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Ohne Ehrenamt geht nichts im Saar-Fußball

Ohne Ehrenamt geht nichts im Saar-Fußball

Ob Platzwart, Mannschaftsbetreuer oder Mitarbeit im Vorstand – undenkbar wäre der Amateurfußball ohne die Ehrenamtlichen im Hintergrund. In einer Feierstunde wurden zahlreiche Helfer geehrt.

Das Vereinsehrenamt genießt beim Deutschen Fußballbund (DFB) und dem Saarländischen Fußballverband (SFV) einen hohen Stellenwert, nicht zuletzt deshalb, weil es in der heutigen Zeit immer schwieriger geworden ist, geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Vereinsarbeit zu gewinnen. Um das Vereinsehrenamt zu fördern und Ehrenamtler für die Vereinsarbeit zu gewinnen, hat der DFB vor 18 Jahren den Ehrenamtspreis ins Leben gerufen. Mit diesem Preis werden äußerst engagierte "Vereinsmeier" ausgezeichnet, sofern sie denn von ihrem Verein im Rahmen der Aktion "Danke ans Ehrenamt" für eine Auszeichnung vorgeschlagen werden.
Grüner Kreis stark vertreten

Im Rahmen eines festlichen Ehrungsabends werden diese Ehrenamtler besonders ausgezeichnet. Im Hofgut Menschenhaus in Neunkirchen fand der diesjährige Ehrungsabend statt. Aus dem Kreis Merzig-Wadern hatten 13 Vereine, landesweit über 50 Meldungen, ihre Vereinsmitarbeiter aufgrund ihrer rührigen und freiwilligen Mitarbeit vorgeschlagen. Vertreten war die gesamte Palette der vielfältigen Vereinsarbeiten von Platzwart, Mannschaftsbetreuer und Organisationsleiter über Jugend- und Pressearbeit bis zum bedeutungsvollen Vorstandsamt. "Der Amateurfußball hat eine ganz enorme wirtschaftliche Bedeutung und Kraft, ist etliche Millionen Euro wert. Sie alle leisten einen wertvollen Beitrag hierzu", stellte der Vizepräsident Adrian Zöhler den Ehrenamtlern ein gutes Zeugnis aus und würdigte ihre Vereinsarbeit.

Ehrengast des Abends war der frühere Fußball-Nationalspieler Wolfgang Seel, der von 1966 bis 1986 beim FC Saarbrücken, FC Kaiserslautern, Fortuna Düsseldorf und zum Ende seiner Karriere nochmals beim FCS dem runden Leder nachrannte. Zudem war der heute 67-Jährige sechs Mal in die Nationalelf (1974 bis 1977) berufen worden. Mit ihm und Torhüter Bernd Franke standen im Spiel gegen die Schweiz zwei Saarländer in der Nationalelf.

"Das könnte heute durchaus mal wieder sein, denn mit Kevin Trapp, Jonas Hector, Patrick Herrmann und Philipp Wollscheid hat der Saarfußball gute Kandidaten", sagte Seel weiter. Weitere Höhepunkte seiner Karriere waren Pokalsiege mit Düsseldorf und Europapokalspiele gegen den FC Barcelona .
Vom Aktiven zum Trainer

"Zu meiner aktiven Zeit war es noch eine Ehre, in einem Verein ein Ehrenamt ausüben zu dürfen", betonte er. Nach seiner Karriere hatte er sich noch als Stützpunkttrainer beim SFV engagiert. SFV-Präsident Franz Josef Schumann zollte den Ehrenamtlern ebenfalls Dank, Anerkennung und Respekt. Die Vereinsmitarbeiter seien die Säulen bei der schönsten Nebensache der Welt. Den Sportkameraden Seel nannte er einen würdigen Vertreter des Saarfußballs. Er sprach die Hoffnung aus, dass es möglichst lange noch genügend Mitarbeiter vor Ort gibt, um den Fußballsport weiterhin erfolgreich organisieren zu können.

"Das Ehrenamt ist für unsere Gesellschaft im Hinblick auf Gesundheitsförderung, Integration, Inklusion und Sozialverhalten äußerst wertvoll und wird von der Landesregierung im Rahmen der Möglichkeiten gefördert und unterstützt", betonte Dr. Marc Oliver Dillinger als Vertreter von Sport-Minister Klaus Bouillon . "Ein toller Abend", so die einhellige Meinung der ausgezeichneten Ehrenamtler des Kreises.

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AUF EINEN BLICKHöhepunkt der Gala war die Auszeichnung der Vereinsmitarbeiter durch SFV-Präsident Schumann, Vize-Präsident Zöhler sowie Ehrengast Seel. Es wurden ausgezeichnet: Walter Ahrends (SV Weiskirchen), Christian Beckinger (SSV Oppen), Udo Dewald (SV Morscholz), Roland Dickmann (SV Thailen), Rolf Friedrich (SV Losheim), Joachim Jakobs (TuS Scheiden), Uwe Lehnertz (SV Mettlach), Johann Maas (SV Schwemlingen-Ballern), Dieter Malucha (SG Honzrath/Haustadt), Paul Meiß (SV Rissenthal), Frank Nickels (FC Wadrill), Wolfgang Schmitt (FC Reimsbach), Marlies Spath (FC Beckingen). Erstmals wurde mit Alexander Blum (SSV Oppen) ein so genannter junger Fußballheld gekürt. Der 29-Jährige engagiert sich seit seinem 17. Lebensjahr im Jugendbereich seines Vereins, dem er seit Kindertagen die Treue hält. Viele Jugendliche konnte er zu den Aktiven heranführen, bringt zudem gute Ideen für erfolgreiche Jugendarbeit ein. eb