Merzig Merziger Löwen lernten mehr über den militärischen Widerstand

Merzig · Zum Thema „Widerstand im Dritten Reich“ hat der Präsident des Lions Clubs Merzig, Armin Streit, kürzlich als Referenten Felix Graf von Hardenberg begrüßt. Der Wahlsaarländer ist der Großneffe von Carl-Hans Graf von Hardenberg (1891 bis 1958), der zum engen Kreis des Widerstandes um Graf Stauffenberg gehörte.

Präsident Armin Streit (links) und Referent Felix Graf von Hardenberg

Präsident Armin Streit (links) und Referent Felix Graf von Hardenberg

Foto: Thomas Caspar

Mit familiären Detailkenntnissen zeichnete der Referent die Lebensgeschichte des Widerstandskämpfers nach. Geprägt durch seine preußische Erziehung noch in der Kaiserzeit hießen Graf Hardenbergs Tugenden Pflichttreue, Ehrenhaftigkeit, Zuverlässigkeit. Eine Militärlaufbahn war vorgezeichnet. Prägend waren auch der Versailler Vertrag zum Ende des Ersten Weltkriegs und die Weltwirtschaftskrise. Dies erleichterte bekanntlich den Nationalsozialisten um Adolf Hitler, die Bevölkerung und das Militär hinter sich zu bringen. Im Zweiten Weltkrieg gab es für Carl-Hans Graf von Hardenberg dann das Schlüsselerlebnis, wie Felix Graf von Hardenberg weiter erzählte: Im Jahre 1941 wurde Hardenberg anlässlich eines Zwischenstopps zur Betankung seiner Militärmaschine in der weißrussischen Stadt Borissow Zeuge eines Massakers an 7000 jüdischen Frauen, Kindern und Männern durch Einheiten der SS gewahr. Dies bewirkte endgültig ein Umdenken im Sinne Berthold Brechts: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ Hardenberg fühlte sich nunmehr, im Gegensatz zu vielen anderen, auch nicht mehr an den Führereid gebunden. 1942 aus dem Frontdienst ausgeschieden, kehrte er auf sein Gut nach Brandenburg zurück und beteiligte sich aktiv am Widerstand bis hin zum gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Bei seiner Verhaftung versuchte er, sich mit zwei Schüssen das Leben zu nehmen, überlebte schwerstverletzt und wurde, bereits zum Tode verurteilt, in das Konzentrationslager Sachsenhausen verbracht, wo er durch glückliche Fügung das Kriegsende erlebte.