Interview Bürgermeister Marcus Hoffeld: Noch können Partner angesiedelt werden

Interview Bürgermeister Marcus Hoffeld : Noch können Partner angesiedelt werden

Vom neuen Gesundheitscampus Merzig sollen die Bürger und auch die Mitarbeiter des SHG-Klinikums profitieren.

Wie kamen Sie auf die Idee für einen Gesundheitscampus?

Marcus Hoffeld: Die Idee war die, dass Gesundheit das Wichtigste für jeden Menschen ist. Und wir schauen müssen, dass die Gesundheitsversorgung hier in der Stadt auch sehr positiv ist. Ich wusste damals, dass es Gerüchte um Schwierigkeiten gibt beim SHG-Klinikum, und da war der Gedanke: Wie schaffen wir es, dieses SHG-Klinikum zu stärken? Und das geht nicht, indem man von außen darauf guckt und denkt, die werden das schon selber wieder richten.

Was genau war Ihr Ziel?

Hoffeld: Ziel war, dass wir versuchen zu unterstützen. Und wir wussten, dass hier starke Partner direkt in der Umgebung der SHG sind. Dann wollten wir versuchen, diese miteinander zu koppeln, damit hier ein besseres Miteinander entsteht. Zeitgleich haben wir dann mal geguckt, welche Angebote fehlen hier denn noch. Und die nach und nach umzusetzen und niederzulassen. Wenn man jetzt zum Beispiel sieht, dass das DRK sich hier niederlässt, dass der Zweckverband hier dabei ist und ein Ärztehaus entstehen wird mit vielen anderen Fachärzten, einer Apotheke und einem großen Sanitätshaus, muss man sagen: Das ist schon gelungen. Und wir wollen weiterhin daran arbeiten, dass das hier noch stärker ausgeprägt wird. Mit den Zielen, dass wir hier in Merzig noch ein Hospiz hinbekommen, das wollen wir machen. Und es gibt eine Anfrage einer Krankenkasse, die sich hier ebenfalls niederlassen will, und so versuchen wir weiter, die Fachrichtungen hier weiter nach vorne zu bringen.

Wie wollen Sie das bewerkstelligen?

Hoffeld: Indem wir schauen, welche Räume frei sind, wo Grundstücke sind, die frei sind und die bebaut werden können. Dann gehen wir immer aktiv auf die Suche nach jemandem hier in Merzig, der das Ganze ansiedeln möchte.

Wie viele Partner können sich noch melden?

Hoffeld: Eine Begrenzung haben wir derzeit nicht. Irgendwann wird es keine Räumlichkeiten mehr geben, aber bis dahin haben wir noch ein bisschen. Dazu muss man sagen, viel Platz ist nicht mehr, das ist richtig. Und dann müssen wir gucken, dass wir jetzt wirklich gezielt auch nach speziellen Fachrichtungen suchen.

Welche Fachbereiche fehlen noch?

Hoffeld: Das werden wir separat abstempeln. Also viel ist schon da. Was hier noch wichtig ist, für die SHG und die Fachärzte hier drumherum, wollen wir gemeinsam mit ihnen besprechen. Aber wir sind auf einem guten Weg, viele wollen sich hier schon ansiedeln.

Wer will sich ansiedeln?

Hoffeld: Ein Logopäde kommt noch, Ergotherapie wird hier jetzt zum Beispiel entstehen, es wird sich ein Physiotherapeut niederlassen. Einiges ist da jetzt schon deutlich in Bewegung, auch Dank des Neubaus von B&R.

Wann soll der Gesundheitscampus fertiggestellt werden?

Hoffeld: Die sind da schon am Bauen und wir gehen davon aus, dass der erste Bauabschnitt im nächsten Jahr fertig ist. Es wird drei Bauabschnitte geben und entsprechend wird das Ganze nach und nach vollendet. Das Ärztehaus machen wir zuerst. Und dann wird es nachher einen Bürokomplex geben und eine Wohnbebauung.

Was wurde in den letzten zwei Jahren bereits getan?

Hoffeld: In den letzten Jahren ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) neu hingekommen mit einem Neubau, dann ist der Rettungszweckverband neu hierhin gekommen, die große Tagespflege ist hier neu entstanden von Armin Streit, der Pflegestützpunkt Streit ist auch hier hierhin gekommen, also hat sich einiges hier schon neu niedergelassen.

Welche Gebäude wurden saniert oder neu erbaut?

Hoffeld: Die Streit-Gebäude, die sind saniert worden, die hat er gekauft. Und die anderen, Zweckverband und DRK, sind neu gebaut worden.

Wer finanziert den Gesundheitscampus?

Hoffeld: Das Ganze finanzieren diejenigen, die diese Praxen bauen, also eigenverantwortlich.

Wie stehen Sie selbst zu diesem Projekt?

Hoffeld: Sehr positiv, sonst würde ich es nicht angehen.

Haben Sie für das Ärztehaus bereits genügend Interessenten?

Hoffeld: Ja. Da sind schon mehr Interessenten da, als Fläche zur Verfügung steht, das muss man wirklich sagen. Also von daher sieht man auch, dass Nachfrage im Medizinbereich besteht.

Wer profitiert am meisten von dem Gesundheitscampus?

Hoffeld: Am meisten werden davon sicherlich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt profitieren – weil hier Gesundheit großgeschrieben wird, wir das SHG-Klinikum stärken. Das SHG-Klinikum wird davon auch profitieren und auch die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier in diesem Krankenhaqus  und in der Umgebung angesiedelt sind. Aber es geht in erster Linie darum, dass wir eine Top-Gesundheitsversorgung haben mit kurzen Wegen, mit allen möglichen Angeboten und dass ich weiß: Da wird mir geholfen.

Können Sie sich einen Fahrdienst zum Gesundheitscampus vorstellen?

Auch um die gesunde Ernährung geht es auf dem Gesundheitscampus. Foto: Ruppenthal

Hoffeld: Das kann man vielleicht noch besprechen, damit das möglich ist. Da wird aber definitiv geholfen, das DRK wird das mit Sicherheit unterstützen.

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