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Kelterei-Standort Merzig: Niehoffs Vaihinger setzt auf Merziger Standort

Kelterei-Standort Merzig : Niehoffs Vaihinger setzt auf Merziger Standort

Der Fruchtsafthersteller investiert in die saarländische Kelterei. Auch das Viezfest organisiert er für drei weitere Jahre mit.

Die Niehoffs Vaihinger Fruchtsaft GmbH hat den Vertrag mit der Kreisstadt zum Merziger Viezfest um drei Jahre verlängert. „Es ist uns ein Herzenswunsch, die gute Tradition mit und in der Region fortzusetzen“, sagte Gerd Gründahl, Geschäftsführer des Unternehmens, bei einem Besuch  im Kelterei-Standort Merzig. Seit 1970 wird das Viezfest in Merzig immer am ersten Samstag im Oktober gefeiert und lockt mittlerweile Jahr für Jahr rund 30 000 Besucher an. „Das ist ein klares Bekenntnis zu dem Traditionsfest und für uns in Merzig sehr positiv“, kommentierte Bürgermeister Marcus Hoffeld die Weiterführung der Partnerschaft.

Der Fruchtsafthersteller setzt nach eigenem Bekunden auch mit Investitionen auf die Zukunft des saarländischen Standortes: 400 000 Euro kostete der Neubau einer Umhausung des Tanklagers. Auf einer Fläche von zirka 1000 Quadratmetern schützt nun eine 13 Meter hohe Stahlkonstruktion 62 Tanks vor der Witterung. Damit werde das Unternehmen den hohen Qualitätsansprüchen gerecht, so Gründahl. Die Umhausung sorgt für eine gleichbleibende Temperatur der insgesamt 3,5 Millionen Liter fassenden sterilen Tanks. Damit in deren Inneren der Fruchtsaft nicht zu gären beginnt, müssen sie keimfrei sein, erklärte Betriebsleiter Michael Hake. Mit je 60 000 Liter Fassungsvermögen handele es sich aber um vergleichsweise kleine Steril-Tanks. „Mittlerweile gibt es keimfreie Tanks, die bis zu einer Million Liter fassen“, ergänzte Hake.

Je nach Ernte verarbeitet die Merziger Kelterei zwischen 10 000 und 20 000 Tonnen Obst aus dem Umland pro Jahr. Im Herbst herrsche Hochkonjunktur, sagte Hake. Dann bringen die Menschen aus der Region ihre Äpfel vorbei. „Das kann ein Korb oder sogar ein Lkw voll sein. 400 bis 500 Anlieferungen am Tag.“ Das Obst wird anschließend gewaschen und verlesen, bevor die Apfelmühle es zu Maische verarbeitet. Vier Pressen drücken den Saft heraus, der zentrifugiert und danach in den Tanks eingelagert wird. Pro 10 000 Tonnen Äpfeln fallen bei der Saftgewinnung auch rund 2000 Tonnen Trester, also Pressrückstände, an. Diese werden getrocknet und weiterverkauft, da sie als wertvoller Rohstoff für das so genannte Apfelpektin dienen, sagte Hake. Pektin ist ein natürliches Verdickungsmittel, dass in vielen Lebensmitteln verwendet werde, ergänzte Paul Gamezardashvili, Fruchtsaft-Techniker.

Bei der Saftproduktion werde außerdem strikt zwischen Bio- und konventioneller Ware getrennt. Das sei zwar aufwendig, aber der Bedarf an Bio-Produkten wachse stetig. „Es gibt eine relativ große Nachfrage an Bio-Apfelsaft. Auch im Ausland. Vergangenes Jahr haben wir zum Beispiel welchen nach Amerika verkauft“, sagte Hake. Niehoffs Vaihinger plane, die Bio-Produkte auch als Rohwarengeschäft weiter auszubauen, sagte Gründahl. Die Waren würden dann an Kunden und sogar Wettbewerber weiterverkauft, deutete er an.

„Es ist spannend zu sehen, wie die Rohmaterialien verarbeitet werden. Die Kompetenzen der Menschen, die hier arbeiten, schaffen die Basis für Innovationen“, sagte Christian Weber, Generalbevollmächtigter der Karlsberg Brauerei KG Weber. Niehoffs Vaihinger Fruchtsaft GmbH ist Teil der Unternehmensgruppe Karlsberg, einem Verbund aus eigenständigen Unternehmen. „Wir müssen uns fragen, was die Menschen in Zukunft trinken wollen – und wie sich unsere Innovationen mit den Themen Gesundheit und Lifestyle verbinden lassen“, erklärte Weber weiter. Gründahl und der Karlsberg-Chef sehen den Standort Merzig dafür gut gerüstet.