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Gedenken
Trauerkränze gegen das Vergessen

In Gedenken an die Kriegsopfer legten Bundeswehr, VdK und die Kreisstadt am Ehrenmal des Propsteifriedhofes Kränze nieder. Die Merziger Feuerwehr und Soldaten der Bundeswehr standen Spalier.
In Gedenken an die Kriegsopfer legten Bundeswehr, VdK und die Kreisstadt am Ehrenmal des Propsteifriedhofes Kränze nieder. Die Merziger Feuerwehr und Soldaten der Bundeswehr standen Spalier. FOTO: Tina Leistenschneider / Tina Leistenscheider
Merzig. Auch am Merziger Propsteifriedhof wurde der Toten der Weltkriege gedacht.

(leis) Andachtsvoll tragen die beiden Soldaten der Bundeswehr den mit roten und gelben Blumen geschmückten Kranz über den Propsteifriedhof. In stillem Gedenken folgt ihnen die Trauergemeinschaft vorbei an den in Spalier stehenden Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 zum Ehrenmal der Kriegsopfer, an dem die Merziger Feuerwehr Fackeln zu Ehren der Opfer entzündete.


Mit dieser Kranzniederlegung erinnerte die Kreisstadt Merzig gemeinsam mit Vertretern des VdK Ortsverbandes Merzig und Lutwin Scheuer, Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes Merzig-Wadern, an die Kriegsopfer aller Nationen. Neben Bürgermeister Marcus Hoffeld nahmen auch Rosi Gruhn als Beigeordnete der Kreisstadt sowie Merzigs Ortsvorsteher Manfred Klein an der Gedenkveranstaltung teil.

In Gedenken an die Kriegsopfer übernahm das Blechbläserquartett der Kammermusik AG des Gymnasiums am Stefansberg die musikalische Gestaltung. Unter der Leitung von Stefan Christian stimmten Christoph Caspar, Michelle Lehnen, Linda Ade sowie Alina Lehnen einfühlsame Melodien an und musizierten unter anderem die hoffnungsvollen Klänge von „You Raise me up“ (Du ermutigst mich) von Rolf Løvland und Brendan Graham.



Neben dieser Gedenkfeier hatte das Gymnasium am Stefansberg in diesem Jahr bereits die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November gestaltet und sammelte gemeinsam mit Soldaten der Bundeswehr Geld für die Pflege von Kriegsgräbern.

„Der Volkstrauertag erinnert an die Toten, die ihr Leben verloren haben“, betonte der Bürgermeister in der Trauerhalle des Friedhofs. Dieser Tag rufe in Erinnerung, wofür Menschen gekämpft haben und gestorben seien. Daher solle ihn jeder als Mahnung sehen, für ein friedliches Miteinander einzutreten – in Merzig, im Saarland sowie in der ganzen Welt. „Es ist nicht nur die Stunde des Totengedankens, sondern auch die Stunde der auf der Suche nach Frieden vereinten Völkergemeinschaft“, hob Hoffeld hervor. „Die Toten, derer wir gedenken, sind Verpflichtung zum Frieden“.

Ferner erinnerte er an Kinder, Frauen und Männer, die in Kriegen verfolgt und getötet wurden, weil sie eine andere Gesinnung besaßen. „Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung“, sagte Hoffeld. „Um die Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.“

Diese Erinnerung und Mahnung sieht Bürgermeister Marcus Hoffeld als „große Aufgabe in einer Gesellschaft an, die den Krieg mehrheitlich nicht mehr als eigene Erfahrung einbringen kann“. Gleichzeitig verurteilte er Hass und Gewalt gegenüber Fremden und Schwachen, fand überdies aber Worte der Ermutigung: „Es bleibt das Hoffen und das aktiv dafür eintreten, keinen Krieg erleben zu müssen und dass die Menschenwürde eines jeden gewahrt wird“, betonte der Verwaltungschef. „Weil wir alle, die heute Vormittag gekommen sind, so sehr für das Leben und ein friedliches Miteinander sind.“ Die Verantwortung zum Frieden, so erklärte Hoffeld, gelte unter den Menschen in der ganzen Welt.