Neue Skulpturen in der Fellenbergmühle

Neue Skulpturen in der Fellenbergmühle

Um Angst, Trauer und Entfaltung kreisen die Motive der Skulpturen, die sich die Freunde der plastischen Kunst demnächst in der Fellenbergmühle in Merzig ansehen können. Sie stammen von Sigrid Caspar, die sich der Raku-Technik widmet.

Mit einer neuen Ausstellung stellt der Förderverein Fellenbergmühle eine Künstlerin vor, deren Keramiken durch die traditionelle Raku-Technik und Experimentieren entstanden sind. Die Skulpturen von Sigrid Caspar sind bis zum 16. August in der Merziger Fellenbergmühle zu sehen. Die Ausstellung wird am Sonntag, 24. Mai, um 15 Uhr eröffnet.

In den Arbeiten kommen Motive zum Vorschein, die sich auf Entfaltung, Trauer und Angst konzentrieren. Immer wieder ist die menschliche Gestalt mit allen Stärken und Schwächen Ausgangspunkt. Ihre humorvolle Seite spielt Caspar vorwiegend in der Tierplastik aus. Neugierige Pinguine, verschmitzte Katzen oder skeptische Hasen spiegeln in Pose und Mimik wohlbekannte Emotionen. Diese hintergründige Ausstattung der Tierwelt mit "allzu menschlichen" Eigenschaften offenbart sie als ausgezeichnete Porträtistin.

Von sich selbst sagt Caspar, dass ihre größte Motivation das Medium Ton sei, da es zum Verformen inspiriert. Organische und anorganische Materialien würden durch Erosion und Tod und dem Einfluss der Zeit transformiert. So entsteht Ton, der alle Informationen in sich trägt. "Mit Hilfe von Feuer, Wasser und Luft versuche ich längst vergangenes wieder zu beleben und sichtbar zu machen. Das Ergebnis sind Objekte mit eigener Seele", so die Künstlerin.

Spannend sind für Caspar aber ebenso die scheinbar banalen Dinge des Alltags, die ihr einen Anreiz zur Gestaltung einer Arbeit geben. Das kann ein alter Nagel sein oder ein ungewöhnlich geformtes Stück Holz. Insgesamt bietet das Repertoire Caspars Überraschungen, Humoriges, aber ebenso Objekte, die dazu anregen, sich in das Thema zu vertiefen oder nachdenklich zu werden. Heiterkeit liegt bei Caspar nahe am Ernst.

Sigrid Caspar lebt in Saarbrücken. Sie beschäftigt sich seit 1996 mit Keramik . Mit Weiterbildungen in Porzellanbearbeitung, Porzellanmalerei und einem Studium an der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen eignete sie sich das Wissen und die Fertigkeit an, mit diesem natürlichen Werkstoff kreativ zu arbeiten. 2004 eröffnete sie ihr eigenes Atelier im Innovationspark St. Ingbert. Sie ist als freie Künstlerin tätig und gibt Seminare zur keramischen Gestaltung. Caspar kombiniert gerne andere Naturmaterialien wie Holz und Metall mit Keramik . Die keramische Masse, mit der sie arbeitet, lässt sich die Künstlerin nach eigenem Rezept speziell aufarbeiten.

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