Merzig: Unbekannter droht Ortsvorsteher Boos mit Tod

Vorfall in Merzig : Unbekannter droht Ortsvorsteher mit Tod

Ein Passant soll in der Merziger Innenstadt versucht haben, Alexander Boos einzuschüchtern.

Ein Unbekannter hat am Donnerstag den Merziger Ortsvorsteher Alexander Boos auf der Straße bedroht. Gegen 13 Uhr sei er in der Merziger Innenstadt in der Wagnerstraße einem Passanten begegnet, der ihn zunächst mit den Augen fixiert habe, schildert Boos. „Das fand ich merkwürdig, aber ich habe ihn gegrüßt.“ Der Mann habe ihn daraufhin als „Judenversteher“ bezeichnet und ihm mit den Worten „man sollte dich aufknüpfen“ gedroht. Auch die Polizei würde Boos nicht mehr helfen können – mit dieser Ankündigung habe der Passant seine Tirade beendet und sei weitergegangen, sagt Boos.

„Einige Problemfälle in der Stadt kennt man ja, aber das war eine andere Dimension“, berichtet der Ortsvorsteher bestürzt. In diesem Moment sei er sich machtlos vorgekommen, obwohl er dafür eigentlich nicht der Typ sei. „Ich hatte das Gefühl, wenn ich etwas Falsches mache, dann holt dieser Typ die Knarre raus und schießt mir die Birne weg“, erinnert sich der Lokalpolitiker. Warum er bedroht wurde, kann er nicht nachvollziehen. Er habe weder zur jüdischen Gemeinde noch zur rechten Szene nennenswerte Berühungspunkte. Kurz nach dem Vorfall habe er bei der Merziger Polizei Anzeige gestellt.

Zudem veröffentlichte Boos beim sozialen Netzwerk Facebook einen vielfach geteilten und kommentierten Beitrag, der das Geschehene schildert. Der Mann sei gut gepflegt, etwa 45 Jahre alt, 1,80 Meter groß und schlank gewesen. Zudem habe er eine schwarze Jacke der Marke Wellensteyn, eine Baseball-Kappe des Herstellers Adidas sowie beigefarbene Lederschuhe getragen.

Hinweise an die Merziger Polizei unter der Telefonnummer (06861) 70 40.