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Suizid in Merziger Wohnung
Rätselhafter Tod eines Polizisten und seiner Frau

Nach einem mutmaßlichen Suizid eines Polizisten und seiner Frau in einem Merziger Stadteil ermitteln Spezialisten (Symbolbild).
Nach einem mutmaßlichen Suizid eines Polizisten und seiner Frau in einem Merziger Stadteil ermitteln Spezialisten (Symbolbild). FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Merzig. Das gibt Rätsel auf: Warum findet ein Verwandter das Paar leblos in dessen Wohnung? Von Matthias Zimmermann und Christian Beckinger
Matthias Zimmermann

Die Nachbarn in einem Merziger Stadtteil, Arbeitskollegen, Freunde können es nicht fassen: Es ist ihnen völlig schleierhaft, wie so etwas passieren konnte: Ein Ehepaar stirbt. In seiner Wohnung. Alles sieht danach aus, dass sich die Beiden das Leben genommen haben. Das nehmen die Ermittler bislang an. Alle Hinweise am Ort des tragischen Geschehens deuten darauf hin. Mit Waffen sollen sie ihrem Leben ein Ende gesetzt haben. Das indes will ein Behördensprecher nicht bestätigen. Denn noch stehen die Ergebnisse der Obduktion aus. Die Leichname sind zur Uni-Klinik nach Homburg gebracht worden. Im Laufe des Montags soll feststehen, was die Todesursache war.


Nachbarn rufen die Fahnder

Ein Polizist und seine Ehefrau sind die Opfer. Entdeckt von einem Verwandten am Sonntagvormittag (4. November), der ins Haus kam, sagt ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken. Nach SZ-Informationen sollen Nachbarn daraufhin die Ermittler gegen 10.15 Uhr über die zentrale Rettungsleitstelle in der Landeshauptstadt alarmiert haben.



Ein sehr beliebtes Paar

Er, 49 Jahre, war Beamter bei der Verkehrspolizei, einer Abteilung des Landespolizeipräsidiums. Vor Jahren schon war er dafür am Standort Merzig eingesetzt. Weder bei ihm noch bei seiner Partnerin (45) habe n der letzten Zeit etwas darauf hingedeutet, dass sich ein Familiendrama anbahnen könnte, heißt es aus dem Umfeld. Die beiden waren vor Jahren in den Ort gezogen, haben mehrere Kinder, auch schon erwachsene. Das Paar wird als freundlich und umgänglich beschrieben, soll sehr beliebt gewesen sein. Umso schwerer fällt den Menschen in der Kreisstadt zu glauben, dass die beiden so völlig unerwartet aus dem Leben gerissen wurden. Menschen, die sie gekannt haben, sind erschüttert und tief betroffen von den Ereignissen.

Spezialisten ermitteln

Die Ermittlungen stehen erst am Anfang. Spezialisten des Dezernats für Straftaten gegen das Leben sind an der Sache.

Menschen, die unter Depressionen leiden und Suizidgedanken haben, finden bei der Telefonseelsorge online oder telefonisch unter den kostenlosen Hotlines (08 00) 1 11 01 11 und (08 00) 1 11 02 22 rund um die Uhr Hilfe. Die Beratungsgespräche finden anonym und vertraulich statt.