Merzig: Jusos stellen sich hinter „Fridays for Future“

Merzig : Jusos stellen sich hinter „Fridays for Future“

Die Jusos Merzig-Wadern stellen sich geschlossen hinter die „Fridays-for-Future“-Proteste. Schließlich seien, so die Jusos, die Auswirkungen des Klimawandels längst sichtbar.

„Es gibt jetzt schon mehr Hitzewellen, Dürren, Waldbrände und Starkregen. Zurzeit findet das größte Massenaussterben seit dem Zeitalter der Dinosaurier statt. Wir wussten das zwar schon seit Jahrzehnten, aber anstatt zu handeln fahren wir immer noch geradeaus gegen die Wand“, meint die Kreisvorsitzende Emily Vontz. Doch statt über Lösungen der Klimakrise zu diskutieren, würden ihrer Ansicht nach vor allem konservative Politiker versuchen, die Streiks zu diskreditieren, indem sie den Schülern anhängen, sie würden sowieso nur schwänzen wollen.

Eine Meinung, der sich Yannick Fontaine, ebenfalls Kreisvorsitzender und Mitorganisator der Proteste, anschließt: „Es ist schwachsinnig, dass bei dem Thema ‚Fridays for Future’ immer nur darüber diskutiert wird, wie schlimm es ist, dass Unterricht ausfällt. Vor allem, da dabei nie erwähnt wird, dass jede einzelne Woche viel mehr Schulstunden alleine durch den massiven Lehrermangel in Deutschland ausfallen. Sonst wird doch auch immer über Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit geklagt. Wenn dann die jungen Leute für ihre Zukunft auf die Straße gehen, wird sich nur drüber beschwert!“

Nach Ansicht der Jusos sind die Streiks nicht während der Schulzeit, um Schule zu schwänzen, sondern um für Aufmerksamkeit zu sorgen. „Durch den Schulstreik wird viel mehr über Klimabewegungen diskutiert, als zum Beispiel über die 35 000 Teilnehmer eines Streiks gegen die Braunkohle in Berlin vor einigen Monaten“, sagt Jungsozialistin Johanna Künhaupt. Solange nicht gehandelt werde, sieht sie zivilen Ungehorsam als „nötig“ an.

Auch an den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner senden die Jusos im Kreis eine Botschaft. Er hatte gesagt, dass man von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten könne, dass sie „bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und ökonomisch Machbare sehen“, dies sei „eine Sache für Profis“. „Keine Ahnung, wen Herr Lindner mit den sogenannten Profis meint“, sagt Niklas Behrendt-Emden, „Während er sich mit seinem Studium in Politikwissenschaft wohl kaum mit der komplexen Klimaentwicklung auskennen kann, haben sich mehr als 23 000 Naturwissenschaftler mit ‚Scientists for Future’ auf unsere Seite gestellt.“

Um die Klimakatastrophe noch abzuwenden, fordern die Jusos dringend Maßnahmen von der Politik. „Wir haben die technischen Mittel noch unter 1,5 Grad Erwärmung zu bleiben. Wir haben noch die Möglichkeit das Schlimmste abzuwenden“, sagt Nils Urbanus. Als wichtigste Maßnahme nennt er neben der Veränderung des eigenen Konsumverhaltens, „die Wirtschaft zu bändigen“. Es könne seiner Ansicht nach nicht sein, dass wichtige Umweltmaßnahmen, wie der Kohleausstieg, durch Lobbyismus weiter verschoben oder verhindert werden.

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