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Leserbrief
Nur ein taktisches Manöver?

An den Umbauplänen für den Gustav-Regler-Platz in Merzig scheiden sich derzeit die Geister.
An den Umbauplänen für den Gustav-Regler-Platz in Merzig scheiden sich derzeit die Geister. FOTO: Ruppenthal
Nordumfahrung

Nordumfahrung? Mich und andere Bürger der Stadt Merzig amüsiert es immer wieder, wenn kurz vor den Wahlen alte Sachen aufgewärmt werden, nach dem Motto: „Und täglich grüßt das Murmeltier“. So geschehen am 8. August in der SZ-Rundschau für Merzig Wadern. Da will die Verkehrsministerin Anke Rehlinger, eine andere Lösung für die Nordumfahrung prüfen lassen. Mit Vertretern von den betroffenen Kommunen und des Landkreises, unter Federführung des Verkehrsministeriums, soll eine alternative Trassenführung, zwischen „Auf der Haardt“ und Ortseingang Mettlach, als Zubringer für den Hochwald in ihrer verkehrlichen Wirksamkeit neu bewertet werden. Natürlich werden alle Beteiligten mit Rang und Namen genannt.


Die Bürger sollen ja sehen, wie sich die Politik engagiert. Da müsste ab jetzt schon jedem aufgefallen sein, dass man mit dieser Werbetrommel, für „die gute saarländische Politik“ so viele Bürger wie möglich erreichen will. Quell- und Zielverkehr sollen detailliert analysiert werden und auf den aktuellen Stand gebracht werden. Man will herausfinden, ob ein längerer Fahrweg trotzdem als Alternative angenommen wird.

Die verkehrsgeplagten Bürger der Stadt Merzig, so glaubt man, greifen nach jedem Strohhalm und werden dann den genannten Parteien die Stimme geben. Wie sagt man: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Schönste an diesem Bericht war: Mit einem Ergebnis ist nach Auswertung im Herbst 2019 zu rechnen. Das schlägt dem Fass den Boden aus.



Die Wahlen im Saarland sind dann vorbei und man kann mit Tränen in den Augen wieder berichten, dass die Auswertung ergeben hat, die Querspange kann nicht gebaut werden. Die Verkehrsprobleme in Merzig sollten nicht als „taktisches Manöver“ im Wahlkampf genutzt werden, das haben die Merziger Bürger nicht verdient. Man sollte sich dem ganzen Verkehrsproblem annehmen und nicht nur halbe Sachen machen.

Michael Herber, Merzig