Merzigerin bundesweit Erste

Merzig. "Stolz wie Wutz" sei er auf seine Angestellte, sagt Peter Arimond. Kein Wunder, schließlich hat Tanja Blaumeiser kürzlich den Bundeswettbewerb der Zweiradmechaniker gewonnen. Zuvor hat sie zweieinhalb Jahre lang bei der Arimond Zweiradtechnik GmbH gelernt

Merzig. "Stolz wie Wutz" sei er auf seine Angestellte, sagt Peter Arimond. Kein Wunder, schließlich hat Tanja Blaumeiser kürzlich den Bundeswettbewerb der Zweiradmechaniker gewonnen. Zuvor hat sie zweieinhalb Jahre lang bei der Arimond Zweiradtechnik GmbH gelernt.Im Januar diesen Jahres hat die 23-Jährige ihre Prüfung als Zweiradmechanikerin abgeschlossen - als Landesbeste in der Fachrichtung Motorrad. Die Innung schlug Blaumeiser daraufhin für den Bundeswettbewerb in Frankfurt vor. Neben ihr gab es noch fünf weitere Teilnehmer. "Viele Bundesländer schicken niemanden zu dem Wettbewerb, wenn sie keinen geeigneten Kandidaten haben", erklärte Arimond die geringe Teilnehmerzahl.Blaumeisters Mitbewerber waren alle männlich - "wie immer", sagt sie. Als weibliche Motorradmechanikerin ist sie eine absolute Rarität. "Da wird man schon mal komisch angeguckt", erzählt Blaumeiser. Doch wenn ihre Kollegen erst einmal sehen, wie gut sie sich mit Motorrädern auskennt, sind die Vorurteile schnell verflogen.Ihren Sachverstand bewies sie auch beim Wettbewerb. Die Aufgaben hören sich nicht nur für Laien knifflig an: So mussten die Teilnehmer unter anderem ein komplett zerlegtes Getriebe in 30 Minuten ohne technische Unterlagen zusammensetzen. Insgesamt mussten sechs Aufgaben in jeweils einer halben Stunde gelöst werden. "Danach war ich völlig gerädert", gesteht Blaumeiser.Mit einem Sieg habe Sie nach dem Wettbewerb nicht gerechnet. Doch am Ende stand die Merzigerin gemeinsam mit einem Teilnehmer aus Hessen ganz oben auf dem Treppchen - mit einem Ergebnis von 85,5 Prozent.Blaumeiser hat sich schon immer sehr für Technik interessiert - auch wenn sie zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei Arimond absolvierte. "Sie hat damals schon in der Werkstatt geholfen, wenn Not am Mann war", erinnert sich ihr Chef. So ließ sie nach den zweieinhalb Jahren kurzerhand noch eine weitere Ausbildung folgen. Anschließend übernahm Arimond sie als Gesellin. "Gute Leute will man natürlich halten", sagt er. Demnächst will Blaumeiser auch ihre Meisterprüfung ablegen, nebenbei besucht sie zudem den Ausbildungsgang Kfz-Servicetechniker beim Saarländischen Kfz-Verband.Bei so viel Interesse an Motorrädern ist es nicht verwunderlich, dass Blaumeister selbst auch einen heißen Ofen fährt: Ihr gehört eine BMW K1200S mit sportlichen 167 PS. Damit macht sie am liebsten Spritztouren in die Vogesen. Doch auch ihre Heimatstadt Merzig gefällt ihr sehr gut: "Sie hat genau die richtige Größe, ist nicht zu groß und nicht zu klein."Im Januar wird Blaumeister nochmals ihre Heimatstadt bei einem großen Wettbewerb vertreten. Dann geht es zur Europameisterschaft nach Luzern. Ob sie dort Chancen hat? "Ich hätte ja schon nicht gedacht, dass den Bundeswettbewerb gewinnen kann", sagt sie in aller Bescheidenheit. www.ich-lebe-gerne-in.de