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Ökumenischer Gottesdienst an der Montclair

Reformationsjubiläum : Ökumenischer Gottesdienst an der Montclair

500 Jahre Reformation – das feiern auch die evangelischen Kirchengemeinden im Landkreis Merzig-Wadern. Wichtig ist den Veranstaltern, dass das Reformationsjubiläum kein Abgrenzungsfest ist. Das machte Superintendent Christian Weyer bei seinem Besuch in der SZ-Redaktion in Merzig deutlich.

Besonders aufregend seien Martin Luthers Thesen, die er vor 500 Jahren an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug, nicht mehr. Die müssten für die heutige Zeit überarbeitet werden. Das sagte Superintendent Christian Weyer bei einem Besuch in der SZ-Redaktion in Merzig . Mit dabei: der Merziger Pfarrer Klaus Künhaupt und Helmut Paulus, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit der evangelischen Kirchenkreise Saar kümmert.

Aber Luthers Botschaft, dass - egal was ein Mensch besitzt und egal was er ist - er ein von Gott geliebtes Geschöpf ist, das sei für ihn hochaktuell, erklärte der 57-jährige Weyer: "Viele Menschen ackern sich heute kaputt, nur für materielle Dinge, dabei hat doch der Mensch an sich auch einen Wert." Diese Botschaft finde er befreiend und das müsse gefeiert werden.

500 Jahre Reformation - das feiern auch die evangelischen Kirchengemeinden im Landkreis Merzig-Wadern. Wichtig ist den Veranstaltern: Das Reformationsjubiläum ist kein Abgrenzungsfest. "Unser Höhepunkt im Grünen Kreis ist ein ökumenischer Gottesdienst am Pfingstmontag an der Burg Montclair", informierte Pfarrer Künhaupt. Da die Burg nicht mit dem Auto zu erreichen ist, gebe es die Überlegung, ältere Menschen und "Fußkranke" mit Pferdekutschen zur Burg zu bringen. Auf dem Gustav-Regler-Platz wird am 25. Juni 2017 gemeinsam mit der katholischen Pfarrei St. Josef ein ökumenisches Gemeindefest gefeiert. Außerdem ist vom 1. bis zum 9. Juli eine Fahrt nach Österreich geplant - unter dem Motto: "Auf den Spuren der Bibelschmuggler". In der evangelischen Kirche Orscholz ist vom 22. Mai bis zum 3. Juni 2017 die Ausstellung "Reformation an Saar und Blies" zu sehen, im Februar gibt's in Wadern ein Frauenfrühstück zu dem Thema Ehepaar Luther, die Kirchengemeinde Wadern-Losheim plant eine Fahrt nach Mitteldeutschland.

"Die Feier ist eine große Chance für uns mit einem kirchlichen Anliegen ins Gespräch zu kommen", sagte Superintendent Weyer beim SZ-Gespräch. Anlässlich des Jubiläums hat die evangelische Kirche eine Aktion gestartet, die Menschen dazu einlädt, Thesen für die heutige Zeit zu formulieren. "Wir wollen rausfinden, wo unsere Mitmenschen Veränderungsbedarf sehen, wo wir noch einmal ranmüssen", so Weyer, der 27 Gemeinden mit rund 81 000 Protestanten betreut.

So solle Betriebsblindheit vorgebeugt werden. Die Kirche dürfe den Kontakt zu den Bürgern nicht verlieren, jeder solle wissen, wo seine Kirche, wer sein Pfarrer ist. Wichtig sei dem Superintendenten, der im November für weitere acht Jahre wiedergewählt wurde, auch, dass die Schwachen geschützt würden. Er will ihnen eine Stimme geben, ihnen helfen.

Wenn Weyer persönlich eine These formulieren müsste, dann würde die wie folgt lauten: "Mehr zu den Menschen und weniger Zeit und Energie in Verwaltung stecken."

reformation2017

-saar.de