Mit „Theo“ zum Titel

Die SF Bietzen-Harlingen haben es geschafft und sich am vorletzten Spieltag die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A Untere Saar gesichert. Durch das 3:1 beim SV Schwemlingen-Ballern II ist der kometenhafte Aufstieg unter Trainer Thorsten Theobald perfekt.

"Die letzten Minuten waren der reine Wahnsinn." Jonas Hoffeld, Kapitän der Sportfreunde Bietzen-Harlingen, kam am Pfingstmontag aus dem Staunen fast nicht raus. Mit einem 3:1 (3:1)-Sieg bei der Reserve des SV Schwemlingen-Ballern machten die Sportfreunde am vorletzten Spieltag alles klar. Bereits zum Ende der einseitigen Partie feierten die gut 200 Gästefans mit Trommeln, Gesängen, Fahnen und Pyrotechnik den neuen Meister der Kreisliga A Untere Saar. Es ist ein Erfolg, der vor allem einen Namen trägt: den von Thorsten Theobald. Er hatte das Team in der Vorsaison nach 13 Spielen als Drittletzter übernommen. Nur 18 Monate später steht für die "Reds" die erste Meisterschaft seit 1980 zu Buche.

Ganzen Verein umgekrempelt

"Theo war auf einmal da und hat den ganzen Verein positiv umgekrempelt. Er hat einen Wahnsinnsanteil, ohne ihn hätten wir das alles nicht geschafft", sagt Hoffeld, der ergänzt: "In diesem Jahr waren es aber auch die Fans, die uns förmlich zur Meisterschaft getragen haben."

Die große Zahl SF-Anhänger unter den insgesamt rund 350 Besuchern machte das letzte Auswärtsspiel quasi zum Heimauftritt. Und die Partie auf dem Schwemlinger Rasen hätte für Bietzen-Harlingen auch kaum besser beginnen können. Schon nach drei Minuten brachte Kevin Engel die SF mit seinem 20. Saisontor auf Titelkurs. Den verließ Theobalds Team wenig später wieder - allerdings nur für wenige Sekunden, denn im direkten Gegenzug nach dem 1:1 durch Kai Hönisch (11.) sorgte Engel für die finale Kurskorrektur. Torjäger Mike Riegel (26 Tore) machte mit dem 3:1 in der 38. Minute alles klar. Trotz eindeutiger Überlegenheit wollte zwar kein weiterer Treffer glücken, doch das war den "Reds", die vergangene Woche bereits die 100 vollgemacht hatten, völlig egal. "Jetzt reißen wir erst einmal das Clubheim ab", kündigte Hoffeld an, nachdem der Meistertross nach dem Autokorso auf einem imposanten Lkw wieder auf dem Bietzer Berg angelangt war. Zuvor hatte Theobald kurz nach dem Abpfiff die obligatorische Meisterdusche über sich ergehen lassen müssen, dicht gefolgt vom zweiten "Opfer", Clubchef Stefan Schlink.

"Jetzt lassen wir es krachen", verriet Theobald zu Beginn der langen Partynacht. "Im ersten richtigen Jahr direkt Meister zu werden, ist überragend. Als ich die Mannschaft übernommen habe, wusste ich aber, dass da viel mehr Potenzial ist." Was er verändert hat? "Ich denke, es ist mir gelungen, vor allem die Kameradschaft in den Vordergrund zu stellen. Es wurde viel im zwischenmenschlichen Bereich gemacht, dazu habe ich den Jungs durch meine Erfahrungen, etwa aus den Saarlandliga-Zeiten beim FV Siersburg, sicher fußballerisch und taktisch was mitgeben können." Vor dem Antritt bei den "Reds" war Theobald über zehn Jahre beim SV Eimersdorf tätig, den er ebenfalls zum Aufstieg geführt hatte. "So eine klasse Mannschaft. So ein toller Zusammenhalt", jubelte Hoffeld. Großen Zusammenhalt gab es übrigens auch auf der Meisterfete: "Knapp 95 Prozent haben morgen frei", verriet der SF-Kapitän.