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Nach Ansicht der Grünen ist Druck auf den Wald überwiegend hausgemacht

Reaktion auf Äußerungen von CDU-Landtagsabgeordnetem : Klaus Borger: „Thielen vergisst Folgen der Klimakrise“

) Klaus Borger, Kreisvorstandssprecher der Grünen, im Kreis Merzig-Wadern, hat den CDU-Landtagsabgeordneten Stefan Thielen kritisiert, der von einem weiteren Ausbau der Wind­energie im Saarland abgerückt ist.

Stattdessen forderte er eine Konzentration auf andere Potenziale bei klimafreundlicher Energiegewinnung. Er stützte sich dabei auf das Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover: Diese habe eine sehr detaillierte Erhebung zu planerischen Möglichkeiten zum Bau von neuen Windkraftanlagen veröffentlicht. Dabei lag der Fokus der Studie auf der Beeinträchtigung von Natur, Biodiversität, Anwohnern und Landschaftsbild. „Die Studie zeigt uns deutlich, dass die Flächenpotenziale für zusätzliche Windräder im Saarland nahezu erschöpft sind“, sagte Thielen. In keinem Flächenbundesland seien die verfügbaren Flächen bereits so gut ausgenutzt wie im Saarland.„Wenn für den Bau neuer Windräder massiv Wald gerodet werden muss, so ist der Beitrag für das Klima am Ende negativ.“

Borger hält dagegen: „Fakt ist, entweder wir schaffen es, den Energieverbrauch massiv einzuschränken und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien zeitnah zu beschleunigen, oder wir müssen uns noch mehr an brennende, abgestorbene und von Stürmen gefallene Wälder oder überflutete Dörfer gewöhnen.“ Der Energieverbrauch steigt nach Ansicht von Borger weiter massiv an, und „hier scheuen sich einige klare Kante zu zeigen, da es hier an die Wurzel unseres Lebensstils geht“, sagt der Kreisvorstandssprecher. „Dass der Abgeordnete aus Faha, der nur wenige Kilometer weit entfernt vom Schrottmeiler Cattenom wohnt und die jüngsten Folgen der Klimakrise verfolgen konnte, nun eine derart undifferenzierte Botschaft verbreitet, um eventuell bei Windkraftgegnern Stimmen zu fangen, macht betroffen“, sagt Borger. „Betroffen deshalb, da es bislang ein überparteilicher Konsens war, mit ganzer Kraft gegen den Pannenreaktor in Cattenom vorzugehen und die Energiewende voranzutreiben.“

CDU und SPD, unabhängig in welchen Parlamenten, haben nach Ansicht von Ute Lessel, Direktkandidatin für den Bundestag, zu verantworten, dass der Druck auf den Wald, gerade wenn es Alternativstandorte außerhalb des Waldes gibt, zugenommen habe. Der Umstand gefalle den Grünen auch nicht. Ziel müsse sein, die noch vorhandenen natur- und vor allem waldverträglichen Möglichkeiten auszuschöpfen und eine Neubewertung von Standortpotenzialen im Offenland zu veranlassen. „Wenn sich Stefan Thielen neuerdings für den Schutz des Waldes einsetzt, was wir begrüßen würden, kann er das auch unabhängig vom Thema Windkraft tun“, sagen die Grünen. Ihr Vorschlag: Er könnte in seiner Heimatkommune oder im sonstigen öffentlichen Wald anfangen, wo Kahlflächen und teilweise kaputt gefahrene Böden vielerorts das Waldbild prägen. „Diese Kahlschläge sind massiv klimaschädlich, wie aktuelle Studien der forstwissenschaftlichen Akademie Tharandt und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde belegen“, sagt Borger.