Neues Leitbild: Merziger Besonderheiten rücken in den Fokus

Neues Leitbild : Merziger Besonderheiten rücken in den Fokus

Stadtrat billigte in seiner jüngsten Sitzung das neue Leitbild für die Kreisstadt.

Der Stadtrat von Merzig hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause das neue Leitbild für die Kreisstadt verabschiedet. Es gab lediglich zwei Enthaltungen, der Rest der Ratsmitglieder stimmte für den von der Verwaltung und dem Planungsbüro Kernplan aus Illingen vorgelegten Entwurf. „Ein Leitbild soll als ‚Navigationssystem’ die Merziger Besonderheiten in den Fokus rücken“, erläutert Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU) in seinem Geleitwort zu dem Papier.

Die Erstellung des jetzt beschlossenen Leitbilds erfolgte in mehreren Stufen. Zunächst gab es im März 2016 einen verwaltungsinternen Workshop der jeweiligen Führungskräfte, die Ideen und Vorschläge für das Leitbild sammelten. Dies wurde im Mai in einer zweiten Runde fortgesetzt, wobei der thematische Scherpunkt hierbei auf den Themen Kindertageseinrichtungen, Schulen und Forst lag. Es schloss sich im Juli ein weiterer Workshop mit den Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen politischen Gruppierungen an. Von Ende Juli bis Ende August gab es eine Bürgerbefragung zu den in den ersten drei Runden erarbeiteten Themen und Ideen. Im Oktober wurde das bis dahin vorgestellte Konzept dem Wirtschaftsrat der Stadt Merzig vorgelegt. Den Abschluss des Leitbild-Prozesses bildete ein Bürger-Workshop Ende November.

Die Ergebnisse der einzelnen Stufen wurden von den Kernplan-Mitarbeitern in das Leitbild eingearbeitet. In dem Leitbild werden vier Themenschwerpunkte aufgezeigt: „Heimatgefühle“, „Grenzenlos“, „Naturtraum“ sowie „Kultur und Abenteuer“. Sie sollen als Leitpfosten für zukünftige Projekte und Entwicklungen innerhalb der Stadt gelten. Das Konzeptpapier nennt dabei auch diverse Schlüsselprojekte, die den jeweiligen Schwerpunkten zugeordnet werden. „In nächsten Schritten müssen nun die Projektideen der vier Schwerpunktthemen auf Realisierbarkeit geprüft, Prioritäten gesetzt und der finanzielle Rahmen abgesteckt werden“, heißt es von Seiten der Verwaltung.

Beispiele für solche Schlüsselprojekte sind: die Revitalisierung des Markthallengeländes (Schwerpunkt „Heimatgefühle“), ein grenzüberschreitendes Unternehmer-Netzwerk (Schwerpunktthem „Grenzenlos“), der Ausbau der Vernetzung von Rad- und Wanderwegen (Schwerpunkt „Naturtraum“) oder die Umsetzung des Masterplanes Saarpark, also die Verschmelzung von Stadtpark auf der einen Saarseiete sowie Sport- und Freizeitpark auf der anderen (Schwerpunkt: „Kultur und Abenteuer“).

Während Bürgermeister Marcus Hoffeld das vom Rat beschlossene Leitbild als „gutes Konzept für die Zukunft“ lobte, kam aus den Reihen der Oppositionsfraktionen auch Kritik an dem Papier. Klaus Borger vom Fraktionsbündnis aus Grünen und Freien Wählern bemängelte, dass gerade einmal zwei Prozent der Merziger Bürger sich an der Fragebogeaktion zum Leitbild im Juli/August beteiligt hätten.

Auch inhaltlich habe die Bürgerbeteiligung Schwächen aufgewiesen: „Bei diesem Fragebogen konnten nur höchst allgemeine, wenig verbindliche Schwerpunkte herauskommen.“ Michael Schettle bemängelte, dass in dem Papier der Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort Merzig nur „höchst rudimentär“ behandelt werde. „Das ist weder ein Leitbild noch eine Marketingbroschüre, sondern eher ‚Schöner Wohnen in Merzig“, monierte Schettle.