Merziger Bad für Notfallhilfe gerüstet

Merziger Bad für Notfallhilfe gerüstet

„Das Bad“ in Merzig wurde mit einem Defibrillator ausgestattet. Er kann binnen zwei Minuten eingesetzt werden.

Seit wenigen Tagen hat das Freizeit- und Gesundheitsbad in Merzig seine Qualitätsstandards im Bereich gesundheitlicher Sicherheit und Vorsorge durch die feste Installation eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) weiter erhöht. Geräteanschaffung und Projektleitung übernahm dabei die Deutsche Herzwacht, teilte die Merziger Bäder-Gesellschaft als Betreiber von "Das Bad" mit.

Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung sterben in Deutschland jedes Jahr rund 65 000 Menschen an plötzlichem Herztod. Im Saarland kommt es bei etwa 1000 Menschen jährlich zum lebensbedrohlichen Kammerflimmern. "Ohne lebensrettende Sofortmaßnahmen mit frühestmöglicher Defibrillation sinkt die Überlebenschance der Betroffenen pro Minute um etwa zehn Prozent. Wichtig dabei ist, das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung durch Rettungsdienst und Notarzt so gering wie möglich zu halten", heißt es in der Mitteilung von Thomas Klein, dem Geschäftsführer der Bäder GmbH.

Im Falle von "Das Bad" in Merzig sei der zur Verfügung gestellte AED im Sanitätsraum untergebracht, wo er geschützt aufbewahrt sei und im gesamten Badekomplex binnen maximal zwei Minuten eingesetzt werden könne. "Mit 1000 bis 2000 Badegästen pro Tag legt ‚Das Bad' größten Wert auf eine optimale medizinische Versorgung seiner Besucher", betont Bäder-GmbH-Geschäftsführer Thomas Klein. Neben der jährlichen und damit über der gesetzlichen Vorschrift liegenden Schulung der betrieblichen Ersthelfer durch das DRK sei die Wasserwelt im Freizeit- und Gesundheitsbad in unmittelbarer Nähe zur Rettungswache Merzig angesiedelt, was aus Sicht der Bäder-GmbH eine optimale Folge-Versorgung gewährleistet.

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Pilotprojekt findet Nachahmer Die Deutsche Herzwacht übernahm die Projektleitung. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Saarbrücken hat sich neben der Geräteanschaffung auch um die Einweisung der Ersthelfer vor Ort gekümmert. Für die ärztliche Projektverantwortung konnte Dr. Alexander Sudahl gewonnen werden. Die Deutsche Herzwacht wirbt seit 2003 für die Einführung und Optimierung neuer Rettungskonzepte bei medizinischen Notfällen, insbesondere bei Herzerkrankungen und für Prävention durch Sport, ausgewogene Ernährung und gezielten Stressabbau. Der Verein, ursprünglich in Merzig beheimatet, setzte 2005 mit einem Pilotprojekt im Landkreis Merzig-Wadern den Impuls für die Ausstattung aller Krankenwagen im Saarland mit Defibrillatoren. Auch das Merziger Rathaus ist seit 2014 mit einem Defibrillator ausgestattet, der im Eingangsfoyer installiert ist.

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