Merzig: Mesale Tolu erzählt aus ihrer Haftzeit in der Türkei

Lesung in der Villa Fuchs : Journalistin erzählt von Zeit in Haft

Sie war eine prominente deutsche Geisel der türkischen Regierung – Mesale Tolu. Ihr Schicksal ging um die Welt. Nun hat sie ihre Geschichte als politische Geisel in türkischer Haft in Worte gefasst und sagt in dem Buch „Mein Sohn bleibt bei mir!

“ auch, warum es noch nicht zu Ende ist. Im Rahmen des Saarländischen Literaturfestivals kommt Tolu am Mittwoch, 6. November, nach Merzig. Ab 19 Uhr liest sie in der Villa Fuchs aus ihrem Buch.

Als angebliche Terrorunterstützerin saß Mesale Tolu mit ihrem kleinen Sohn in Haft. Danach wurde ihr die Ausreise aus der Türkei verweigert. Jetzt, wieder in Deutschland, berichtet sie über diese Zeit: über die Brutalität von Polizei und Justiz, das Alltagsleben in der politischen Gefangenschaft zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ihren Kampf um Freiheit für ihre Familie und ihren Einsatz für die Pressefreiheit. Ein sehr persönliches Buch, mit dem Tolu zugleich deutlich machen will, wie das Regime in Ankara mit seinen Kritikern umgeht.

Mesale Tolu ist eine deutsche Journalistin und Übersetzerin kurdischer Herkunft. Sie wuchs in Ulm auf und studierte in Frankfurt Ethik und Spanisch. Im Jahr 2007 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft und legte zugleich die türkische ab. Ende April 2017 wurde sie in ihrer Istanbuler Wohnung von einer türkischen Antiterror-Einheit als „Terroristin“ verhaftet. Ihr Schicksal und das anderer in der Türkei inhaftierter Journalisten hat zahlreiche Medienberichte, Unterstützerkampagnen und diplomatische Aktivitäten ausgelöst.

Am 18. Dezember 2017 wurde sie unter Auflagen aus der Haft entlassen, am 20. August 2018 hob ein Gericht die Ausreisesperre gegen Tolu auf, erst zwei Monate später die gegen ihren ebenfalls inhaftierten Ehemann Suat Corlu. Mesale Tolu lebt mit ihrer Familie in Neu-Ulm.

Tickets gibt es in allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen, im Ticket Büro in der Stadthalle und unter Telefon (0 68 61) 9 36 70.

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