Nathalie Zimmer, Ex-Viezkönigin von Merzig, bei Misswahl in Ecuador

Nathalie Zimmer bei Schönheitswettbewerb : Eine Ensdorferin wird fast zur Bananen-Königin

Nach mehreren Erfolgen bei Misswahlen in Deutschland und Luxemburg hat es Nathalie Zimmer nun nach Ecuador geführt.

Das hätte sich Nathalie Zimmer (26) im September 2018 nie und nimmer träumen lassen, dass sie im Jahr nach ihrer Wahl zur Merziger Viezkönigin die Schärpen von Schönheitswettbewerben sammeln würde wie andere Briefmarken oder Puppen. Als wir sie jetzt nach ihrer Rückkehr aus Ecuador in Saarlouis trafen, musste sie ihre Arme schon ganz schön recken, um dem Fotografen alle Miss-Schärpen präsentieren zu können, die ihr als Schönste unter den Schönen bereits umgehängt worden sind. So wurde sie neben Miss MGO Saarland und Miss Crémant de Luxembourg auch Zweite bei der Wahl der Miss Germany (MGO). Und als solche folgte sie nur zu gerne der Einladung der Miss-Germany-Organisation nach Ecuador, wo sie für Deutschland bei der internationalen Wahl der „Miss Reina Mundial del Banano“ gegen 14 Konkurrentinnen antrat – und Rang vier eroberte.

Dass die attraktive 26-Jährige aus Ensdorf bei aller Begeisterung über diese Erfolge nicht ihr bodenständiges Berufsziel – sie macht eine duale Ausbildung als Kauffrau im E-Commerce – aus den Augen verlor, belohnten nicht zuletzt ihre Vorgesetzten und Ausbilder bei Villeroy & Boch in Mettlach. „Nur wenige Tage ließ mir die MGO Zeit für die Entscheidung, ob ich deren Einladung zur Misswahl nach Ecuador annehmen wolle“, erzählt Nathalie Zimmer und erinnert sich besonders gerne: „Meine Ausbilder waren sofort Feuer und Flamme – schon gaben sie mir dafür zwei Wochen frei. Vielen Dank nochmals dafür.“

Zwei Tage später flog die Ensdorferin mit Herzklopfen über den Atlantik in Richtung Ecuador – „so weit weg vom Saarland war ich noch nie zuvor!“ Müde auf dem südamerikanischen Flughafen angekommen, schnellte ihr Pulsschlag gleich wieder bei der Feststellung hoch, dass ihr Koffer verloren gegangen war. Da saß sie nun wenige Stunden nach Mitternacht fern der Heimat allein mit ihrem Handgepäck und wusste (zum Glück) nichts von der wenige Tage später erfolgten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wegen akuter Terrorgefahr in Ecuador. So abenteuerlich hatte sie sich diese Reise nicht vorgestellt.

Aber zum Glück war die junge Frau ja nicht allein. Im Flughafen wartete Jorge Palau vom Veranstalter der Misswahl auf sie: „Und der kümmerte sich rührend um mich und meinen verlorenen Koffer, der zwei Tage später ins Hotel gebracht wurde.“ Bei ihrer Hotelankunft glaubte Nathalie Zimmer, ihren Augen nicht trauen zu dürfen, als sie von allen 14 Konkurrentinnen aus aller Herren Länder noch um 2 Uhr in der Frühe mit kleinen Geschenken herzlich begrüßt wurde. „Angesichts dieses tollen Freundschaftsbeweises war ich mir spontan sicher, alles richtig gemacht zu haben.“ Bei der bevorstehenden Wahl der „Miss Reina Mundial del Banano“ habe sie nie Neid oder Missgunst erfahren müssen.

Vor der eigentlichen Misswahl hatten die Veranstalter für ihre Kandidatinnen noch ein attraktives Besuchsprogramm vorbereitet. „Jeden Tag wurden wir professionell geschminkt und es wurde alles getan, um unseren auch touristischen Aufenthalt für uns so interessant wie möglich zu gestalten.“ Angesichts der Terrorgefahr in Ecuador ist die Ensdorferin in der Rückschau auch ausgesprochen dankbar, dass alle Kandidatinnen von Sercurity-Leuten stets ebenso unauffällig wie effektiv begleitet wurden. „Am spannendsten waren für mich aber das Kennenlernen von fremdartigen Speisen, Bräuchen und nicht zuletzt der Gastfreundschaft der Einheimischen.“

Schließlich rückten die Vorbereitungen für die Misswahl immer mehr in den Vordergrund. „Für diesen Höhepunkt bekamen wir maßgeschneiderte Kostüme und Bikinis. Außerdem studierten wir die Choreografie für den Auftritt und einen spanischen Song ein – war gar nicht so einfach!“ Der eigentliche Wettbewerb fand schließlich auf einer großen Bühne unter freiem Himmel vor mehr als 100 000 Zuschauern statt. Die Live-Übertragung wurde vom Fernsehen höchst glamourös in viele Länder Süd- und Mittelamerikas übertragen. Mit dem ersten Platz klappte es letztlich doch nicht ganz: „Aber mit dem vierten Rang und der Erinnerung an einen unvergesslichen Abend kann ich dann doch mehr als zufrieden sein“, findet Nathalie Zimmer.

Daran konnte schließlich auch ein kleines Malheur nichts mehr ändern: „Zum Schluss dieses Abenteuers habe ich mir vermutlich beim Verzehr eines Salats noch einen Mageninfekt eingefangen, der trotz aller Fürsorge der Veranstalter meine Heimreise noch um zwei Tage verzögerte.“ Aber wenn sie heute Hunderte von Fotos anschaut, gibt es für sie keinen Zweifel: „Ecuador war für mich eine einmalige Erfahrung.“

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