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Mit Brausetabletten eine Lavalampe machen

Mit Brausetabletten eine Lavalampe machen

Gleich mit drei verschiedenen Filmbeiträgen beteiligen sich die Schüler des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (GaS) in diesem Jahr am renommierten Bundeswettbewerb Fremdsprachen – von 6 bis 10 sind alle Klassenstufen vertreten.

Die jüngste Formation, die sich der bundesweiten Konkurrenz stellt, sind die "Querdenker" der Klassen 6 und 7. Ihr Film ist innerhalb des seit drei Jahren am GaS etablierten Förderkonzepts "Querdenkertage" für besonders begabte, leistungsfähige oder motivierte Schüler entstanden und trägt den Titel "Exciting Experiments". Dahinter verbirgt sich eine Reihe spannender Experimente, die die Schüler mit Hilfe alltäglicher Gegenstände gemacht haben. "Wir haben die Schüler in Zweiergruppen eingeteilt, jede Gruppe hat sich ein Experiment ausgesucht, dann in Eigenregie ein Drehbuch geschrieben, die Erklärung des Experiment ins Englische übersetzt und dann wurde gedreht", erzählt Sabine Erschens. Sie ist und betreut gemeinsam mit Kollegin Katharina Ewen die Querdenker.

Die Ideen der Mädchen und Jungs waren vielfältig. "Zwei haben mit Brausetabletten eine Lavalampe hergestellt, andere ein Thermometer oder ein Hologramm", gibt Schülerin Lara-Marie Leick einen kleinen Einblick ins Repertoire. Sie selbst hat sich mit ihrer Freundin für Limonade entschieden: "Dazu haben wir eine Orange ausgepresst, dann Zucker, Wasser und Natron oder auch Backpulver dazugegeben, und in unserem Film durfte das leckere Ergebnis einer von uns sogar probieren."

Aber nicht nur die Limonade sorgte während der Dreharbeiten für gute Stimmung bei Lara-Marie und ihren Mitschülern: "Es hat total viel Spaß gemacht, weil wir im Team zusammenarbeiten und uns gegenseitig ergänzen konnten." Die besten Experimente haben es schließlich in die Endfassung des Filmbeitrags geschafft - auch das von Lara-Marie: "Ich bin schon ganz gespannt, ich hab den fertigen Film nämlich noch gar nicht gesehen."

So geht es auch Mulan-Sophia Zheng aus der Klasse 9. Sie hat sich in der von Schulleiter Albert Ehl geleiteten Englisch-AG gemeinsam mit fünf weiteren Mädchen für eine internationale Koch-Show als Filmthema entschieden: "Wir haben lange überlegt, aber vieles war uns zu steif. Entscheidend war, dass wir beim Kochen auch ein bisschen Comedy und natürlich verschiedene Sprachen einbauen konnten: unsere Köche sprechen neben Englisch auch Französisch, Spanisch, Lateinisch und sogar Chinesisch." Und sie verkörpern ihre Heimatländer sehr landestypisch, meist sogar klischeehaft. Mulans Mitschülerin Alisha Berger gibt ein Beispiel: "Wir haben versucht, auch zwischenmenschliche Beziehungen darzustellen. Dabei ist der Spanier natürlich der, der ständig versucht, die Damen zu verführen." Bis das Drehbuch zur Zufriedenheit aller stand, war jede Menge Kreativität, Sorgfalt und Ausdauer gefragt. "Wir haben uns zunächst eine Gliederung erstellt, dann in Kleingruppen die Dialoge und Regieanweisungen ausgearbeitet und natürlich die einzelnen Szenen in die verschiedenen Fremdsprachen übersetzt.", erinnert sich Alisha an die umfangreichen vorbereitenden Arbeiten. Aber auch der Dreh an sich hatte für die sechs Schülerinnen hohen Unterhaltungswert, verrät Mulan: "Besonders viel Spaß hatten wir, wenn wir uns beim Schneiden die verpatzen Szenen angeschaut haben." Jetzt hoffen die Sechs, mit ihrem Film "Magical Plate" auch die Jury beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen überzeugen zu können.

Das ist im letzten Jahr einer Gruppe des Gymnasiums am Stefansberg bereits gelungen. Nach dem Sieg auf Landesebene belegte sie beim Bundesentscheid einen hervorragenden dritten Platz und geht - fast in gleicher Besetzung - auch in diesem Jahr wieder an den Start. Ihr neuer Film trägt den Titel "Way out" und erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das viele Probleme hat - in der Schule, zu Hause und mit dem Freund - und sich in Alkohol und Drogen flüchtet.

Einziger Neuling im Team der insgesamt fünf Zehntklässlerinnen ist Jasmin Becker: "Ich wollte letztes Jahr schon mitmachen, aber da hatte ich aufgrund anderer AGs zu wenig Zeit. Jetzt bin ich total froh, dabei zu sein." Jasmin spielt im Film eine Drogendealerin. Entstanden ist die Idee zu der Thematik auf der alljährlich stattfindenden Irland-Exkursion der am bilingualen Unterricht teilnehmenden Zehntklässler.

Für die "alten Hasen" im Filmbusiness war die Umsetzung nach der Rückkehr kein großes Problem. Schulleiter Albert Ehl, der auch diese Gruppe betreut, war als Englischlehrer kaum gefordert, dafür aber beim Beschaffen der Requisiten, wie Jasmin verrät: "Herr Ehl hat uns eine Disco-Kugel mitgebracht, damit wir im Lehrerzimmer die Partyszene drehen konnten."

Auch in diesem Jahr wurden zwei der Filmprojekte von der Villa Fuchs und Kameramann Jochen Thieser unterstützt, denen daher der besondere Dank der Schule gilt.

Zum Thema:

 Das Platkat zu Way out, einer der Filme der Querdenker.
Das Platkat zu Way out, einer der Filme der Querdenker.

Flimpremieren am 24. März Ob die Merziger Schüler auch in diesem Jahr beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen wieder Grund zum Feiern haben werden, wird sich zeigen. Jetzt ist erst mal Erleichterung spürbar, dass alles im Kasten ist und die Beiträge rechtzeitig eingereicht werden konnten. Aber inzwischen steigt auch die Neugier, wie die Filme bei den Klassenkameraden, Freunden, Eltern und Lehrern ankommen. Am Freitag, 24. März, wird sich das ändern: Dann werden die je etwa zehnminütigen Filme in einer Premierenfeier ab 18.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums am Stefansberg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und dabei dürfen natürlich auch einige "Outtakes" nicht fehlen. Der Eintritt ist frei, der rote Teppich ausgerollt.