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Merzig
Musikalische Reise durch 200 Jahre

 Mit der Aufführung „Beethovens Haarschopf“ in der Merziger Stadthalle begeisterten die Kinder der Musikalischen Früherziehung und mehrere Streicher- und Flötenklassen von der Kreismusikschule die Besucher.
Mit der Aufführung „Beethovens Haarschopf“ in der Merziger Stadthalle begeisterten die Kinder der Musikalischen Früherziehung und mehrere Streicher- und Flötenklassen von der Kreismusikschule die Besucher. FOTO: Manfred Müller
Merzig. Musikschul-Kinder führten mit Streicher- und Flötenklassen ein Musical über Ludwig van Beethoven in Merzig auf. Von Manfred Müller

Ein Außerirdischer landet mit einem Raumschiff auf der Erde. Das kleine grüne Männchen dort Geräusche, die den Menschen bestens bekannt sind: „Ta – ta – ta – taaaaa … ta – ta – ta – taaaaa.“ Gerne möchte es den Erfinder dieser als fünfte Sinfonie berühmt gewordenen Melodie, Ludwig van Beethoven, kennen lernen. Doch dafür kommt es mehr als zwei Jahrhunderte zu spät.


Gut, dass sich an der hiesigen Musikschule gerade ein Projekt mit dem berühmten Komponisten und Klaviervirtuosen beschäftigt. Und so begann in der Merziger Stadthalle eine über 200 Jahre umfassende, musikalische Abenteuerreise mit dem Titel „Beethovens Haarschopf“. Musik, Tanz, Gesang, darstellendes und Instrumental-Spiel standen im Mittelpunkt des Kindermusicals, das Musikpädagogin Tanja Bieber, Lehrerin an der Musikschule im Landkreis Merzig-Wadern (KMS), mit ihren Kindergruppen von der Musikalischen Früherziehung (MFE) inszenierte.

Zum Start in Beethovens Geburtsjahr 1770, „wo man die Musik nur hören konnte, wenn man auf ein Konzert ging, oder man musste zuhause auf Instrumenten selber Musik machen“, wie Bieber erzählte, erklang ein Violinkonzert. Diese „Perückenmusik“ war auch immer ein Zeichen, dass eine neue Zeitepoche bespielt wurde und die wuschelige Haarpracht zu neuen Darstellern wechselte. Beethovens strenge Erziehung, die Entstehung der Europahymne „Ode an die Freude“ zum Gedicht von Friedrich Schiller, seine Reisen und Konzerte, vor allem mit dem bei Hofgesellschaften beliebten Ecossaise-Tanz, und die Bekanntschaft mit Wolfgang Amadeus Mozart wurden dabei genauso thematisiert wie die Geschichte um den verlorenen Groschen, seine Abendspaziergänge auf dem Land (Mondscheinsonate mit dem „tanzenden Mond“ Claudia Meystre) sowie seine Liebe zu Therese Malfatti, die ihn zu der Komposition „Pour Elise“ inspirierte.



Rund 170 Darsteller und Helfer sorgten auf, vor und hinter der Bühne für Begeisterung beim Publikum, das die Leistungen der Künstler mit viel Zwischenbeifall und tosendem Schlussapplaus belohnte. „Ich bin total zufrieden und den Kindern, vor allem auch den vielen helfenden Müttern und Vätern, sehr dankbar, aber auch froh, dass erneut so viele Besucher kamen und wir dieses Mal das Stück zu Ende spielen konnten“, bilanzierte eine überglückliche Tanja Bieber und konnte damit die erste wegen eines Feueralarms abgebrochene Veranstaltung vergessen lassen. Geschätzt über 700 Leute hätten die Aufführungen besucht, wohl die meisten davon beide Vorstellungen, „und sogar eine Oma kam extra zwei Mal aus München angereist“, freute sich die 48-Jährige über die große Resonanz.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich hatte als KMS-Vorsitzende die Begrüßung übernommen. Musikschulleiter Dieter Boden bedankte sich bei allen Beteiligten, vor allem auch bei den Partnern Kreisjugendamt Merzig-Wadern und Kreuzbergschule Merzig sowie dem Projekt „Kultur macht Stark. Bündnisse für Bildung Bundesvereinigung Deutscher Orchester“ für die Unterstützung. Zum Finale zeichnete er die Spartenleiter und Helferinnen mit Präsenten aus. Annegret Koch und Waltraud Velten-Neusius von der Musikschule bedankten sich am Ausgang mit ihren Spendenbüchsen für rege Unterstützung, die den unterschiedlichen Projekten der Kreismusikschule zugutekommt.