| 20:19 Uhr

Filmpremiere
„Oscar“-Atmosphäre und ein roter Teppich

Eine Szene aus „Love is Love“, einem Schülerfilm, der an diesem Freitag Premiere feiert.
Eine Szene aus „Love is Love“, einem Schülerfilm, der an diesem Freitag Premiere feiert. FOTO: Schule
Merzig. Am Merziger Gymnasium am Stefansberg steht eine Filmpremiere an. Sechs Schülerinnen der Englisch-AG hatten einen Wettbewerbs-Film gedreht. Jetzt stellen sie ihr Werk vor. Von Tina Leistenschneider

Die Neugierde ist groß, die Vorfreude spürbar, und mit jedem Tag steigt die Spannung am Merziger Gymnasium am Stefansberg (GaS). Am morgigen Freitag, 16. März, 18.30 Uhr, in der Aula des Gymnasiums am Stefansberg feiern die sechs Schülerinnen der Englisch-AG mit ihrem neuen Wettbewerbsfilm Premiere. „Love is love“ lautet sein Titel, dessen Inhalt bislang nur die Schüler und Schulleiter Albert Ehl kennen.


Die Sechser-Riege hat schon jede Menge Erfolge verbucht: Im vergangenen Jahr gingen sie beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen mit ihrem Film „Magical Plate“ ins Rennen. Mit dem Streifen sicherten sich die Schülerinnen nicht nur den Sieg auf der Landesebene, sondern räumten auch beim bundesweiten Finale in Dresden ab. Sie erhielten den Preis der Schüler-Jury sowie den Preis für den besten mehrsprachigen Film.

„Im vergangenen Jahr war unser Thema eine internationale Koch-Show. Da hat es sich angeboten, in diesem Jahr wieder eine Show zu verfilmen“, verrät Talya Tongucer aus der 10b. Klassenkameradin Lena Lafitte ergänzt: „Bei ‚Magical Plate‘ haben wir verschiedene Nationen auf den Arm genommen. Im Zuge dessen sind wir beim Ideensammeln für unseren neuen Film schnell auf die unterschiedlichen Frauenbilder gekommen – von Emanze über Tussi bis hin zur Öko-Tante. Und so hat sich die Idee einer Dating-Show entwickelt.“

Da bei einer Dating-Show auch Jungs nicht fehlen dürfen, haben sich Talya Tongucer, Lena Lafitte, Amélie Daub und Alisha Berger Verstärkung geholt: Engincan Köken und Niko Becker, ebenfalls aus der Klasse 10b. „Die Mädels hatten in letzten Jahr beim Film-Dreh in der Englisch-AG immer richtig viel Spaß. Das hat uns motiviert, mitzumachen, obwohl wir bis dahin noch überhaupt keine schauspielerischen Erfahrungen gemacht hatten“, erzählt Engincan.

In der Show sprechen die Damen und Herren, sechs Sprachen: Es wird auf Englisch, Französisch, Spanisch, Lateinisch, Türkisch und Chinesisch geturtelt und geflirtet. Direkt aus dem Reich der Mitte kommt der chinesische Part. Schülerin Mulan-Sophia Zheng, Halbchinesin, besucht während eines Auslandsjahres eine Schule in China und hat von dort aus mitgearbeitet. „Obwohl Mulan in China ist, ist sie uns treu geblieben. Sie hat uns einen Clip auf Chinesisch geschickt, den wir in den Film eingebaut haben“, freut sich Talya. Natürlich hat die Film-Crew versucht, ihre Erfahrungen der vergangenen Jahre in den Film mit einzubringen. „Beim Bundessprachenfest in Dresden mussten wir unseren Film über die Koch-Show als Theaterstück aufführen. Dabei haben wir viel gelernt“, berichtet Talya.



Sie glaubt, dass sich die Gruppe seit ihrem Auftritt in Dresden noch weiter verbessert hat. Das will das Team nun unter Beweis stellen. Nach Monaten der Vorbereitung, in denen die Story entwickelt und das Drehbuch geschrieben wurde, blieben am Ende zwei Drehtage, bis alles im Kasten war. Dabei war Schulleiter Albert Ehl, der seit Jahren die Englisch-AG leitet und der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite steht, gefordert: „Weil die Schüler alle als Schauspieler im Einsatz waren, musste ich als Kameramann einspringen. Als ich an Silvester eine Mail bekam und mir eines der Mädchen mitgeteilt hat, dass am nächsten Tag, also an Neujahr, gleich morgens früh gedreht wird, da sonst kein Termin zu finden war, an dem alle konnten, gab’s natürlich auch für mich keine Schonung.“

Bis Mitte Februar hatten die Schüler Zeit, das Filmmaterial zu schneiden und den Film beim Wettbewerb einzureichen. Nach den Erfolgen sind die Erwartungen der Schüler sehr hoch: „Ich hoffe, dass wir wieder soweit kommen wie im vorigen Jahr“, sagt Amélie. Auch wenn wir es nicht schaffen, hat sich der Aufwand gelohnt, weil es wieder viel Spaß gemacht hat und wir richtig viel gelernt haben.“

Wie auch immer sich die Jury entscheidet, Amélie und ihre Mitschüler jedenfalls sind mit ihrem neuen Werk zufrieden: „Wir haben dieses Jahr noch mehr schauspielerische Elemente und viel Comedy eingebaut. Der Film ist lustig, allerdings mit einem durchaus ernsten Ende.“ Mehr verrät die Zehntklässlerin allerdings nicht. Denn die Filmemacher wollen die Zuschauer bis zur Premiere auf die Folter spannen. Die geht morgen über die Bühne.

Der Eintritt ist frei.