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Ministerpräsident Tobias Hans hat der Tafel in Merzig Hilfe angeboten

Kostenpflichtiger Inhalt: Tobias Hans besucht die Tafel in Merzig : Mundschutz mit Saarlandwappen für den Ministerpräsidenten

Bei seinem Besuch der Merziger Tafel hat Ministerpräsident Tobias Hans am Freitag der Organisation im Bedarfsfall Hilfe zugesagt.

Das Angebot von Tobias Hans, im Notfall finanziell zu helfen, hört Frank Paqué nur zu gern. „45 000 bis 50 000 Euro an Fixkosten haben wir pro Jahr“, rechnet der Leiter der Merziger Tafel dem saarländischen Ministerpräsidenten bei dessen Besuch am Freitagmorgen vor. Auf den Kostenbeitrag der Kunden, der zwischen 15 000 und 18 000 Euro liegt, wird laut Paqué derzeit wegen der Corona-Krise verzichtet. Da kommt dem engagierten Mann die Zusage des Landesvaters gerade recht.

„Wenn es am Jahresende nicht reicht, setze ich mich hin und schreibe ihm einen Brief“, sagt Paqué und gibt mit seinen Helfern dem Besuch aus Saarbrücken einen Einblick in die Arbeit der gemeinnützigen Organisation – etwa, dass für ihn Familien mit Kindern Vorrang haben, dass die beiden Autos der Tafel relativ fix durch Spenden finanziert waren, dass es viel Unterstützung aus der Bevölkerung gibt, wie man an jede Menge Schokolade kommt oder wie und wo trotz Pandemie-Zeit der Müll entsorgt wird.

„Obwohl die evangelische Kirchengemeinde im Saarland in der Diaspora ist, hat sie wegen ihres Engagements in Merzig ein sehr gutes Standing“, kommentieren Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld das Engagement der Organisation – ein Lob, das Pfarrer Klaus Künhaupt nur zu gern vernimmt. „Wir sind im siebten Jahr für die Tafel verantwortlich“, verrät Künhaupt. Die Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe hatte nach den Worten von Schlegel-Friedrich die Organisation bis Herbst 2013 inne, dann übernahm die evangelische Kirchengemeinde die Trägerschaft.

Interessiert schaut Tobias Hans zu, wie die Helfer Jörg Koltes, Erich Gantner und Reinhold Balles den Lkw für Perl beladen – unterstützt von Tanja Trinkler. „Da die Garage, in der der VdK normalerweise die Lebensmittel ausgibt, geschlossen ist, wird dies vom Wagen aus gemacht“, wie Paqué, seit 2013 Leiter, erzählt. Montags und freitags werden die Kunden in Merzig bedient.

Wegen Corona bringen die Mitarbeiter den Kunden ihre Pakete vor die Tür des Anwesens Am Feldchen 20, wo die Leute geduldig warten. Für die Helfer wie Christof Schuster, Georg Dühr, Nina Buchberger oder Laura Gerling bedeutet die Vorbereitung Akkordarbeit – Brot, Gemüse, Obst und all die anderen Lebensmittel werden verpackt und zu den Wartenden gebracht. „Insgesamt 62 Helfer haben wir auf der Liste“, verrät Paqué. Der rührige Mann will nach seinen Worten künftig mehr Schüler in das Team einbauen. Sie sollen mit einem E-Bike die Waren an die Leute liefern, die nicht mehr mobil sind. Koordiniert werden soll die Aktion von einer Lehrperson. „Für die Organisation soll eine Unterrichtsstunde zur Verfügung gestellt werden.“ Das Rad sei bestellt, „ich dachte, es ist heute schon da“, sagt er.

Für Tobias Hans eine weitere Überraschung: Nicole Jager und Anna Spanier, die Chefinnen der Schüler-Firma Zick-Zack-Stich haben sich auf den Weg gemacht, um der Tafel eine Kiste mit Schutzmasken zu überreichen – „alle selbst genäht“, wie die beiden Schülerinnen des Peter-Wust-Gymnasiums in Merzig versichern. „Wir haben schon welche für Hebammen in Merzig genäht.

Heinz Dewald (links, Gesundheitsaufseher) und Richard Morawski (rechts), der Leiter des Gesundheitsamtes, stellen Saar-Ministerpräsident Tobias Hans die Arbeit ihrer Behörde vor. Foto: Werner Klein

Auch den Kunden der Tafel wollen wir helfen“, sagen die beiden Gymnasiastinnen, die die Firma von ihren beiden Schwestern Hanna Jager und Lisa Spanier übernommen haben. Eigens kreiert hatten die beiden Mädels eine Maske für den saarländischen Regierungschef – eine mit Saarlandwappen. Strahlend nimmt Hans das fantasievolle Präsent in Empfang, bindet es sich um und lässt es während der Visite an. „Ich dachte, dass ich mit dem Mundschutz beim Metzger an der Theke nicht erkannt werde. Doch das ist wohl nicht mehr möglich“, schmunzelt er mit Blick auf die Erinnerungsfotos, die von ihm gemacht werden. Während die Schlange an Kunden vor der Tafel allmählich kleiner wird, verabschieden sich auch Hans und seine Begleiter – natürlich nicht, ohne sich bei den Helfern bedankt zu haben. Zu Fuß geht es ins Gesundheitsamt zum nächsten Termin.