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Der Traum von Amerika
New York City – die Stadt, die niemals schläft

Schnappschuss in New York: Maiken Klinke (rechts) mit ihren amerikanischen Begleiterinnen.
Schnappschuss in New York: Maiken Klinke (rechts) mit ihren amerikanischen Begleiterinnen. FOTO: Maiken Klinke
Merzig/New York. Schülerin Maiken Klinke aus Merzig erfüllt sich ihren Traum von Amerika und verbringt die Zeit bis Sommer 2018 in Maine. Für die SZ berichtet sie regelmäßig über ihren Alltag in den Staaten. Von Maiken Klinke

Im Februar ging es auf einen wunderschönen und aufregenden Roadtrip, in die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, die Stadt, die niemals schläft. Es ging nach New York City. In diesem Artikel möchte ich Ihnen erzählen, was ich in dieser Großstadt erlebt habe.


Start war am Freitag, 16. Februar. Nach der Schule – zu Beginn der Winterferien – packten meine Gastschwester, Gastmutter und ich unsere Sachen zusammen. Mit dem Auto fuhren wir von Portland gen Süden bis nach Hartford, Connecticut. Ein wunderschöner Sonnenuntergang begleitete uns anfangs, und wie so oft, wenn wir irgendwo hinfahren, fällt mir ein, wie dankbar ich doch bin. Ich hatte so eine super Chance und auch großes Glück. Ich bin immer noch dankbar für all die Unterstützung, die ich von allen Seiten erhalte. Diese hat es mir ermöglicht, meinen Traum zu verwirklichen und für ein Jahr in den USA zu leben. Was für ein großes Abenteuer! Ich bin so glücklich über all das, was ich in den Vereinigten Staaten erleben darf. Ich habe eine tolle Familie und gute Freunde in Deutschland und eine nette Gastfamilie. Ich genieße es immer wieder, neue Menschen aus anderen Regionen oder Kulturen kennenzulernen und auch die Möglichkeit zu haben, zu reisen.

In Hartford angekommen, holten wir meine ältere Gastschwester ab und übernachteten zunächst eine Nacht im Hotel, bevor es am nächsten Morgen nach dem Frühstück zum Bahnhof ging, um  unseren Zug nach New York zu besteigen. Von einer Vorstadt von New York aus sahen wir die überwältigende Skyline. Im Bahnhof in New York angekommen, mussten wir uns erst einmal in diesem Menschengetümmel zurechtfinden. Um zu unserem Hotel zu gelangen, nahmen wir ein typisches „yellow cab” (gelbes Taxi). Im Hotel haben wir unser Gepäck abgestellt, dann ging es direkt los, um die große Stadt zu erkunden. Unseren ersten Stopp legten wir in Chinatown ein. Dort leben meist chinesische Einwanderer.



Wir hatten uns von diesem Halt mehr erwartet, hatten gehofft, mehr von der chinesischen Kultur zu sehen. Doch gab es nur ein paar Souvenirshops. Also spazierten wir zurück in Richtung Times Square. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir in der Ferne das Empire State Building sowie das One World Trade Center. Wir erkundeten ein paar interessante Ecken New Yorks, neue Geschäfte und landeten auch im italienischen Viertel. Am Times Square angekommen, schauten wir uns zunächst im M&M und Hershey’s Chocolate World um, die viel Nascherei zu bieten haben. Danach genossen wir erstmal die Aussicht auf den Times Square von der „Roten Treppe” aus. Auch im Hard Rock Café machten wir Station, in dem ich mir auch ein Souvenir gegönnt habe. Auf der Suche nach einem Restaurant, haben wir zu Fuß weitere Ecken von New York erkunden können. Besonders schön wurde es, als es zu schneien begann. Im „Blossom”, einem veganen Restaurant, angekommen, genossen wir das leckere Mahl und die Atmosphäre.

Am zweiten Tag brachen wir wieder in Richtung Times Square auf. Unser Hotel befand sich ganz in der Nähe. Von dort nahmen wir einen „Hop-on-Hop-off“-Bus und fuhren zum Empire State Building, New York Citys öffentlicher Bibliothek (New York Puplic Library) sowie dem Flatiron Building, dem Bügeleisengebäude. Es ist ein Hochhaus an der Fifth Avenue und der 23rd Street. Das Hochhaus mit seiner Keilform zählt zu den Wahrzeichen der riesigen Metropole.

Aber etwas Shopping musste auch sein. Also stiegen wir in SoHo aus und unternahmen eine kleine Shoppingtour. In den Touristenbussen werden bei der Fahrt Fakten über die Stadt und über Sehenswürdigkeiten erzählt, an denen man vorbeifährt. So haben wir von einem neuen Restaurant namens „Black Tap” erfahren. Bevor man dort hineinkommt, muss man allerdings mit einer Wartezeit von ein bis drei Stunden in einer Schlange vor der Bar rechnen. Wir warteten rund 45 Minuten, um eingelassen zu werden. Diese Wartezeit und 15 Dollar für einen Milchshake haben sich definitiv gelohnt! Dieses Restaurant bietet leckere Burger, aber auch große Milchshakes an. Meines hatte sogar ein großes Stück Kuchen obendrauf! Und es war super lecker.“

Mit einem vollen Bauch begaben wir uns zum One World Trade Center. Dort befindet sich das „9/11 Memorial” mit zwei großen Gräben und einem Wasserfall. Rund umlaufend um die Becken sind Bronzetafeln angebracht, auf denen die Namen aller fast 3000 Opfer eingraviert wurden. Wenn man dort steht und sich überlegt, was am 11. September 2001 geschehen war, dass zwei riesige Gebäude durch einen Terroranschlag zerstört wurden, raubt einem das den Atem. Die vielen unschuldigen Opfer stimmen einen zutiefst traurig. Es ist ein sehr bedrückendes Gefühl, genau an dem Platz zu stehen, wo alles geschah.

