Merzig ist Fairtrade-Stadt

Merzig gehört nun zu dem erlesenen Kreis von rund 400 Fairtrade-Städten in Deutschland. Darauf wies Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz hin, als er Verwaltungschef Hoffeld die Urkunde überreichte.

Die Kreisstadt Merzig ist seit Sonntagnachmittag Fairtrade Town. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Wirtshaus Zur Saar wurde Bürgermeister Marcus Hoffeld die Zertifizierungsurkunde von Manfred Holz überreicht. Holz ist Fairtrade-Ehrenbotschafter und hat die Verleihung der Urkunden für den Verein TransFair übernommen, der die Zertifizierung vornimmt. Der Zertifizierungsprozess begann in Merzig im Jahr 2013, als damals die Fraktionen Bündnis90/Die Grünen, Linke und Freie Wähler den Antrag auf Fairtrade-Stadt in den Stadtrat einbrachten. Alle Fraktionen haben ihm zugestimmt und somit den Weg für die Fairtrade Town Merzig frei gemacht.

Für Bürgermeister Marcus Hoffeld war die damalige Entscheidung die richtige. "Damit konnten wir ein Zeichen nach außen setzen, dass in der Kreisstadt fair gehandelt wird", sagte Hoffeld bei seiner Begrüßungsrede. Zumal faire Produkte auch Produkte aus der Region sein können. Die Betriebe, die diese regionalen Produkte herstellten, gelte es zu unterstützen. Das habe den schönen Nebeneffekt, dass die Region über diese Produkte vermarktet werden könne. Ein Pfund, mit dem gewuchert werden könne.

So schlug die Stadtverwaltung denn auch vor, den Fair-trade-Gedanken um "lokal-regional-bio-fair" zu erweitern. Damit sollten Anstöße für Aktionen in Merzig gegeben werden und zu einem nachhaltigen Konsum beitragen, der die natürlichen Lebensgrundlagen schützt und allen Menschen ein Leben in Würde ermögliche. Der Einsatz für globale Gerechtigkeit verlange faire Preise weltweit. Für Produkte aus den so gnannten Entwicklungsländern genauso wie für Produkte aus der Region Merzig .

"My fair Ladies und Gentlemen." So begrüßte Manfred Holz die Gäste der Zertifizierungsfeier. So dürfen sich die Merziger ab dem heutigen Tag nennen. Denn Merzig sei nun eine von über 400 Fairtrade-Städten in Deutschland und spiele damit in der Champions League des fairen Handels. Zusammen mit London, Manchester, Rom, Paris Kopenhagen, Madrid und München. Diese Metropolen sind ebenfalls Fairtrade Towns. "Die Idee des fairen Handels setzte hier schon seit Jahren enorme Kräfte frei, aber auch jede Menge Kreativität in Gang, angefangen im Rathaus bis hin zu Kirchen, Vereinen, Schulen, Betrieben und Geschäften", erläuterte Holz .

"Es brauchte Zeit, bis wir Konsumenten das Gütesiegel nicht als gelegentliches Beruhigungsmittel für das eigene Gewissen verstanden", so Holz weiter. Fairer Handel lebe vom Handeln. "Als eine der reichsten Industrienationen stehen wir in der Pflicht, unseren konkreten Beitrag gegen die Armut zu leisten." Deutschland sei erfreulicherweise seit Jahren weltweit der dynamischste Fairtrade-Markt. Und Merzig gehöre nun dazu.

Martin Thiery, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, machte deutlich, dass es nur mit Partnern aus dem Handel gehe. Deshalb richtete sich sein Dank an sechs Cafés und Restaurants sowie an sieben Geschäfte, die Fairtrade-Produkte anbieten. Dies sind im einzelnen: Wirtshaus Zur Saar, Hotel Roemer, Mehrgenerationenhaus vom SOS-Kinderdorf , Lokalzeit, Kolpinghaus und Bistro Villa Fuchs. Handel: La Naturelle, Blumen Silke, Ohlala-Floristik, Bäckerei Tinnes, Rewe, Netto, sowie Edel und Stein.

Vergessen wollte Martin Thiery aber nicht die das Gymnasium am Stefansberg, den Nabu Merzig , die Aktion Dritte Welt und die zwei Gemeinden der evangelischen und katholischen Kirche.

Zum Thema:

Auf einen Blick Fairtrade-Stadt ist ein Zertifikat, das eine anerkannten Zertifizierungsstelle vergibt und sich für die Förderung Fairtrade-zertifizierter Waren im Rahmen des fairen Handels einsetzt. Die Kampagne Fairtrade Town wurde in Garstang, in Lancashire 2001 durch eine Initiative von Bruce Crowther, einem lokalen Oxfam-Unterstützer, und der Garstang-Oxfam-Gruppe ins Leben gerufen - mit Erfolg. Binnen weniger Monate wurde der Umsatz Fairtrade-zertifizierter Waren deutlich erhöht. red