Arbeiterwohlfahrt : Neues Awo-Heim rückt näher

Auf dem Areal Klosterkuppe in Merzig soll ein Seniorenzentrum entstehen. Nun hat der Stadtrat der Auslegung des Bebauungsplanes zugestimmt.

Der Stadtrat von Merzig treibt die planungsrechtliche Verwirklichung des geplanten Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) auf dem Areal Klosterkuppe in Merzig voran. Der Rat stimmte bei seiner jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung für die öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das Projekt, womit der Öffentlichkeit sowie den Trägern öffentlicher Belange die Möglichkeit gegeben wird, Stellungnahmen dazu abzugeben. Dies ist ein wichtiger Schritt im Planungsprozess. Die Awo plant im Bereich Klosterkuppe den Neubau eines Seniorenzentrums mit 109 Plätzen. Es soll als Ersatz für das in die Jahre gekommene Heinrich-Albertz-Haus dienen. Das Investitionsvolumen ist mit rund 13,9 Millionen Euro veranschlagt. Zugleich soll auf genossenschaftlicher Grundlage ein inklusives Wohnprojekt für 30 behinderte und nicht behinderte Menschen entstehen (siehe Infokasten).

"Es handelt sich um ein tolles Projekt, das auch dem Geist von Fellenbergs entspricht", erklärt Bürgermeister Marcus Hoffeld in der Sitzung des Rates. Darüber hinaus stelle dieses Vorhaben "eine sehr gute städtebauliche und vor allem soziale Lösung" dar, die sich harmonisch in die Umgebung einfüge und weiterhin älteren Menschen die Möglichkeit gebe, nahe der Innenstadt zu leben. Das neue Seniorenhaus soll nach Darstellung der Stadt gemäß dem Anspruch des Trägers nach modernsten architektonischen, energetischen und pflegerischen Gesichtspunkten gebaut werden. Für die Eröffnung hat sich die Awo nach Auskunft aus dem Rathaus den Sommer 2019 zum Ziel gesetzt.

Mit 109 Plätzen orientiert sich der Umfang an der bisherigen Größenordnung des Heinrich-Albertz-Hauses, auch die Zahl der Arbeitsplätze soll unverändert bleiben.

"Vorgesehen sind im Seniorenzentrum elf Einheiten in drei Wohnebenen, die von weitgehender Selbstständigkeit bis hin zu intensiverer Pflege und Betreuung den Anforderungen der Bewohner gerecht werden sollen", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Stadt und Träger.

Dem allem komme die offene und lichtdurchflutete Bauweise des Gebäudes mit Innenhof entgegen. "Wohnen und Pflege in guter Nachbarschaft, das ist für die Awo von besonderer Bedeutung", erklärt Landesvorsitzender Marcel Dubois. Nach dem Konzept des Trägers soll vieles an dem neuen Haus öffentlich zugänglich sein. Der beim Bau entstehende Park soll ebenso von der Allgemeinheit genutzt werden können wie die Cafeteria.

"Das Haus öffnet sich in das Wohnquartier mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten, und wir wollen Begegnung mit Konzerten und sonstigen Veranstaltungen fördern", betont Dubois. Mit dem benachbarten Seniorenzentrum Von Fellenberg-Stift der Saarland Heilstätten Gmbh (SHG) will die Awo nach eigenem Bekunden "eng und gut zusammenarbeiten". Es ist geplant, für die Beschäftigten einen Teil der Parkplätze am Fellenberg-Stift anzumieten.

Die Pläne werden nun einen Monat lang öffentlich ausgelegt und können im Rathaus eingesehen werden. Innerhalb dieser Frist können Einwendungen gegen das Vorhaben geltend gemacht werden. Parallel dazu wird die Verwaltung Behörden und Träger öffentlicher Belange bezüglich einer Stellungnahme anschreiben.

Die Erschließung des Areals Klosterkuppe ist nicht unumstritten. Insbesondere Anlieger aus den angrenzenden Straßen (Schillerstraße, Uhlandstraße, Am Ritzerbach und andere) haben sich vehement gegen die Bebauung des Geländes gewehrt. Ursprünglich war dort durch den (privaten) Eigentümer des Areals eine Wohnbebauung vorgesehen. Allerdings ist das Grundstück zwischenzeitlich von der Arbeiterwohlfahrt angekauft worden, um dort das Seniorenzentrum zu realisieren. Die Gegner der Erschließung, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, fürchten eine weitere Zunahme der Verkehrsbelastung in der ohnehin stark frequentierten Schillerstraße. Dass die Zufahrt zu dem Gelände auch über die Schillerstraße erfolgen soll, ist ihnen ebenfalls ein Dorn im Auge.

Zum Thema:

Wohnprojekt auf Genossenschaftsbasis Zugleich mit der Errichtung des neuen Seniorenzentrums sollen auf dem Gelände der Klosterkuppe im Rahmen eines innovativen Wohnprojekts auf Genossenschaftsbasis zukünftig behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen leben. Sie sollen sich damit gegenseitig helfen und unterstützen und voneinander profitieren. So können beispielsweise erwachsene Behinderte gemeinsam mit ihren Eltern dort leben. Geplant sind fünf Einzimmerapartments und zehn kleine Wohneinheiten sowie eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für fünf Menschen mit Behinderung. Dieses Gebäude wird in L-Form ausgeführt und schafft damit nach Überzeugung der Planer "großzügige Weitläufigkeit, Abstände zur Wohnbebauung in der Schillerstraße und eine größere zusammenhängende Parkfläche". Die Awo geht von einer geringen Verkehrsbelastung in diesem Bereich aus. Aus diesem Grunde werden auch nur 29 Parkplätze für Bewohner und Besucher angelegt, darunter sind lediglich drei Plätze für Mitarbeiter, die Nachtdienst leisten, vorgesehen. Die Zufahrt zu dem Areal soll nach den Worten von Bürgermeister Marcus Hoffeld "nach Möglichkeit" über die Torstraße erfolgen. "Es ist allerdings noch offen, wie es mit der Bahntrasse weitergeht." Eventuell müsse dann noch eine Schranke errichtet werden.