Wir besuchten dort auch das Museum, um mehr zu dem schrecklichen Ereignis zu erfahren. Es war sehr bedrückend, und jeder war in seine Gedanken vertieft. Im Dunkeln gingen wir zurück nach Chinatown. Auf dem Weg konnten wir New York im Lichtermeer genießen, wurden aber auch von ein paar Ratten auf dem Weg erschreckt, die in Müllsäcken nach Essbarem suchen und in den Kanälen verschwinden.

Am nächsten Morgen gab es typisch amerikanische Bagel ( ein rundes Gebäck aus Hefeteig mit einem Loch in der Mitte). Gestärkt gingen wir mit Bekannten der Familie zum Rockefeller Center. Auf dem Weg besichtigten wir die St. Patrick’s Kathedrale. Anschließend ging es hoch hinaus auf den „Top of the Rock”. Die Aussichtsplattform befindet sich im 70. Stock des GE Buildings, erstreckt sich über drei Stockwerke und wurde 2005 eröffnet. Auf einer Höhe von 259 Metern ist ein herrlicher Blick auf die gesamte Stadt zu genießen. Wir hatten eine fantastische Aussicht, auch wenn es etwas bewölkt war. Mit dem „Big Bus” fuhren wir weiter zum Central Park und am Trump Tower vorbei. Am Nachmittag zurück zum Times Square. Wir stellten uns für Tickets für eine Broadway-Show an. Unter den Treppen am Times Square befinden sich Schalter von „tkts”, bei dem Tickets bis zu 50 Prozent preisgünstiger verkauft werden. Nach dem Kauf der Tickets für das Musical „Chicago”, genossen wir leckeres mexikanisches Essen bei „Dos Caminos” direkt am Times Square.

Wieder gesättigt, gingen wir zurück zum Hotel und machten uns fertig für unseren Broadway-Abend. Es war überwältigend, auch mal eine Show in New York City gesehen zu haben, zumal „Chicago” ein Klassiker ist. Den letzten Abend haben wir mit Gesellschaftsspielen ausklingen lassen. Denn am nächsten Morgen ging es mit dem Zug zurück Richtung Hartford, Connecticut. Als wir dort meine Gastschwester verabschiedet haben, fuhren wir mit dem Auto, wieder begleitet von einem tollen Sonnenuntergang, zurück nach Maine.

Es war wunderschön, ein zweites Mal innerhalb eines halben Jahres in New York gewesen zu sein. Ich hatte ja ein paar Orientierungstage ganz zu Beginn meines Auslandsaufenthalts in New York verbracht. Einiges hat mich an meine ersten Tage in Amerika erinnert. Ich habe mich recht gut zurechtgefunden und konnte sogar meine Gastfamilie ein wenig durch New York führen. Dennoch kann man immer wieder in diese Großstadt zurückkommen, und man erlebt jedes Mal etwas Neues. Es wird nie langweilig. New York ist so eine interessante Stadt.

Ich hatte eine tolle Zeit und bin dankbar, dass meine Gastfamilie mich auf diese Reise mitgenommen hat.

Diese bunte Leckerei sieht so toll aus, dass sie auch ein Erinnerungsfoto wert ist.
Diese bunte Leckerei sieht so toll aus, dass sie auch ein Erinnerungsfoto wert ist. FOTO: Maiken Klinke
In den Schluchten der Wolkenkratzer von New York.
In den Schluchten der Wolkenkratzer von New York. FOTO: Maiken Klinke
Ein Blick auf das Empire State Building, die 103-stöckige Touristenattraktion. Foto: Maiken Klinke
Ein Blick auf das Empire State Building, die 103-stöckige Touristenattraktion. Foto: Maiken Klinke FOTO: Maiken Klinke
Die Welststadt zu Füßen. Foto: Maiken Klinke
Die Welststadt zu Füßen. Foto: Maiken Klinke FOTO: Maiken Klinke
Maiken Klinke aus Merzig wird die nächsten zehn Monate im US-Bundesstaat Maine verbringen und dort die High School besuchen.
Maiken Klinke aus Merzig wird die nächsten zehn Monate im US-Bundesstaat Maine verbringen und dort die High School besuchen. FOTO: Maiken Klinke
Haushohe Grafittis an den Häuser-
fassaden in New York.
Haushohe Grafittis an den Häuser- fassaden in New York. FOTO: Maiken Klinke
Hier kann das New Yorker Leben in allen Facetten beobachtet werden: der Times Square.
Hier kann das New Yorker Leben in allen Facetten beobachtet werden: der Times Square. FOTO: Maiken Klinke