| 20:27 Uhr

Schulreise
Merziger Schüler erleben in Irland Geschichte hautnah

Gruppenfoto in einem 4000 Jahre alten keltischen Ringfort.
Gruppenfoto in einem 4000 Jahre alten keltischen Ringfort. FOTO: Schule
Merzig. () Tief beeindruckt kamen 35 Zehntklässler des Merziger Gymnasiums am Stefansberg von ihrem sechstätigen Ausflug nach Irland zurück. „Eine solche Fahrt findet seit drei Jahren regelmäßig statt“, erläutert Schulleiter Albert Ehl. „Ziel ist es, in einer einwöchigen Intensivlernphase durch den engen Kontakt und regen Austausch mit Einheimischen die Politik und Kultur Irlands besser kennen und verstehen zu lernen“, führt Ehl weiter aus. Er war als Englischlehrer in diesem Jahr persönlich mit dabei, um die Schüler zusammen mit seinen Kolleginnen Anne Klein und Brigitte Stein auf diesem Abenteuer nach Irland zu begleiten.

Um die Schüler bestmöglich auf die Exkursion vorzubereiten, wurde das Thema Irland im Fach „Bilinguale Politik“, in dem politische Sachverhalte größtenteils in englischer Sprache unterrichtet werden, eingehend bearbeitet. „Neben einem Film über irische Sehenswürdigkeiten haben wir uns mit den Lehrern dort ausführlich über die irische Geschichte unterhalten“, verrät Zehntklässlerin Amélie Daub. Diese Vorkenntnisse konnten sie und ihre Klassenkameraden mit auf den Weg nehmen, als der Flieger in Luxemburg abhob - was schon für ein gewisses Bauchkribbeln sorgte, da es für einige der Gymnasiasten der erste Flug ihres Lebens war.



Nach der Ankunft in Dublin wartete auf die Saarländer eine vierstündige Busfahrt zu ihrer Unterkunft auf Inch Island. „Es gab zwei verschiedene Häuser, eines für die Mädchen und eines für die Jungs“, erzählt Fabia Faust aus der Klasse 10d. Sie fühlte sich ein bisschen wie in eine andere Zeit zurückversetzt, meint sie: „Das Mädchenhaus war ein älteres Haus mit ganz vielen Büchern.“ Die Unterkunft, die extra dazu ausgelegt ist, die irische Geschichte weiterzugeben, hatte neben den Büchern und ihrem märchenhaften Charme für die Schüler noch andere Vorzüge, weiß Klassenkameradin Lena Lafitte zu berichten: „Direkt am Haus war der Strand. Dort gab es unglaublich viele Muscheln.“

Von hier aus startete die Schülergruppe ihre Reise in die irische Geschichte. „Gleich montags hörten wir Vorträge von Menschen, die den Nordirlandkonflikt am eigenen Leib miterleben mussten und uns sehr anschaulich über ‚The Troubles‘ in Nordirland erzählt haben“, erinnert sich Schülerin Alischa-Sue Hein. Im Vordergrund dieser Zeitzeugen-Berichte standen dabei Grundsätze wie absolute Gewaltfreiheit, Respekt vor dem Anderssein oder Toleranz gegenüber anderen Religionen. Nach einem Ausflug in den Glenveagh Nationalpark am Dienstag stand mittwochs ein Besuch der Stadt Derry auf dem Programm. Und dort durften sich die Schüler auf ein Wiedersehen mit den Zeitzeugen freuen. „Wir waren im Zentrum und sie haben mit uns eine Führung durch die Stadt gemacht. Wir haben sehr viel Interessantes von ihnen erfahren“, berichtet Amélie.

Auch der nächste Tag bot den Schülern eine Erfahrung der besonderen Art: Sie besuchten ein der wenigen Schulen Irlands, in der auf Gälisch unterrichtet wird. Insgesamt gehen dort nur 48 Jungen und Mädchen zur Schule – eine für die Merziger Besucher vom Gymnasium am Stefansberg eine fast schon surreale Atmosphäre. Entsprechend ungläubig stellt Emma Raphael fest: „In unserem Jahrgang gibt es dort gerade mal acht Schüler.“ Diese acht wollen ihre neugewonnenen Freunde aus dem Saarland demnächst auch in Merzig besuchen. Wann genau der Schüleraustausch stattfinden kann, ist aber noch offen.

Zu erzählen haben die Schüler sich dann sicher viel, etwa von ihrem Trip zu Giant’s Causeway an der nordirischen Küste. „Das gehört zu den sieben Weltwundern. Dort ist vor langer Zeit Lava heruntergeflossen und hat verschiedene Steinformationen gebildet“, erklärt Lena und Fabia ergänzt beeindruckt: „Viele bilden eine Figur, manche sehen sogar aus wie Menschen.“

Getoppt werden konnte dieses Naturwunder bei der diesjährigen Irland-Exkursion nur noch durch den Besuch des Schlosses aus der Serie „Game of Thrones“ und dem abendlichen Besuch in einem echten irischen Pub. „Dort haben wir Lenas und Fabias Geburtstag gefeiert. Der Pub hatte uns extra einen Raum zur Verfügung gestellt, weil wir ja noch zu jung sind und eigentlich noch gar nicht in einen Pub dürfen“, gesteht Amelie und fügt begeistert hinzu: „Dort hat sogar extra nur für uns eine Rockband gespielt, es gab zur Feier des Tages ein original irisches Buffet und unsere Herbergseltern haben für die beiden Geburtstagskinder extra einen Kuchen gebacken.“

Aber nicht nur die Party im Pub wird den Schülern ewig in Erinnerung bleiben: „An einem Abend hat uns ein Mädchen namens Meghan besucht und uns einen typisch irischen Tanz vorgeführt – und wir mussten mitmachen“, berichtet Amelie teils verzückt, teils aber auch ein bisschen peinlich berührt. Den Abschluss bildete auf dem Rückweg zum Flughafen ein Besuch in Irlands Hauptstadt Dublin – und dort haben die Schüler noch eine wichtige irische Weisheit gelernt: „Wir wissen jetzt, wie man sich in Irland was wünschen kann“, verrät Lena Lafitte: „Man geht in die Hocke, stützt die Hände auf die Knie und muss vor dem Wunsch drei Mal mit dem Hintern wedeln.“ Und das haben die Merziger Schüler auch alle getan. „Wir haben uns gewünscht, wieder nach Irland zurückzukehren“, sagt Amelie und hofft dass ihr Wunsch bald in Erfüllung geht.

Eigens für die Irlandfahrt: „Irlandhoodys“ auf Iniative von (von links): Fabia Faust, Julian Greveldinger, Alisha-Sue Hein.
Foto: Schule
Eigens für die Irlandfahrt: „Irlandhoodys“ auf Iniative von (von links): Fabia Faust, Julian Greveldinger, Alisha-Sue Hein. Foto: Schule FOTO: Schule
Eigens für die Irlandfahrt: „Irlandhoodys“ auf Iniative von (von links): Fabia Faust, Julian Greveldinger, Alisha-Sue Hein.
Foto: Schule
Eigens für die Irlandfahrt: „Irlandhoodys“ auf Iniative von (von links): Fabia Faust, Julian Greveldinger, Alisha-Sue Hein. Foto: Schule FOTO: Schule