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Neues Buch blickt in die Geschichte der Bietzerberg-Ortschaften

Menningen : „Die Bietzerberger“ erläutert Ortsgeschichte in zwei Bänden

Der Genealoge Horst-Dieter Göttert (Beckingen) hat nach Jahre langen intensiven Forschungen sein neues Geschichtswerk vorgelegt. „Die Bietzerberger“ beinhaltet in zwei Teilbänden auf 2048 Seiten die Ortsgeschichte und die Namen der  Einwohner von Bietzen, Harlingen und Menningen mit Geyermühle und Saarmühle von 1519 bis 1907. Die beiden Bände beinhalten  470 Abbildungen, davon 43 mehrfarbig.

Der bis zu seiner Pensionierung als Diplombetriebswirt bei der Dillinger Stahlbau GmbH beschäftigte Autor hatte bereits 1991 die Firmenchronik des 1945 gegründeten Weltunternehmens DSD vorgelegt.

Eine Zeittafel von 956 bis 1935 stellt die wichtigsten Fakten und Ereignisse auf dem Bietzerberg vor. Unter einem alten Foto des lothringischen Schlosses Bourgesch ist beispielsweise vermerkt, dass 1687 ein Herr de Haen die Grundherrschaft Bietzerberg erwarb. Zugehörigkeiten zu Kurtrier, zu Lothringen, zu Preußen bis hin zum Saarland wechseln immer wieder und werden zu einem interessanten geschichtlichen Kaleidoskop. Nicht zu vergessen die besonderen Beziehungen zu dem links der Saar gelegenen Fremersdorf mit den Familien de Galhau und von Boch. Interessant sind auch die sogenannten Weistümer mit den Abgabevorschriften. An der Banngrenze von Bietzen zu Menningen lag die „Geyermühle“. Für die grundherrschaftlichen Untertanen von Bietzen, Harlingen und Menningen bestand hier eine Mahlpflicht. Um 1520 wurde die „Saarmühle“ gegenüber der Fremersdorfer Fähre, teilweise als Lehen des lothringischen Amtes Siersberg, erwähnt.

Goettert befasste sich auch mit den Bietzerberger Auswanderern, die es teils in das Banat, in die Vereinigten Staaten von Amerika, nach Kanada, Russisch-Polen, Frankreich und Südamerika verschlug. Verzeichnet sind auch Geistliche, Ordensleute, Missionare, und Lehrer. Besonders sehenswert ist der Bietzerberg in der Kartografie. Aus dem Jahr 1830 gibt es einen Häuserplan der drei Orte.

Einen außerordentlich großen Raum nehmen die Nachweise der Familien, beginnend mit dem Ackerer, Müller und Grubenbesitzer Peter Abel, 1830 auf dem Linslerhof geboren, ein. Zu den einzelnen Familien gibt es gegenüber anderen saarländischen Familienbüchern sehr ausführliche Anmerkungen, dies teils ergänzt mit Fotos. Unter wird Johann Michael Zisch, der am 31. Dezember 1690 in Trier geborene Vikar von Merzig, Bietzen und Britten aufgeführt.

Das Ortsregister ist eine wertvolle Hilfe bei dem Studium der Goettertschen Sammlung. Hinzu kommt das Register der Berufe und Funktionen. Rein zufällig folgt dem Abbé (Geistlichen) der Abdecker, der früher für die Beseitigung der Tierkadaver auf dem „Schindacker“ zuständig war. Es endet mit dem Beruf Zugschaffner. Erleichtert wird das Studium des aufwändigen Geschichtswerkes unter anderem durch das Glossar historischer Begriffe und der Benutzeranwendung.

Das doppelbändige Buch ist für 79,50 Euro bei Horst-Dieter Göttert, 66701 Beckingen, Waldstraße 84, Tel. (0 68 35) 36 91, erhältlich. Im Raum Merzig-Dillingen erfolgt eine kostenfreie Zustellung. Weitere Bezugsquelle: Filiale Bietzen der Kreissparkasse Merzig-Wadern, Buchhandlung Bock & Seip in Merzig. Weitere Informationen unter E-Mail info@hdgoettert.de