Müssen Musiker für Kinder weichen?

Müssen Musiker für Kinder weichen?

Perl. Die Erweiterung des Kindergartens Perl rückt näher. Die derzeit noch im Erdgeschoss des katholischen Vereinshauses untergebrachte Einrichtung wird demnach bald schon den Veranstaltungssaal im ersten Stock des Gebäudes in Besitz nehmen. Dies zumindest ist die bisher vom Perler Gemeinderat favorisierte Planungsvariante

Perl. Die Erweiterung des Kindergartens Perl rückt näher. Die derzeit noch im Erdgeschoss des katholischen Vereinshauses untergebrachte Einrichtung wird demnach bald schon den Veranstaltungssaal im ersten Stock des Gebäudes in Besitz nehmen. Dies zumindest ist die bisher vom Perler Gemeinderat favorisierte Planungsvariante. Mit dieser Maßnahme werde wohl endgültig der Probe- und Veranstaltungsraum für die kulturtreibenden Vereine in Perl entfallen, befürchten deren zahlreiche Mitglieder.

Planungssicherheit gefordert

In der jüngsten Sitzung des Perler Gemeinderates nutzten die Musikfreunde Perl Besch die während der Bürgerfragestunde hergestellte Öffentlichkeit zur erneuten Mahnung. "Wir, die kulturellen Vereine der Gemeinde, brauchen Planungssicherheit hinsichtlich des Proberaums und bitten deshalb um klare und verlässliche Antworten", forderte Bernd Leisten, Vorsitzender der Musikfreunde. Noch immer habe man ihnen nicht erklärt, ob sie den Saal als Probestätte verlassen müssten. Deshalb dränge man auf baldige Klarheit: "Kommt es zum Fortbestand des Proberaumes oder gibt es neue Räumlichkeiten?" Wenn ja, müsse man sich um eine Ersatzunterkunft während einer eventuellen Übergangsphase kümmern? Neben diesen Fragen wünschten die Vereinsvertreter Einsicht in die Planungsunterlagen und Beteiligung bei Projektgesprächen, betonte Leisten.

"Der Zeitpunkt des Umzuges kann heute noch nicht bestimmt werden, da der Bauzeitenplan noch nicht vorliegt", sagte Perls Bürgermeister Bruno Schmitt. Es sei möglich, einen neuen Raum mit rund 90 Quadratmetern Fläche und ebenerdigem Zugang an bisheriger Stelle zu schaffen. Schallschutz und Zugang zu Toilettenanlagen seien dabei gewährleistet. Die Frage zu einem Ersatzraum während der Bauzeit stelle sich nicht, sagte Schmitt. Alles Weitere werde dann entschieden, "wenn es soweit ist".

Auf mehrere Optionen der Umquartierung wies CDU-Sprecher Ernst Rudolf Ollinger hin. "Unter anderem planen wir, den Bahnhof einer anderen Verwendung zuzuführen", sagte Ollinger. Nach seinem Dafürhalten sei es selbstverständlich, dass man den Vereinen in puncto Räumlichkeiten keine Vorschriften machen dürfe. "Es ist wichtig, dass man sich mit den Vereinen zusammensetzt und diese Optionen bespricht." Demzufolge gebe es eine Festlegung auf einen bestimmten Raum seitens des Gemeinderates nicht.

"Viel Lärm um nichts"

"Viel Lärm um nichts", urteilte SPD-Sprecher Lothar Schreiner. Es stehe nicht zur Debatte, dass der Musikverein in Kürze auf der Straße stehe. Für ihn und die SPD-Fraktion sei es selbstverständlich, im Fall der Fälle mit den Vereinen zu sprechen. "Es ist davon auszugehen, dass gemeinnützige Institutionen der Kommune die umfassende Unterstützung des Bürgermeisters und des Gemeinderates verdienen", unterstrich Schreiner.

Proben bei der Feuerwehr

Franz Keren (FDP) unterbreitete einen Lösungsvorschlag der besonderen Art: "Wir haben hier mit einem riesigen Kostenaufwand ein Feuerwehrgebäude gebaut - mit einem Hauptraum, der so groß ist, dass man ihn jetzt für teures Geld verkleinern muss." Diesen anteiligen Raum, so Keren, könne man nun dem Musikverein als Probestätte zur Verfügung stellen. Zudem forderte auch er, betroffene Vereine umfassend und schnell zu informieren.

Mehr von Saarbrücker Zeitung