1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Merzig

Mg-borger-bio, Foto: mg-mg-mischkulturenGrüne halten Einigung mit den Jagdpächtern für nötig

Mg-borger-bio, Foto: mg-mg-mischkulturenGrüne halten Einigung mit den Jagdpächtern für nötig

Merzig. Die biologische Vielfalt fördern, das Landschaftsbild aufwerten und die Jagdpächter entlasten sind Forderungen, über die die Stadtratsfraktion der Grünen im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung und Stadtplanung am kommenden Donnerstag, 22. April, diskutieren will

Merzig. Die biologische Vielfalt fördern, das Landschaftsbild aufwerten und die Jagdpächter entlasten sind Forderungen, über die die Stadtratsfraktion der Grünen im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung und Stadtplanung am kommenden Donnerstag, 22. April, diskutieren will. Gegen Monokulturen Grund für diesen Vorstoß: die geplante Bio-Erdgasanlage in großem Stil nahe der ehemaligen Mülldeponie in Fitten. Als Folge der konzipierten Anlage fürchtet Grünen-Sprecher Klaus Borger den Anbau von Monokulturen. Diese veränderten nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die bisherigen Strukturen des Jagdreviers. Dadurch könne die Jagdausübung erschwert, die Artenvielfalt auf den Äckern gefährdet und das Landschaftsbild beeinträchtigt werden. Eine Erschwerung der Bejagung schließt er nicht aus. "Es kann dazu führen, dass Schwarzwildschäden, die in den vergangenen Jahren auch ohne Biomasse-Anbau dramatisch zugenommen haben, eine Höhe erreichen, die über der Jagdpacht liegen." Es könnte sein, dass sich die Jagdpächter aus solchen Revieren zurückziehen würden. "Dies kann nicht das Ziel einer nachhaltigen Landnutzungspolitik sein", ergänzt er. Da die Stadt Merzig die politische Entscheidung für diese Anlage getroffen habe, womit der Anbau nachwachsender Rohstoffe verbunden sei, müsse sie mit den Jagdausübungsberechtigten Lösungsmöglichkeiten finden. Borgers Vorschlag: Die Jagdpächter von der Schadensersatzpflicht in den Anbauflächen der Bioerdgasanlage zu entbinden. Dafür müssten die Jagdpächter Voraussetzungen erfüllen. Diese dürften keine Maßnahmen ergreifen, die das Schwarzwild in die durch Anbau nachwachsender Rohstoffe betroffenen Revierteile locken oder halten. Dies bedeutet, dass Kirrungen und Wildäcker, der Anbau von Ackerfrüchten in der Gemarkung, in der sich die Anbauflächen befinden, nicht angelegt werden dürfen. Zudem sollte der Betreiber der Anlage verpflichtet werden, in einem noch zu vereinbarenden Konzept zwischen Stadt Merzig, Jagdpächtern und Anlagenbetreiber, mindestens zehn Prozent der Anbaufläche mit Mischkulturen zu bepflanzen - Sonnenblume, Getreidesorten und Wildkräuter zum Beispiel.Landschaftsbild aufwerten Diese Anbauflächen sollen als Verbundelemente und so genannte "Trittsteinbiotope" die Anbauflächen nachwachsender Rohstoffe gliedern, die biologische Vielfalt, die Biodiversität, fördern und das Landschaftsbild aufwerten, ergänzt er.</bu_text>