Merzig hofft auf die Straße durchs Nordsaarland

Merzig hofft auf die Straße durchs Nordsaarland

Die Stadt Merzig hat mit einer Bürgerinitiative eine neue Variante für den Lückenschluss der Nordsaarlandstraße vorgeschlagen. Der Bürgermeister sagt: Entweder die Straße wird so gebaut – oder gar nicht.

Nach der jahrelangen Diskussion über die Nordumfahrung Merzig liegt seit Kurzem eine neue Alternative auf dem Tisch. Demnach soll die inzwischen fertiggestellte Ortsumgehung Besseringen als Teil der Nordumfahrung genutzt werden (die SZ berichtete). Damit wäre die Nordsaarlandstraße, die die A 8 mit der A 1 verbinden soll, komplett, sagte Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld (CDU ) bei einem SZ-Redaktionsgespräch.

Um die verbleibende Lücke zu schließen, müsste eine Verbindungsstraße von der Ortsumgehung Besseringen zur L 158 gebaut und diese bis nach Losheim ausgebaut werden. Die Kosten für die Baumaßnahmen sind noch unklar. Die bisherige, inzwischen verworfene Trassenplanung hätte 16,2 Millionen Euro kosten sollen. Da die jetzige Variante kürzer ist, sind mutmaßlich auch die Baukosten geringer. Die übrigen Landstraßen von Losheim bis zur A 1-Anschlussstelle Nonnweiler-Braunshausen seien in den vergangenen Jahren bereits ausgebaut worden, sagte Hoffeld . Seinen Angaben zufolge wäre die jetzt diskutierte Variante die kürzeste und günstigste Möglichkeit, die Nordsaarlandstraße umzusetzen. Der Vorschlag für diese neue Alternative geht auf die Bürgerinitiative (BI) "Nordsaarlandstraße jetzt!" zurück. Das Wirtschaftsministerium prüft derzeit, ob der Vorschlag realisiert werden kann. Dort könnte Ende September bei einem Gespräch mit Hoffeld bereits eine Entscheidung fallen.

Hoffeld erinnerte erneut daran, dass die Nordsaarlandstraße sowie die Nordumfahrung Merzig ausdrücklich im Koalitionsvertrag der von CDU und SPD geführten Landesregierung vorgesehen ist (siehe Infokasten). Wenn das Projekt an den Kosten scheitern sollte, "muss die Landesregierung dies auch offen sagen, statt es hinauszuzögern", forderte der Bürgermeister. Nach den jahrelangen Diskussionen steht für ihn fest: "Entweder die Nordumfahrung kommt so wie jetzt in diesem Alternativvorschlag beschrieben oder gar nicht."

CDU und SPD im Merziger Stadtrat hätten dem Vorschlag bereits ihre Unterstützung zugesagt, sagte Hoffeld . Die Grünen lehnen das Projekt ab. Hinter die Pläne hat sich auch Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich (CDU ) gestellt.

Von der Nordumfahrung verspricht sich der Merziger Bürgermeister eine "deutliche Verkehrsentlastung von Merzig und Brotdorf". Auch Mettlach würde von der neuen Verkehrsführung profitieren. Im Zusammenhang mit der Nordsaarlandstraße sieht Hoffeld vor allem für die Hochwaldregion "einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Vorteil".

Die bisherigen Pläne für die Nordumfahrung Merzigs scheiterten vor allem an der Durchquerung des Truppenübungsplatzes auf der Ell. Das Verteidigungsministerium hatte dies ausgeschlossen. Nach einem Umweltverträglichkeitsgutachten war dies aber bislang die einzig mögliche Trasse. Ob für die jetzt diskutierte Nordumfahrung ein neues Umweltverträglichkeitsgutachten erstellt werden muss, ist nach Angaben Hoffelds noch nicht abschließend geklärt.

Zum Thema:

Auf einen BlickCDU und SPD haben im Koalitionsvertrag 2012 vereinbart: "Wir werden die Verkehrsinfrastruktur im Saarland, insbesondere im ländlichen Raum, gezielt stärken." Dazu gehörten auch "wichtige neu zu realisierende Projekte" wie die Umgehung der B 423 bei Homburg, die Verbesserung des Autobahnanschlusses Homburg/Bexbach und der Bau der Nordsaarlandstraße inklusive der Nordumfahrung Merzig . red

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