„Poldi“ peilt gleich zwei Erfolge an

„Poldi“ peilt gleich zwei Erfolge an

Der FC Besseringen hat am Wochenende die Tabel- lenspitze der Bezirksliga übernommen. Torjäger Lukasz „Poldi“ Marcyniuk hat aber noch mehr vor.

In der Fußball-Bezirksliga tobt vor den restlichen neun Partien ein enger Kampf um die Meisterschaft und die Relegation. Aktuell thront der FC Besseringen mit 43 Zählern oben. Der Ligaprimus ist gleichauf mit der SG Britten-Hausbach und liegt gerade einmal fünf Punkte vor dem Sechsten SG Scheiden-Mitlosheim. An diesem Sonntag um 15 Uhr müssen die "Eulen" die Spitze gegen Viktoria Orscholz verteidigen. Die Gäste spielen eine starke Saison, sind mit 40 Punkten Tabellen-Vierter. Und das, obwohl Trainer Willy Bauer viele Ausfälle zu beklagen hat. Nun kommt es richtig dick, denn mit Stefan Fixemer und Marius Wagner fehlen im Topspiel beide Torhüter. "Beide arbeiten als Krankenpfleger und haben ihre Schicht nicht tauschen können. Ich weiß noch nicht, wie ich darauf reagiere", sagt der dreifache saarländische Schiedsrichter des Jahres, der aber inzwischen voll zum Trainer umgesattelt hat.

Das dürfte die Chancen auf weitere Tore von Lukasz Marcyniuk nur erhöhen. Der 33-jährige Pole traf schon 22 Mal für die Eulen. Er führt die Torjägerliste zusammen mit Ivan Panferov vom SV Merchingen und Daniil Vasiljev vom SV Lockweiler an. Vor sechs Jahren traf Marcyniuk mit Frau Karolina und dem jetzt sieben Jahre alten Sohn Radek im Saarland ein. Aber die Familie kam da nicht aus ihrer Heimat Stettin, sondern aus Irland, wo sie fünf Jahre lebte und Marcyniuk auch arbeitete. Heute ist er LKW-Fahrer für einen Getränkelieferanten. In Sachen Fußball scheint Marcyniuk sein Glück gefunden zu haben. "Ich war bei einigen Vereinen in der Gegend, in Besseringen finde ich die Atmosphäre am besten. Die Leute sind sehr nett", meint "Poldi", wie er von allen gerufen wird. Warum das so ist? "Den Spitznamen bekam ich in Schwemlingen. Ich denke, weil ich Lukasz heiße und auch Linksfuß bin", sagt er mit Blick auf Ex-Nationalspieler Lukas Podolski. Die positive Einstellung des Namensvetters hat er definitiv: "Unser Ziel ist der Titel. Ich bin jetzt drei Jahre in Besseringen - und wir wollen nächste Saison unbedingt Landesliga spielen. Zudem will ich endlich die Torjäger-Kanone", verrät der Englisch sprechende Pole. Im Jahr 2013 war er mit 29 Treffern für den FSV Hilbringen zweitbester Torjäger, zuletzt reichte es mit 26 und 24 Treffern jeweils zu Rang drei. "Mehr als 30 Tore" sind dieses Mal das Ziel, wobei er den Aufstieg vorziehen würde. "Der ist wichtiger", meint Marcyniuk. Den nächsten Schritt können die Eulen gegen Orscholz machen. Im Hinspiel erlitt der FCB mit 0:2 eine von vier Niederlagen. "Da haben wir schlecht gespielt. Klar, ich war auch nicht dabei", sagt "Poldi" augenzwinkernd. Er fehlte verletzt. Ein Schicksal, das beim Gegner wie schon erwähnt besonders viele Spieler ereilt hat. "Ich bin stolz, dass wir trotz unserer Lage dieses Topspiel vor der Brust haben", sagt Bauer, der seinen Vertrag bereits um zwei Jahre verlängert hat. Der Trainerjob mache ihm Spaß, verrät der Ex-Schiedsrichter. Und auch der bisher umtriebige Marcyniuk erklärt: "Ich will mit meiner Familie erst einmal hier bleiben." Für die Bezirksliga gilt das aber nicht.