Ratssitzung: Neuer Stadtpark nimmt weiter Formen an

Ratssitzung : Neuer Stadtpark nimmt weiter Formen an

Der Merziger Stadtrat stimmte der Rahmenplanung zu. Jetzt kann das Innenministerium eine Förderung prüfen.

Der Stadtrat von Merzig hat Anfang November das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) „Saarpark“ und zudem die aktualisierte Rahmenplanung zur Neugestaltung des Stadtparks bei nur einer Gegenstimme gebilligt. Beide Planungskonzepte können nun zur Prüfung beim Innenministerium als Fördergeber eingereicht werden. Bürgermeister Marcus Hoffeld erläuterte: „Nach dessen Zustimmung erfolgt die Ausschreibung der einzelnen Gewerke. Noch in diesem Jahr soll mit den ersten Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtparks begonnen werden.“ Wie der Erste Beigeordnete Dieter Ernst ergänzt, „ist die Fertigstellung des Stadtparks einschließlich des Pavillon-Entréegebäudes nach aktuellem Stand im Frühjahr 2019 vorgesehen. Die einzelnen Bauphasen werden dabei mit den bereits terminierten Veranstaltungen im Stadtpark so abgestimmt, dass die Beeinträchtigungen für die Bürger auf ein Mindestmaß reduziert werden“.

Bereits in der Stadtratssitzung am 8. Juni wurden die ersten Entwürfe zur Rahmenplanung für den Sport- und Freizeitpark und zur Neugestaltung des Stadtparks vorgestellt.  In einem weiteren Schritt erfolgte die Optimierung des ersten Entwurfs der Rahmenplanung hinsichtlich der Gestaltung und Kostensituation, wobei seitens der Stadt angestrebt war, das planerische Konzept beizubehalten. Darüber hinaus hatte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Büro Kernplan und den drei an der Planung beteiligten Büros (Landschaftsarchitekten Ernst + Partner, Lichtplanung Tobias Link und Architekten Bochem/Schmidt) den jeweiligen aktuellen Stand der Planungen zur Umgestaltung des Stadtparks im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 31. August vor Ort vor.

„Erfreulicherweise nutzten viele Bürger diese Möglichkeit, um eigene Anregungen und Ideen zu unterbreiten“, sagte Bürgermeister Hoffeld. Die dabei vorgetragenen Verbesserungs- und Ergänzungsvorschläge habe die Stadt in die Planung einfließen lassen.

 Eine der wichtigsten Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung: Die geplante Asphaltierung der so genannten Diagonale, also des breiten Weges, der den Stadtpark duchschneidet,  wird zu Gunsten einer wasserdurchlässigen Wegdecke aufgegeben. Der Weg wird also nicht versiegelt – eine Frage, die im Sommer durchaus für Diskussionen in der Stadt gesorgt hatte Eine andere Anregung war beispielsweise, im Bereich des geplanten Apfelhains eine Blühwiese anzulegen und daneben die zurzeit an der Lothringer Straße (Hilbringer Brücke) aufgestellte Schau-Kelteranlage zu platzieren. Darüber hinaus hätten sich die Bürger für Erläuterungstafeln zu den einzelnen Baumarten und die Überprüfung der Baumarten entlang der Promenade ausgesprochen.  Auch die Integration heimischer, blühender Sträucher in die Planung, wie Holunder oder Sanddorn, wurde angeregt. Im Zusammenhang mit den Bäumen im geplanten Apfelhain und bei einzelnen so genannten Riesen  wurde das Thema „Baumpatenschaften“ diskutiert. Auch der Erhalt zweier ursprünglich zur Entfernung vorgesehener Bäume, die Schaffung zusätzlicher Fahrradabstellmöglichkeiten im Bereich des Durchgangs beim Citybahnhaltepunkt sowie die Verlagerung des Bouleplatzes waren Themen, die diskutiert wurden und nach Auskunft der Stadt „im weiteren Verfahren hinsichtlich ihrer Machbarkeit eingearbeitet werden“.

Bereits im Vorfeld der Bürgerinformationsveranstaltung hatte die Stadtverwaltung nach eigenem Bekunden Gespräche mit Interessengruppierungen, darunter der Senioren- und der Behindertenbeirat, die Boule-Freunde und die Nabu-Ortsgruppe, geführt. „Die dabei gegebenen Anregungen waren zum Teil deckungsgleich mit den Wünschen der Bürger in der öffentlichen Informationsveranstaltung“, hieß es aus dem Rathaus. Darüber hinaus seien Vorschläge hinsichtlich der Barrierefreiheit der Wege unterbreitet sowie der Wunsch geäußert worden, den Vandalismus „durch mehr soziale Kontrolle“ einzudämmen und die Familienfreundlichkeit weiter zu stärken. „Diesen Wünschen wollen wir vor allem mithilfe des Lichtkonzepts Rechnung tragen“, erklärt Bürgermeister Hoffeld.

„Insgesamt ergibt sich nach der Optimierung der Rahmenplanung eine Kostenschätzung von etwa 1,5 Millionen Euro für den Bereich des Stadtparks einschließlich des Pavillon-Entreegebäudes“, sagt Baudezernent Dieter Ernst. Die Maßnahme wird zu zwei Dritteln vom Inneninisterium im Rahmen der Städtebauförderung unterstützt.

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