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Mitte September soll das Richtfest gefeiert werden

Der Ersatzneubau der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie. Foto: Rolf Ruppenthal
Der Ersatzneubau der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Merzig. 60 Betten soll das neue Stationsgebäude im Ersatzneubau der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie in Merzig haben. Beim jüngsten Baustellenbesuch bemerkte Justizminister Reinhold Jost sichtlich zufrieden, dass die Bauarbeiten zügig voranschreiten. red

Der saarländische Justizminister Reinhold Jost hat sich am Montag vor Ort in Merzig einen Eindruck über den baulichen Fortschritt des Ersatzneubaus in der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie verschafft (die SZ berichtete bereits). "Wir liegen mit der Baumaßnahme voll im Zeitplan, so dass am 15. September diesen Jahres das Richtfest begangen werden kann", erklärte der Justizminister im Rahmen der Baustellenbegehung. Zu Beginn des Jahres 2015 startete das Bauprojekt mit der Vorbereitung des Baufeldes einschließlich umfangreicher Rodungsarbeiten und dem Abriss bestehender maroder und nicht sanierungsfähiger Gebäude. Im Anschluss begann der Bau eines Stationsgebäudes mit 60 Betten , das zwischenzeitlich im Rohbau errichtet ist. Das neue Stationsgebäude wird Platz für drei geschlossene Stationen sowie Therapiebereiche bieten. Mit dem Neubau ist keine Erweiterung der gegenwärtigen Bettenzahl von 140 verbunden.



Hochgesicherter Eingang

Aktuell laufen die Arbeiten für den Bau eines zentralen Eingangs- und Schleusengebäudes mit den erforderlichen elektronischen Sicherungsvorrichtungen. Reinhold Jost : "Die Neubauten werden nach ihrer Fertigstellung mit einem bereits bestehenden Stationsgebäude eine kompakte Sicherungseinheit bilden. Denn wesentlich für die Sicherheit der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie ist ein nach außen hin geschlossenes System. Zudem entsteht durch die ressourcenschonende Gesamtkonzeption eine Klinik der "kurzen Wege", die betriebliche Abläufe optimieren wird."

Gut 16,9 Millionen Baukosten

Wie bei der Präsentation des Bauprojektes im November 2014 angekündigt, wird die Baumaßnahme nach Mitteilung des Minsteriums Ende 2017/Anfang des Jahres 2018 abgeschlossen sein. Im saarländischen Haushalt sind für die Verwirklichung der gesamten Baumaßnahme 16,9 Mio. Euro vorgesehen.

Zum Thema:

Hintergrund Im Saarland werden die Aufgaben des Maßregelvollzugs von der Saarländischen Klinik für Forensische Psychiatrie (SKFP) in Merzig wahrgenommen. Deren Träger ist das Ministerium der Justiz. Im Maßregelvollzug werden Straftäter untergebracht, die zum Zeitpunkt der Tat wegen einer gutachterlich festgestellten psychischen Erkrankung schuldunfähig oder vermindert schuldfähig waren oder die die Tat aufgrund einer Suchtstoffabhängigkeit begangen haben. Auftrag der SKFP ist es, die Bevölkerung vor weiteren erheblichen Straftaten zu schützen. Daher müssen die baulich/technischen Sicherungsanlagen in Merzig ständig aktualisiert werden. Gleichermaßen entscheidend für den wirksamen Schutz der Allgemeinheit ist die Sicherung und Optimierung einer qualitativ hochwertigen bzw. wissenschaftlich begründbaren Therapie und Prognose. Die Patienten können nicht immer geheilt, jedoch so behandelt werden, dass sie nicht wieder straffällig werden. Damit leistet die SKFP einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung. Aktuell sind in der SKFP 194 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Dabei nimmt der Pflegebereich mit 111 Mitarbeiter den größten Raum ein. Gegenwärtig werden stationär 130 Patienten behandelt und betreut. Die Patienten der SKFP kommen aus unterschiedlichen Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten. Die meisten Patienten sind zwischen 26 und 50 Jahre alt. 21,8 Prozent der Patienten sind nicht in Deutschland geboren. Die mit Abstand häufigste Anlasstat für die Unterbringung in der SKFP ist laut MinisteriumKörperverletzung. Daneben kommen aber auch Delikte wie Sachbeschädigung, Freiheitsberaubung, Tötungs- oder Sexualdelikte, Brandstiftung und Vermögensdelikte vor. Die Krankheitsbilder der Patienten reichen von Psychosen über Störungen der sexuellen Orientierung, Persönlichkeitsstörungen, Intelligenzminderungen, hirnorganischen Auffälligkeiten bis hin zu Suchterkrankungen. Im Unterschied zu Strafgefangenen in den Justizvollzugsanstalten ist die Entlassung eines Patienten abhängig vom Therapiefortschritt, an dem er mitwirkt. red

Beim Rundgang auf der Baustelle in Merzig (von links): Justizminister Reinhold Jost, Manfred Brücker (Projektleiter), Dr. Aloysius Annen (Leiter der SKFP) und Ingwardt Tauchert (Referatsleiter, Ministerium der Justiz). Foto: Ministerium
Beim Rundgang auf der Baustelle in Merzig (von links): Justizminister Reinhold Jost, Manfred Brücker (Projektleiter), Dr. Aloysius Annen (Leiter der SKFP) und Ingwardt Tauchert (Referatsleiter, Ministerium der Justiz). Foto: Ministerium FOTO: Ministerium