Milchwirtschaft im Blickpunkt

Milch steht am Anfang unserer Ernährung. Gleichzeitig kämpfen Milchbauern in der 3. Welt ebenso wie in Deutschland ums Überleben. Spektakuläre Protest-Aktionen, wie das Ausschütten von Milch auf Feldern, machen die Verzweiflung deutlich.

Dies und die Alternativen zur Misere sind Thema der Ausstellung "Mensch. Macht. Milch ", die vom 16. September bis 7. Oktober im Foyer des Rathauses Merzig gezeigt wird. Veranstalter sind die Aktion 3. Welt Saar und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (LV Saarland) mit der Kreisstadt und der Evangelischen Kirchengemeinde.

Die hiesige Milch-Überproduktion wird als Kondensmilch und Milchpulver nach Westafrika exportiert und zerstört dort die Lebensgrundlage der örtlichen Milchbauern . Dagegen regt sich weltweit Widerstand. In Paraguay würden Bauern enteignet, um riesige Flächen mit Soja zum Export als Futtermittel für deutsche Kühe anzubauen. Wäre eine bäuerliche statt einer industriellen Landwirtschaft eine Lösung? Weltweit hungern fast eine Milliarde Menschen. Alleine mit den in Europa und Nordamerika weggeworfenen Lebensmitteln könnten diese Menschen dreimal satt werden, sagen die Veranstalter. Die Ausstellung sei ein Plädoyer für eine bäuerliche, vielfältige, lokal angepasste und regionale Lebensmittelerzeugung. Sie sieht in der exportorientierten und industrialisierten Landwirtschaft keine Zukunft. Diese zerstöre Artenvielfalt und erzeuge Hunger. Die Austellung zeige Gemeinsamkeiten im Leben von Bauern hier und in der 3. Welt. Sie plädiere dafür, dass Bauern an der Wertschöpfung ihrer Produkte beteiligt sein sollten.

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