Nachbarn halten die Augen auf

Das Merziger Netzwerk „Aufmerksame Nachbarn-Gipsberg“ will sich daheim sicher fühlen. Dazu gehört, dass sie über die Entwicklung der Einbrüche informiert ist. Ein Einbruchsradar könnte dies möglich machen.

Was seit einigen Jahren in anderen Bundesländern möglich ist, sollte in saarländischen Städten eingeführt werden, sagt die Merziger Bürgerinitiative Netzwerk "Aufmerksame Nachbarn-Gipsberg". Sie fordert ein Einbruchsradar. Wo sind aktuell Einbrecher auf Beutezug?

Karte gibt Aufschluss

Bürger in der Hansestadt Bremen sowie in einigen Städten von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern können sich ein Bild auf einem Einbruchsradar machen, wo Täter gerade zugeschlagen haben. Durch einen Einbruchsradar könnten die Schwerpunkte der Taten im Internet verfolgt werden. "Mit Hilfe von interaktiven Karten dieser aktuellen Seiten informiert die Polizei über die jeweiligen Aktionsgebiete", lautet ihr Vorschlag.

Ausspäher unterwegs?

Je nach Häufigkeit könnten gelbe oder orange Quadrate die Straßenzüge markieren, die von Einbrechern heimgesucht worden waren, rote, wo besonders viele Taten registriert wurden. In diesen Bereichen könnten die polizeilichen Maßnahmen erhöht werden. Die Daten könnten jede Woche aktualisiert werden.

Den gerade jetzt - in der ganz dunklen Jahreszeit - registrieren die Leute des Netzwerkes mehr Einbrüche - wie in der Boromäusstraße, "und das schon zum zweiten Mal im selben Haus", wie sie schreiben. Auf ihre Anfrage habe die Merziger Polizei drei Einbrüche im Wohngebiet Seitert in Hilbringen und zwei in Brotdorf bestätigt. "Nach unserem Kenntnisstand von heute ereigneten sich in Brotdorf an Heiligabend und kurz zuvor weitere zwei Einbrüche. Bis heute erfolgte leider keine Berichterstattung durch die Presse, so dass eine Sensibilisierung der Bevölkerung auf diesem Weg nicht möglich ist", klagen sie. Die SZ freilich kann nur veröffentlichen, was ihr von den Polizeidienststellen mitgeteilt wird.

Zudem haben sie nach ihrem Bekunden Kenntnis davon, dass sich zunehmend Frauen - auch französischsprachige und mit französischem Kennzeichen - auf dem Gipsberg aufhalten, die möglicherweise auskundschaften. In einem Fall soll auch ein Kind dabei gewesen sein. Dieser Tage seien erneut zwei verdächtige Frauen in der Boromäusstraße gesichtet worden. Folge: eine Mitteilung an die Polizei .

Ihre Wünsche: die Augen offen halten und notfalls fremde Personen, die merkwürdig erscheinen, höflich anzusprechen, Fahrzeuge und die Kennzeichen zu merken. Wichtig sei eine Mitteilung an die Polizei darüber und an die Nachbarn . "Die Polizeidienststelle Merzig ist sehr kooperativ und hat in der Vergangenheit auf solche Mitteilungen schnell reagiert und unverzüglich einen Streifenwagen geschickt", sagen die Leute vom Netzwerk.

Seit 2015 ein Netzwerk

Angesichts einer zunehmenden Zahl an Wohnungseinbrüchen hatten sich Anwohner des Wohngebietes Anfang 2015 zusammengeschlossen. Mit dem Netzwerk wollen sich die Anwohner untereinander über verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld ihrer Häuser informieren.

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