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Nur die Angst setzt den Menschen Grenzen

Nur die Angst setzt den Menschen Grenzen

Merziger Lebenshilfe informierte im Pumpenhaus über das Thema „Behinderung und Sexualität“.

(asg) "Es gibt keine Grenzen, weder für Gedanken noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt." Das war das Motto der Informationsveranstaltung "Behinderung und Sexualität" der Lebenshilfe Merzig. Das Eingangszitat stammt von dem schwedischen Drehbuchautor und Regisseur Ingmar Bergmann. Rosi Gruhn, die Vorsitzende der Lebenshilfe Merzig-Wadern, hatte die Zeilen als Leitbild für den Vortrag im Pumpenhaus am Naturbad Heilborn in Merzig ausgewählt. 30 Menschen mit Behinderung, Angehörige und Vertreter von Fachverbänden nahmen an der Aufklärungsveranstaltung teil. Janine Butz von der Lebenshilfe in St. Wendel referierte über Behinderung und Sexualität. Butz ist in der gemeinnützigen Gesellschaft pädagogische Mitarbeiterin und in der sexualpädagogischen Beratung von Menschen mit Behinderung geschult. Sie sagt: "Jeder Mensch definiert für sich seine Sexualität ganz individuell. Es gibt nicht ‚die Sexualität', genauso wenig wie es ‚den behinderten Menschen' gibt." Ausgehend von der UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2009 und der Definition von Sexualität der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) hob die Referentin hervor, dass die sexuellen Rechte aller Menschen unabhängig von einer Behinderung geachtet, geschützt und erfüllt werden müssten. Des weiteren stehen aus ihrer Sicht große Ängste, Vorurteile, Überforderung und manchmal auch Sprachlosigkeit sowohl bei den Betroffenen selbst, bei Angehörigen, aber auch bei Fachkräften im Raum. Nach dem Vortrag beteiligten sich die Anwesenden rege an einem Austausch mit ganz persönlichen Anliegen und Einschätzungen.

Rosi Gruhn kündigte an, dass die Lebenshilfe diese Reihe im Herbst fortsetzen wird. Dabei wird es um Ferienangebote für Menschen mit Behinderung gehen.