durch Polen aufgeschrieben und sie in einem Buch mit dem Titel "Unterwegs in Polen" veröffentlicht. Der Untertitel lautet: Begegnungen mit Menschen, ihrer Geschichte und Heimat.

In dieser Zeit kam der Autor in die großen Städte des Landes, aber auch in die entlegensten Gebiete Polens, ob es die immer noch atemberaubende Natur Masurens oder die wilden Berge im Biesciady-Gebirge oder die Wildnis des Bialowieza-Parkes waren.

Und immer wieder traf er auch auf Menschen: Einfache Bauern, die noch nach Großvaters Art und Weise ihre Felder bestellen, urige Köhler, die in der Wildnis leben und Holzkohle produzieren, Förster und Wildhüter, die ihn zu kapitalen Hirschen, Wisenten, Adlern und Schwarzstörchen führten, Bergleute in Schlesien, die erleben mussten, wie ihre Kohle nach Russland abtransportiert wurde.

Aber er wurde auch konfrontiert mit der Geschichte des Landes und der eigenen Geschichte. In Tykoczin und Nowy Zmigrod musste er erfahren, wie die SS in kurzer Zeit Dörfer liquidierte und Tausende von Juden ermordete. Und er stieß in zahlreichen Friedhöfen auf die Spuren des 1. Weltkrieges und erlebte in der Familie die Konflikte unterschiedlich denkender Oberschlesier. All seine Begegnungen mit Menschen, der Geschichte und der Landschaft beschreibt der Autor liebevoll, witzig und manchmal auch spannend, immer in großer Achtung vor der Kultur und der Geschichte des Landes, heißt es im Pressetext.

Unter anderem erzählt er das Abenteuer seiner heimlichen Hochzeit in Schlesien und wie er auf Persönlichkeiten wie Andrzej Stasiuk und Wislawa Przybylska, Grzegorz Turnau traf.

Der Autor wird seine Lesung durch Lieder umrahmen.

Buchtitel. Foto: Geistkirch. Foto: Geistkirch

Der Eintritt beträgt fünf Euro.